Zamyat M. Klein: Türkei – ich komme!

Klein-Zamyat_KamelZamyat M. Klein habe ich 2002 auf einem Trainerkongress in Köln kennengelernt und mich schon damals gefragt: Wo nimmt diese Frau ihre Energie her? Dank der sozialen Medien sind wir einige Jahre später wieder in Kontakt gekommen. Auf diese Weise habe ich auch mitgekommen, dass Zamyat gerne reist. Vor allem der Orient hat es ihr angetan. Als sie jetzt verkündetet, dass es demnächst wieder in die Türkei geht, wollte ich mehr darüber wissen. Lassen Sie sich durch ihre Antworten inspirieren, Ihren eigenen Traum vom (teilweisen) Leben im Ausland zu verwirklichen.

Jeder Traum beginnt mit einer Frage. Mit welcher Frage hat dein Traum begonnen?
Bei mir waren es eigentlich keine Fragen, sondern bestimmte Sehnsüchte.
Mir fällt als erstes ein, dass ich offensichtlich schon sehr viele Träume verwirklicht habe:

  • In die Wüste gehen – ich war 10mal mit Beduinen und Kamelen in der Sahara
  • Ein Buch veröffentlichen – inzwischen sind es 15 Veröffentlichungen
  • In Indien und Nepal meditieren – einmal
  • Auf dem Land leben – seit 12 Jahren lebe ich in meinem Traumhaus mit Weitblick aus jedem Fenster über Wiesen und Felder
  • Länger im Orient sein – darüber erzähle ich hier mehr.

Werden wir konkret: Welchen Traum hast du verwirklicht?
Ich bin nun seit einigen Jahren im Frühjahr und Herbst in der Türkei, im Winter einige Male in Tunesien. Ich arbeite von dort aus oder vor Ort. In der Türkei biete ich mein schönstes Seminar an, den „Orient-Express zur beruflichen Erfüllung – Kreativ durchstarten für die Karriere“

Manche Träume brauchen ihre Zeit. Wie lange hat es bei dir gedauert, von der ersten Idee bis du deinen Traum verwirklicht hattest?
Es fing an mit zwei Wochen Urlaub im Oktober, den ich dann auf drei Wochen ausdehnte, weil ich merkte, zwei Wochen sind mir nicht genug. Ich brauche Zeit, um erst einmal dort anzukommen und vom Arbeitsmodus runter zu schalten.
Dort habe ich vor Jahren auch an einem Buch geschrieben. Ich mag es sehr, wenn ich mich ganz auf eine Sache konzentrieren kann, ohne den normalen (Büro-) Alltag drumherum. Das wollte ich schon immer mal wiederholen.
Dann hörte ich, dass es im Mai besonders schön sei. Also fuhr ich auch zwei Wochen im Mai in die Türkei. Nach und nach verlängerte ich meine Zeiten dort, seit ich für mich das Paradies (Çıralı) gefunden habe.

Der direkte Weg ist selten der kürzeste. Welchen Herausforderungen und Hindernissen bist du begegnet und wie bist du damit umgegangen?
Ehrlich gesagt gab es keine großen Hindernisse, zumindest habe ich das nicht so erlebt. Die waren lediglich in meinem Innern. Mir die Erlaubnis zu geben, so lange einfach in die Türkei abzudüsen. Ich ertappe mich immer noch, dass ich sofort hinterherschiebe: „Aber ich arbeite da auch!“
Als ob ich nicht das Recht hätte, mein Leben nach meiner Vorstellung zu gestalten. Das ist wohl eine lebenslange Arbeit, zu seinen Träumen zu stehen.
Zumindest lasse ich mich von diesen inneren Kritikern nicht abhalten, sondern mach es einfach. Wenn ich dann dort bin, ist auch alles gut und richtig.
Es geht mir gut, ich bin glücklich, lerne unglaublich viel und genieße es, meine ganze Arbeit und meinen Alltag permanent draußen in der Natur gestalten zu können.
Im Übrigen habe ich alles so geplant, dass ich kaum Risiken eingehe.
Ich biete die Seminare dort zu einer Zeit an, in der ich ohnehin da bin. Wenn sich genug anmelden, dann mache ich es. Wenn nicht, kann ich in der Zeit dort Bücher schreiben und Online-Seminare durchführen.

