Vera Bartholomay: Die Sehnsucht nach Berührung

Foto_BartholomayIm Mai 2008 begann ich eine wöchentliche Newsletter-Reihe, in der Menschen davon erzählten, wie sie mutig ihren Weg gegangen sind. Die letzte dieser Mutmacher-Geschichten habe ich im Oktober 2009 verschickt. Sie stammte von Vera Bartholomay, die ich kurz zuvor über diese Reihe kennengelernt hatte. Es war Sympathie auf den ersten Kontakt und seither sind wir in Kontakt geblieben.
Als ich jetzt Menschen bat, mir für ein Interview über verwirklichte Träume zur Verfügung zu stehen, war Vera Bartholomay die erste, die meine Fragen beantwortete. Da dies kein Zufall ist, habe ich sie für den Auftakt des MutmachMittwoch mit regelmäßigen Interviews gewählt. So freue ich mich sehr, dass sich damit zugleich der ogen zu den Mutmacher-Geschichten schließt.

Jeder Traum beginnt mit einer Frage. Mit welcher Frage hat Ihr Traum begonnen?
Mein Traum begann nicht mit einer Frage, sondern mit einer Sehnsucht. Sehnsucht nach einer Berührung von Menschen auf einer ganz anderen Ebene als die alltägliche – seelisch und körperlich. Ich war schon sehr viele Jahre erfolgreich als freiberufliche Übersetzerin für Norwegisch, als ich die energetische Behandlungsmethode Therapeutic Touch für mich entdeckte.

Werden wir konkret: Welchen Traum haben Sie verwirklicht?
Von Anfang an war ich ganz begeistert – sah aber meinen Weg damit ausschließlich in der privaten Anwendung. Ich besuchte sehr viele Kurse, entfachte immer mehr Feuer für diese Arbeit und schon bald hatte ich erste Klienten außerhalb meines privaten Umfelds. Ich mietete tageweise Räume in einer fremden Praxis und langsam aber sicher kamen immer mehr hilfesuchende Menschen zu mir. Parallel wollten viele diese Methode auch selber lernen und ich entwickelte meine ersten Seminare. Heute habe ich meinen alten Beruf fast komplett bei Seite gelegt, habe eine eigene Praxis in Saarbrücken und gebe sehr viele Seminare in Deutschland (Berlin, Augsburg, Saarbrücken), in der Schweiz (Zürich) und in Norwegen. Ich schreibe viel und gern – auch über angrenzende Themen – in Zeitschriften, in meinem Newsletter, auf Facebook und in meinen verschiedenen Blogs.

Der direkte Weg ist selten der kürzeste. Wie verlief Ihr Weg?
Was nach einem geradlinigen Weg klingt, war natürlich eher ein Mäandern. Manche Projekte gelangen, andere nicht. Daraus habe ich immer viel gelernt, v.a. auf die Zeichen zu achten – welche Hinweise zeigen mir, welchen Weg nun gerade mein Weg ist. Und so lernte ich immer mehr, das zu leben und anzubieten, was wirklich authentisch ist und nicht ein aufgesetztes Konzept. Und ich habe nie aufgegeben – dafür war meine Sehnsucht zu stark. Ich konnte im wahrsten Sinne des Wortes meine Hände nicht von dieser Arbeit lassen.

Welchen Herausforderungen und Hindernissen sind Sie begegnet und wie sind Sie damit umgegangen?
Die Herausforderungen waren immer wieder Mut aufzubringen, Dinge zu tun, von denen ich dachte, ich könnte sie nicht (Vorträge halten, Interviews geben, Seminare halten, Werbung machen). Unterstützung bekam ich selten dort, wo ich es erwartete, sondern fast immer sehr „zufällig“, in der Begegnung mit den „richtigen“ Menschen, die mir Türen gezeigt oder gar aufgemacht haben. Das Entscheidende war dann immer, auch wirklich durch diese Türen zu gehen und nicht nur davon zu träumen, was auf der anderen Seite sein könnte. Das kostete immer wieder Mut und Kraft – und die Bereitschaft, ins kalte Wasser zu springen.

Erfolge entstehen mit anderen. Wer und was hat Sie dabei unterstützt, Ihren Traum zu verwirklichen?
Unterwegs habe ich erkannt, dass man den richtigen Weg findet, wenn man bereit ist, Hinweise umzusetzen, eigene Entwicklungsschritte zu machen, viel zu arbeiten – ohne zu wissen, ob es letztendlich wirklich Erfolg haben wird, immer wieder eigene Krisen als Lernaufgaben zu betrachten, sich gute Wegbegleiter zu suchen – ob unter Kollegen, bei Beratern oder in Seminaren – damit man so wenig unnötige „Schlenker“ wie möglich macht. Und vor allem, sich immer zu fragen „wo will meine Sehnsucht hin?“

Ausblick in die Zukunft: Welchen Traum wollen Sie als nächstes realisieren?
Was ist mein nächster Traum? Abgesehen davon, dass ich mit meinen Kursen und meiner Praxis so weitermachen möchte wie bisher, schreibe ich an einem Buch über Therapeutic Touch und habe schon Pläne für ein weiteres. Mit diesem Buch möchte ich noch mehr Menschen erreichen und sie von der „heilsamen Berührung“ überzeugen. Und ich möchte mein neues Herzensprojekt Alltagsfunken über Glück und Dankbarkeit noch bekannter machen. Vor einigen Jahren wirklich ein Traum, seit kurzem auch schon Realität.

Vielen Dank für das Gespräch.
Beim nächsten Mal berichtet Stephanie Palm, wie sie ihren Traum von einem bezahlbaren Häuschen in München verwirklicht hat.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

2 Gedanken zu „Vera Bartholomay: Die Sehnsucht nach Berührung

  1. Martina Baehr

    Hallo Frau Bergmann,
    was für eine tolle Idee, jeden Mittwoch solche Interviews zu veröffentlichen! Und anderen damit Mut zu machen, ihren eigenen Weg zu finden. In der Beschreibung von Frau Bartholomay finde ich viele meiner eigenen Themen wieder. Und ich finde Beharrlichkeit und eine innere Motivation und eben auch Ideen und VorBILDER durch andere sind wirklich ganz ganz wichtig. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Interviews.
    Herzliche Grüße Martina Baehr

  2. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Herzlichen Dank, liebe Frau Baehr, für Ihre Rückmeldung. Das genau ist das Ziel: zu vermitteln, wie es andere geschafft haben und Vorbilder zu bieten für den eigenen Weg. Schön, dass es für Sie genau so gepasst hat.

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