Brauchen wir noch mehr Coaches? Ja!

Im gemeinsamen TeleSeminar mit Monika Birkner am 16.01.2012 haben wir uns dem Thema gewidmet, was  Coaches und Beraterinnen* dafür tun können, in ihrer Selbständigkeit erfolgreicher zu sein – und das heißt im Klartext: mehr Kunden zu haben. Meine persönlichen Gedanken dazu, die ich auch im Telinar geäußert habe, möchte ich in drei Beiträgen aufzeigen. Mein Anliegen ist es, Coaches und Beraterinnen aus ihrem – zum großen Teil selbst verursachten – Teufelkreis herauszuführen und ihnen zu zeigen, dass und wie es möglich ist, in diesem Beruf erfolgreich zu sein. Dazu klären wir zunächst die eingangs gestellte Frage. In einem weiteren Beitrag geht es um die Hindernisse, die dazu führen, dass Coaches zu wenig Kunden haben und wie sie diese umgehen können. Im abschließenden dritten Beitrag erhalten Sie einige praktische Tipps, wie Sie – auch kurzfristig – etwas ändern und mehr Kunden gewinnen können.

Schauen wir einmal auf die Ausgangssituation von Coaches und Beraterinnen. In den letzten 10 Jahren haben sich immer mehr Menschen als Coach oder Beraterin selbständig gemacht. Für viele von ihnen ist dies die Erfüllung eines tief sitzenden Wunsches und damit auch eine Berufung. Sie haben viel Geld in Ausbildungen investiert und verbinden große Hoffnungen und Träume damit. Da die meisten Coaches und Beraterinnen ihre Tätigkeit als Berufung sehen, wollen sie damit auch ihren Lebensunterhalt sichern. Wenn sie anderen von ihren Träumen erzählen, ernten sie häufig Kopfschütteln und die Frage: Wie viele Coaches brauchen wir denn noch?!

Ich meine: noch viel mehr, denn sie haben eine wichtige Aufgabe zu erfüllen – und zwar aus den Gründen:

  • Sie beraten, begleiten und unterstützen Menschen und Unternehmen darin, mit der zunehmenden Komplexität im Alltag wie auch in der Arbeits- und Unternehmenswelt zurecht zu kommen und Veränderungen zu meistern.
  • Sie helfen Menschen aus Problemsituationen herauszukommen, Lösungen zu finden und in diese auch umzusetzen.
  • Sie entwicklen mit ihren Kunden neue Sichtweisen und tragen damit dazu bei,  die Zukunft des Einzelnen wie der Gesellschaft insgesamt zu verändern.

Diese Aufgabe können sie jedoch nur dann erfüllen, wenn sie frei sind in ihrem Handeln, keinem finanziellen oder sonstigem Druck unterliegen und damit frei entscheiden können, wie und mit wem sie arbeiten. Erst dann sind sie in der Lage, ihre Klienten neutral und innerlich unabhängig zu beraten und zu begleiten.

Die Realität sieht leider anders aus: der überwiegende Teil der Coaches kann nicht davon leben! Die meisten brauchen eine weitere Einkommensquelle als Ergänzung. Sie arbeiten nebenbei angestellt in einer Teilzeittätigkeit, suchen weitere Standbeine oder ergänzen ihr Einkommen durch sonstige selbständige Tätigkeiten. Und selbst dann leben viele noch immer von der Hand in den Mund. Hierdurch entsteht ein hoher innerer Druck, der in einen Teufelskreis mündet: wenig Kunden bedeuetet unzureichende Einnahmen. Dadurch entsteht ein finanzieller Druck und die drängende Frage: wo kommt der nächste Kunde her? Dieser Druck ist für Interessenten auf der unterbewussten Ebene spürbar, mit der Folge, dass sie sich zurückziehen, selbst wenn das Angebot für sie wichting und richtig wäre. Damit bleibt die erhoffte Resonanz aus und der Druck und damit die Angst wächst. EinTeufelskreis entsteht, der früher oder später zum völligen Rückzug und zur Resignation führt.

Die Ursachen für diese missliche Situation sind vielfältig. Die fünf wichtigsten Hindernisse für den wirtschaftlichen Erfolg von Coaches und Beraterinnen lernen Sie im nächsten Teil kennen.
* mit der weiblichen Form sind übrigens auch Männer gemeint, so wie “Coach” auch Frauen umfasst.

Nachtrag: Auch Monika Birkner hat sich Gedanken zum Thema gemacht.

3 Gedanken zu „Brauchen wir noch mehr Coaches? Ja!

  1. Pingback: Wenn gute Coaches nicht genug Kunden haben | Das Business Transformation Blog von Monika Birkner

  2. Monika Birkner

    Liebe Frau Bergmann,

    die hohe Resonanz zu unserem TeleSeminar hat gezeigt, wie brennend diese Thematik ist. Danke für Ihre Ausführungen dazu.

    Eine fatale Folge, die ich immer wieder erlebe, besteht darin, dass auch fachlich gute Coaches sich in ihrer Haut nicht wohl fühlen und sich in Frage stellen, wenn sie selbst “ihr eigenes Haus nicht in Ordnung” haben. Mit anderen Worten: Wenn sie das, wobei sie ihren Klienten helfen, nicht für sich selbst umsetzen können.

    Schon das ist ein wichtiger Grund, sich ganz bewusst dem Thema “Kundengewinnung” zu widmen.

  3. Ulrike Bergmann Artikelautor

    Liebe Frau Birkner,
    es ist gut, dass das Thema öffentlicher wird anstatt wie bislang – wenn überhaupt – nur hinter vorgehaltener Hand angesprochen zu werden. Dafür ergänzen sich unsere Ansätze wie auch unser Anliegen. Und miteinander geht manches bekanntlich leichter.

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