Erfolge entstehen mit anderen. Wer und was hat dich dabei unterstützt, deinen Traum zu verwirklichen?
Ich entwickle mich wohl immer mehr zur Einzelkämpferin. Daher könnte ich grad niemand nennen, der mich aktiv dabei unterstützt hat. Meine Familie sieht es wohl eher kritisch, Freundinnen meinen auch, dass ich mir das doch „eigentlich nicht leisten könnte“ und viele reagieren auch neidisch.
Daher habe ich gerade einen Beitrag für meinen Newsletter und mein Blog geschrieben, mit dem ich andere ermutige, ihre Träume zu leben. Dazu gebe ich eine konkrete Kurzanleitung :-).
Vor Ort habe ich allerdings Unterstützung:
Meine Pensionswirte lagern inzwischen zwei riesige Taschen mit Material für mich, Yogamatten, Badetücher, Walkingstöcke etc. Sie stellen mir einen Tisch fürs Laptop zur Verfügung und lassen mich für meine Online-Seminare ins „Büro“ ans Kabel, da über W-LAN die Verbindung zu wackelig ist. Oder ein Verwandter besorgt mir in der nächsten Stadt ein vergessenes Laptopkabel.
Überhaupt sind die Menschen dort unglaublich nett und freundlich, so dass ich mich da absolut aufgehoben und geborgen fühle. Das ist als Single-Reisende auch nicht unwichtig.

Erkenntnisse sind die Schatzkiste des Erfolgs. Was waren deine wichtigsten Erkenntnisse auf dem Weg?
Meine Erkenntnis bei all meinen Träumen ist eigentlich immer die gleiche.

  • Ich muss mir meine Träume eingestehen, sie ernst nehmen und mir erlauben.
  • Ich muss es einfach tun!

Natürlich gibt es noch einige kleine Zwischenschritte, aber dies sind die entscheidenden. Viele sagen einfach viel zu schnell, „das geht nicht!“. Dann fallen einem natürlich auch keine kreativen Ideen ein, wie man es vielleicht doch realisieren könnte. Oder wenigstens einen Teil. Schritt für Schritt.

Ausblick in die Zukunft: Welchen Traum möchtest du als nächstes realisieren?
Er hat schon begonnen 🙂
Seit 16. April 2014 bin ich in der Türkei und bleibe diesmal für 40 Tage. Das ist die längste Zeit, die ich mir bisher ermöglicht habe.
In dieser Zeit biete ich zwei Mal das Seminar “Orient-Express zur beruflichen Erfüllung” an, einmal im April, einmal im Mai. Wenn ich im Herbst komme, gibt es wieder zwei Termine.
In der restlichen Zeit schreibe ich an zwei neuen Büchern und führe zwei Trainer-Webinar-Schulungen durch.
Die erste Woche nach meiner Ankunft war nur Urlaub. Das heißt, am Strand oder in der Hängematte im Garten unter Palmen liegen, spazieren gehen, essen, schlafen und unzählige nette Leute treffen, bekannte und neue. Das ist hier nämlich ganz einfach.
Auch an den Arbeitstagen genieße ich das Da-Sein. Morgens bei Sonnenaufgang eine Stunde Yoga am Strand ist doch was anderes als bei mir im Wohnzimmer (obwohl das auch sehr schön ist). Nach dem Frühstück, wenn es noch ganz ruhig ist und kaum Menschen da sind, gehe ich zwei Stunden an den Strand und lese dort meist Fachbücher oder Literatur für die eigene Fortbildung. Die heiße Mittagszeit verbringe ich im schattigen Garten. Dort kann ich gut schreiben oder andere Arbeiten erledigen.
So früh wie dieses Jahr war ich noch nicht da und weiß daher nicht, wie das Wetter ist. Auf jeden Fall will ich jeden Tag „die große Runde“ walken, die ca. 90 Minuten dauert. Da ich oft jemanden treffe, der mich zum Tee einlädt und ein Schwätzchen halten will, kann es auch schon mal länger dauern.
Klein-Zamyat_DieWanderinDer Berg im Hintergrund des Bildes links, der Tahtali, ist für mich zu einem Symbol für Zielerreichung, Projektumsetzung und Durchhaltevermögen geworden, daher habe ich auch ein großes Foto davon im Büro hängen. Dieses Bild strahlt für mich Ruhe und Kraft aus. Dieser Berg ist von überall zu sehen, er sieht von weitem und von unten wunderbar aus und wenn ich den Gipfel erreiche, habe ich eine atemberaubende Weitsicht.

Herzlichen Dank, liebe Zamyat. Wenn ich deine Antworten lese, erinnere ich mich an meine eigenen Türkei-Aufenthalte und daran, wie ich mir vor vielen Jahren einen ähnlichen Traum erfüllt habe: Zweieinhalb Jahre lebte ich überwiegend in Seattle, USA. Ich wünsche Dir eine erfüllte und produktive Zeit!

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

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