Sabine Hildebrandt-Woeckel / Christine Schretter: Einsatz für berufserfahrene Mitarbeiter

Job40plus_shw_cs_02Meine Gesprächsparterinnen kenne ich schon eine gefühlte Ewigkeit. Genauer seit Sabine Hildebrandt-Woeckel und Christine Schretter mit Jobmessen angefangen haben. Damals stand ich noch ziemlich am Anfang meiner Selbständigkeit und fand faszinierend, was sie auf die Beine stellten. Dieser Respekt ist geblieben ebenso wie der Kontakt. Sie waren ein Beispiel in meinem Buch “Start frei zur Kooperation“. Dafür sprachen wir 2002 wir über Chancen und Tücken der Kooperation. Jetzt standen sie mir wieder Rede und Antwort – diesmal über verwirklichte Träume 🙂

Jeder Traum beginnt mit einer Frage. Mit welcher Frage hat Ihr Traum begonnen?
Wir hatten beide schon sehr früh denselben Traum: Will ich mein Leben lang machen, was andere sagen oder möchte ich selbstbestimmt arbeiten? Wir wollten beide etwas Eigenes auf die Beine stellen.

Werden wir konkret: Welchen Traum haben Sie verwirklicht?
Wir haben schon einiges zusammengemacht. Aber 2010 haben wir unser Traumprojekt ins Leben gerufen: job40plus. Das ist eine Jobmesse, die sich an innovative Unternehmen richtet, die abseits des Mainstream im Recruiting nach alternativen Wegen suchen und gezielt berufserfahrene Kandidaten ansprechen.
Hintergrund waren die seit Jahren parallel geführten Diskussionen um den demografischen Wandel und den zunehmenden Fachkräftemangel. Wir haben gesehen, dass hier viel geredet, aber wenig gemacht wird und wollten basierend auf unserer langjährigen Erfahrung im Messegeschäft einen konkreten Lösungsansatz entwickeln. Das ist uns gelungen.

Manche Träume brauchen ihre Zeit. Wie lange hat es bei Ihnen gedauert, von der ersten Idee bis Sie Ihren Traum verwirklicht hatten?
Das kommt darauf an, wie man rechnet. Wir arbeiten seit 1997 zusammen und haben schon damals Jobmessen veranstaltet – und auch die richteten sich im weitesten Sinne an Fach- und Führungskräfte. Dennoch sah der KARRIERETAG, so hießen wir damals, ganz anders aus. Eher ein offenes Forum, auf dem Firmen aus allen Branchen Kandidaten jeglichen Alters und jeglicher Qualifikation suchen konnten.
Dann haben wir das Konzept über die Jahre immer wieder überdacht und angepasst. Heute ist job40plus ein bewusst klein gehaltenes, exklusives Event, auf dem Besucher und Firmen sich wirklich kennenlernen können.

Den Ansatz, gezielt und ausschließlich erfahrene, sprich: ältere Arbeitnehmer anzusprechen, haben wir dann aber sehr schnell umgesetzt. Die Idee entstand Ende 2010, im April 2011 fand der erste Event statt.

Der direkte Weg ist selten der kürzeste. Welchen Herausforderungen und Hindernissen sind Sie begegnet und wie sind Sie damit umgegangen?
Auf unserem langen gemeinsamen Weg gab es viele Hindernisse. Die größten materieller Art waren sicher der 11. September und das Zusammenbrechen des sogenannten neuen Marktes. Von 1997 bis 2001 war der Karrieretag rasant gewachsen. Zuletzt hatten wir Veranstaltungen in vielen Städten Deutschlands mit bis zu 90 Ausstellern – und dann brach der Markt zusammen und wir mussten von vorne anfangen.
Immer noch eine Herausforderung ist es aus unserer Sicht, die richtigen Mitstreiter zu finden, da hatten wir nicht immer ein glückliches Händchen.

Erfolge entstehen mit anderen. Wer und was hat Sie dabei unterstützt, Ihren Traum zu verwirklichen?
So abgedroschen es klingt: In erster Linie natürlich unsere Lebenspartner und Kinder, die oft zurückstecken mussten und trotzdem immer geholfen haben, wenn es eng wurde. Es gab aber auch viele Freunde, die halfen und natürlich gab es auch Mitarbeiter, die unsere Konzepte mit guten Ideen bereichert haben.

Erkenntnisse sind die Schatzkiste des Erfolgs. Was waren Ihre wichtigsten Erkenntnisse auf dem Weg?
Eine Erkenntnis: Man muss immer wieder neu denken und auch scheinbar Bewährtes auf den Prüfstand stellen. Schon als wir mit den Jobmessen anfingen war die Grundidee, den normalen (sprich: schriftlichen) Bewerbungsweg durch das direkte Gespräch zu ersetzen. Dann wurden die Events immer größer und letztlich ging es vielen Firmen nur darum, Präsenz zu zeigen und Infos zu verteilen. Für die suchenden Kandidaten nichts als Frust und letztlich auch für die Unternehmen nicht effektiv. Wir haben das Konzept immer wieder angepasst, bis wir am Ende da waren, wo wir immer hinwollten.
Eine andere Erkenntnis: Durchhalten, manches dauert einfach länger als erhofft.

Ausblick in die Zukunft: Welchen Traum wollen Sie als nächstes realisieren?
Wir spüren sehr großes Interesse am Thema „Beschäftigung und Rekrutierung erfahrener Arbeitnehmer“, sehen aber auch, dass vielen Unternehmen noch der Mut fehlt. Um das Thema noch populärer zu machen, sind wir gerade dabei, eine Zertifizierung zu entwickeln, die vorbildliche Ansätze in den Unternehmen prämiert. Derzeit suchen wir noch Mitstreiter für diese Idee.

Liebe Frau Hildebrandt-Woeckel, liebe Frau Schretter, herzlichen Dank für die Einsichten, die Sie uns ermöglichen. Ich wünsche Ihnen viele mutige Unternehmen, die Ihre Vision mittragen und damit neue Perspektiven eröffnen.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren lebenserfahrene Menschen, ihre persönliche Vision von einem erfüllten Leben zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt darin, den eigenen Weg mit Leichtigkeit und Klarheit zu gehen.

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