Kategorie-Archiv: MutmachMittwoch

Katja Kerschgens: Ein Leben im Trotzdem, Teil 1

Katja Kerschgens ist in der Hocheifel zu Hause, in Hörweite vom Nürburgring. Das ist einerseits eine temporeiche und zugleich landschaftlich eher ruhige Gegend. Von dort aus ist sie als Rhetoriktrainerin und Rednerin unterwegs. In ihren Vorträgen und Seminaren vermittelt sie Menschen, wie sie straffer kommunizieren. Doch sie ist auch als Autorin sehr aktiv, hat eigene Bücher geschrieben und sich 2001 mit einem Kommunikationsservice selbständig gemacht. In unserem Gespräch geht es allerdings um einen anderen Aspekt, mit dem Katja Kerschgens im Sommer 2015 an die Öffentlichkeit gegangen ist: seit über 20 Jahren lebt sie mit der Diagnose MS. Zu diesem Zeitpunkt haben wir auch dieses Gespräch geführt.

Katja, du hast deine Diagnose öffentlich gemacht und dazu einen vielgelesenen Blogbeitrag geschrieben. Was war der Auslöser für diesen Schritt?

Ich glaube, der Auslöser war schon lange da, doch jetzt ist er sichtbar geworden. Mittlerweile laufe ich mit einem Gehstock durch die Gegend. Wer mich beim Laufen beobachtet, wird sehen, dass ich Treppen nicht gut rauf und runter komme und manchmal etwas torkelig unterwegs bin. Da dachte ich mir: bevor das Gerücht entsteht „die Frau Kerschgens ist schon vor 11:00 Uhr besoffen“, mach ich Butter bei die Fische und spiel mit offenen Karten. Dadurch habe ich gemerkt: das hat wirklich den Vorteil, dass die Leute auch ganz anders mit mir umgehen. Die sehen den Stock und verstehen sofort „aha, guck mal, da ist irgendwas!“. Man muss ja nicht gleich erzählen, was es ist, aber es funktioniert dann wesentlich besser und hat mir sehr geholfen. Das war für mich noch so ein Punkt: Ich möchte, dass ich auch mal Hilfe in Anspruch nehmen kann, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben oder in große Erklärungsnot zu kommen. Das hat diesen Schritt durchaus erleichtert. Weiterlesen

Andrea Länger: Lebenslust als Prinzip

Andrea-Länger_PortraetZu den Menschen, die ich in den letzten 20 Jahren auf ihrem eigenen Weg begleiten durfte, gehört auch Andrea Länger, Beraterin, Seminarleiterin und Autorin in Augsburg. Unsere Zusammenarbeit liegt schon einige Jahre zurück und doch sind wir weiter in Kontakt geblieben. Wir uns sehen selten und genießen dann den Austausch und die gegenseitige Inspiration sehr. In unserem Gespräch ging es darum, wie wir uns kennengelernt haben und wie aus einem kurzen Moment der Inspiration sehr viel entsteht. Hinzu kamen noch ein paar weitere Gedanken, die in einem Live-Gespräch auftauchen.

Beginnen wir damit, wo und wie wir in Kontakt gekommen sind…

Ich war 2008 bei dir im Workshop “Elevator Pitch“ in München. Da kam heraus, dass meine Kernaussage für meine Lebenslustagentur ist: „Ich vermittle Lebenslust mit meinen Angeboten.“ Und dieses „Ich vermittle Lebenslust” begleitet mich seitdem und mir ist auch klargeworden: ich vermittle Lebenslust zwischen ganz verschiedenen Welten. Weiterlesen

Helmut Oestreich: Autor und Herausgeber von Anleitungsbüchern

Mutmacherin_Helmut-Oestreich_PortraetFür mein Jubiläumsjahr hatte ich einen besonderen Wunsch: mit Menschen zu sprechen, die ich auf ihrem eigenen Weg begleiten durfte über ihre Erfahrungen zu sprechen, Die ersten Gespräche waren bereits sehr anregend, teilweise aufschlusreich und manchmal überraschend. Daher freue ich mich den Austausch mit vielen weiteren Menschen. Den Auftakt macht Helmut Oestreich. Er ist Autor und Herausgeber von Die.Anleitung, einer Serie von Anleitungs-Büchern für Smartphones und Tablets, speziell für Einsteiger und Senioren. Vor kurzem habe ich mir ein Tablet zugelegt und war sehr dankbar, dass es diese Anleitungen gibt 🙂

Wie und wo sind wir in Kontakt gekommen?

