Buch-Träume? 5 Fragen, die Sie sich stellen sollten

Bücherkiste_AusschnNach elf Jahren Pause ist im März 2014 mein vierter Ratgeber erschienen. Aus diesem Anlass hat mir Gitte Härter einige Fragen rund ums Buchschreiben gestellt. Meine Antworten können Sie hier lesen.

Ich kenne viele Menschen, die davon träumen, eines Tages ein Buch zu veröffentlichen. Bei den meisten bleibt es beim Traum. Auch wenn über Jahre an dieser Idee oder dem Wunsch festgehalten wird. Ob daraus Wirklichkeit wird, klären Sie mit den folgenden fünf Fragen. Ihre Antworten zeigen Ihnen, ob Sie sich für dieses Vorhaben entscheiden wollen. Oder doch einen Haken daran machen und Ihre Aufmerksamkeit anderen Projekten zuwenden. Was wichtig ist, denn ungelebte Träume binden Energie.

Die Fragen beziehen sich in erster Linie auf Sachbücher, mit denen ich die meiste Erfahrung habe. Nicht nur durch meine eigenen Bücher, sondern auch durch einige Kundenprojekte, die ich begleiten durfte.

Frage Nr. 1: Wozu der Aufwand?

Machen wir uns nichts vor: ein Buch zu schreiben, bedeutet einiges an Arbeit und Zeiteinsatz. Dieser hohe Einsatz lohnt sich nur, wenn der Nutzen oder Gewinn groß genug ist. Fragen Sie sich daher: Was will ich mit einem Buch erreichen? Denken Sie hier sowohl an sich selber wie auch an die künftigen Leserinnen und Leser. Was sollen Sie damit erleben?

Seien Sie ehrlich zu sich selbst und schreiben Sie alles auf, was Sie sich davon erwarten.

Hier einige Beispiele:

Gewinn für Sie selber: eine Steigerung meines Bekanntheitsgrads… neue Zielgruppe erreichen… meine Vorgehensweise einem breiten Publikum nahe bringen…meine Erfahrungen weitergeben…

Gewinn für andere: einen schnellen Zugang zu Wünschen und Träumen bieten… eine kompakte Anleitung für „Faule“… einen leichten Weg zum Ziel… Anregungen und Anleitung bieten…

Frage Nr. 2: Wie lässt sich das gewünschte Ergebnis noch erreichen? 

Legen Sie sich nicht von vorne herein auf ein (gedrucktes) Buch fest. Schauen Sie über den Tellerrand hinaus und finden Sie weitere Wege, wie sich der erwartete Gewinn noch erreichen lässt. Auch hier einige er bekanntesten Alternativen: Hör-CD… Podcast (Definition auf Wikipedia)… Video-Serie… Blog…

Nehmen Sie diese Frage als Grundlage für ein Brainstorming, das Sie alleine oder besser noch mit anderen durchführen. Betrachten Sie es als ein Spiel, bei dem es darauf ankommt, möglichst viele Ideen zu finden.

Frage Nr. 3: Unterstreicht meine Buch-Idee meine Positionierung?

Ist dies nicht der Fall, wird das Schreiben zu einer Art Selbstbeschäftigung, die leicht von anderen Aufgaben ablenkt. Nur wenn Ihr Buchprojekt Ihre aktuelle oder künftige Positionierung unterstützt, lohnt sich der Aufwand. Ein gut platziertes Buch erzeugt IMMER eine Wirkung. Welche Sie sich wünschen, darüber sollten Sie sich VORHER Gedanken machen.

Achten Sie darauf, dass Ihr Buchprojekt auf die Zukunft ausgerichtet ist: Wohin wollen Sie sich entwickeln? Wofür wollen Sie bekannt werden? Welche Zielgruppen erreichen? Ihre Antworten beeinflussen auch Inhalt, Stil und Aufmachung Ihres Buches. Und damit auch die Wahl des Verlags.

Mein letztes Buchprojekt scheiterte 2011 genau an dieser Überlegung, die ich zu spät angestellt habe, nämlich erst, als die erste Fassung bereits fertig geschrieben war. Allerdings gingen bei der folgenden Fassung die Vorstellungen des Verlegers und meine eigenen in unterschiedliche Richtungen. Ich wollte ein Buch für meine unternehmerische Zukunft schreiben, während er sich eine Wiederaufnahme eines abgeschlossenen Themas wünschte. Besonders für neue Autoren besteht die Gefahr, dass sie sich davon beeindrucken lassen und der Wunsch, endlich ein eigenes Buch in Händen zu halten, den Blick verschleiert.

Frage Nr. 4: Was bin ich bereit zu investieren?

Wie bereits erwähnt, bedeutet ein Buch einen hohen Einsatz an Zeit, Aufmerksamkeit und Energie. Meist ist auch noch ein finanzieller Aufwand damit verbunden. Dazu gehören entgangene Einnahmen, weil Sie während des Schreibprozesses einige Aufträge nicht annehmen können. Sie müssen in die Vermarktung des Buches investieren, wenn Sie wollen, dass Ihr Werk mehr als nur die Mini-Aufmerksamkeit durch die Pressearbeit des Verlags erhält. Hinzu kommen mögliche Investitionen für einen Schreibcoach, wenn Sie selber wenig Erfahrung mit dem Schreiben haben. Für ein eigenes Lektorat, wenn Sie ein gutes Ergebnis abliefern wollen. Unterstützung beim Schreiben, wenn Sie erkennen, dass Sie es alleine nicht schaffen oder die erforderliche Zeit dafür nicht investieren können oder wollen. Mehr dazu erfahren Sie mit der letzten Frage.

Daher ist es wichtig, sich auch Gedanken zu machen, wie viel Geld Sie in die Hand nehmen wollen, damit Ihr Buch Ihre Erwartungen aus Frage Nr. 1 auch erreichen KANN. Denn dass es dazu kommt, ist damit keineswegs gewährleistet.

Frage Nr. 5: Wie leicht fällt mir das Schreiben?

Oft erlebe ich, dass zwischen dem Wunsch, ein Buch zu schreiben, und Wirklichkeit eine Kluft besteht. Diese gipfelt im Satz „Ich kann nicht schreiben!“ Als Mutmacherin ist dies für mich eher eine Herausforderung als ein Hindernis. Schließlich gibt es Möglichkeiten, dennoch ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Ein paar Alternativen habe ich Ihnen schon bei Frage Nr. 2 gegeben.

Eine Variante für Schreibfaule.
Wenn das größte Hindernis das Schreiben selber ist, finden Sie eine andere Form. Viele, denen es schwer fällt, Inhalte zu Papier zu bringen, sind hervorragende und meist auch unterhaltsame Redner. Wenn dies auf Sie zutrifft, erzählen Sie Ihren Inhalt einer anderen Person und lassen Sie ein Band mitlaufen, das Sie anschließend abschreiben lassen. Auf dieser Grundlage können Sie die Inhalte entweder selber überarbeiten oder durch einen Profi in die passende Form gießen lassen.

Eine weitere Möglichkeit ist, statt eines Buches CDs bzw. MP3s von Ihren Vorträgen zu erstellen und über Ihre Webseite zu vermarkten. Diese müssen allerdings gut gemacht und unterhaltsam sein. Sonst geht es Ihren Hörern wie mir vor ein paar Jahren. Ich hatte mir die CD eines Kollegen bestellt, weil mich der Inhalt interessierte. Als ich sie während einer Autofahrt anhörte, stellte ich fest, dass es der Mitschnitt eines interaktiven Vortrags mit Folien war. Dadurch entstanden für den reinen Hörer zu lange Pausen, die nerven. Also schickte ich die CD enttäuscht zurück.

Sie sehen: Es gibt viele Wege, seine Ziele zu erreichen. Ein eigenes Buch ist nur einer davon – und der will gut überlegt sein.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

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