Eigentlich war das mehr als ein Zufall, dass ich im Herbst 2013 einen Vortrag von Dir auf der Existenzgründermesse in München besucht habe. Und irgendwie hat mich das angesprochen, was und wie Du damals präsentiert hast.

Dort habe ich auch vom GründerErfolgsTraining (GET) der IHK erfahren – mit Dir als Kursleiterin. Der Schnuppertag zum Kurs hat mich dann vollends überzeugt und ein paar Tage später ging es auch schon los. Weiterlesen

20 Jahre Mut machen: ein Interview

Ulrike Bergmann mit blaugrüner JackeSie sind seit 20 Jahren selbständig – was war der Auslöser für diesen Weg?
Vor dem Schritt in die Selbständigkeit war ich nach meinem Jura-Studium 14 Jahre in einem internationalen Unternehmen tätig. Während ich die ersten Jahre meine Kommunikationsfähigkeiten und mein Interesse an Menschen nutzen konnte, blieb nach einem internen Wechsel meine eigene Kreativität zunehmend auf der Strecke. Als mir das Leben die „rote Karte“ zeigte, spürte ich immer stärker, dass es so nicht weiter gehen kann. Doch es dauerte noch drei weitere Jahre, bis ich mein Angestellten-Dasein beendete und den Sprung ins Ungewisse wagte. Ich nahm eine längere Auszeit, die mich in den äußersten Nordwesten der USA, nach Seattle führte. Dort lernte ich viele neue Ansätze kennen, die seither in meine Arbeit als Coach, Beraterin und Autorin eingeflossen sind und die ich ständig weiter entwickle.
Heute arbeite ich vor allem mit lebenserfahrenen Menschen, die „mehr“ vom Leben wollen. Sei es, indem sie – wie ich selber – noch einmal etwas Neues anfangen oder in und mit der Selbständigkeit eine persönliche und berufliche Entwicklung anstreben. Wenn sie bereit sind, auch neue, ungewöhnliche Ansätze auszuprobieren und einen eigenen Weg zu gehen, sind sie bei mir gut aufgehoben. Weiterlesen

Mutmacherin Lioba Heinzler im Interview

Bereits im letzten Sommer führte ich ein Gespräch mit Lioba Heinzler, einer Beratungskollegin und Mutmacherin. Nachdem ich regelmäßig an der Technik gescheitert bin (es sollte “schön” werden!), veröffentliche ich es jetzt in der unbearbeiteten Audiofassung und in schriftlicher Form.

Unser Gespräch dreht sich um bunte Lebenswege, Erkenntnisse aus vielen Jahren Selbständigkeit und die Bedeutung von Weggefährten. Mit einem Klick der rechten Maustaste lässt sich die Audio-Datei über “Ziel speichern unter” hier herunterladen: Gespräch mit Lioba Heinzler. Hier unser Gespräch zum Lesen:

Meine Gesprächspartnern ist Lioba Heinzler, Mit-Geschäftsführerin des Beratungsunternehmens „moewe Beratung in der Arbeitswelt“ in Wuppertal. Wie man wahrscheinlich gleich an der Sprache erkennen wird, stammt Frau Heinzler nicht aus dem Ruhrgebiet. Sowohl regional wie auch beruflich war es ein spannender Weg dorthin, wo sie heute steht. Über diesen Weg wollen wir miteinander sprechen. Herzlich willkommen, Frau Heinzler.

Schön, dass wir miteinander sprechen können, Frau Bergmann.

Ich freue mich, dass Sie sich die Zeit für unser Gespräch genommen haben. Starten wir mit der ersten Frage: Frau Heinzler, Sie sind zunächst den klassischen Weg einer in den 60-er Jahren geborenen Frau gegangen. Das heißt, Sie haben statt dem Abitur eine Ausbildung gemacht, was zur damaligen Zeit vielen Frauen passiert ist. In Ihrem Fall war es eine Lehre als Damenschneiderin am Staatstheater Karlsruhe. Wie ich Ihrem Lebenslauf entnommen habe, haben Sie sich schon bald nach der Ausbildung auf den Weg gemacht, in eine andere Richtung zu gehen. Das hat auch dazu geführt, dass Sie vor einigen Jahren mal als „Mutmacherin“ bezeichnet wurden. Weiterlesen