Ziele und Visionen – das Extra unseres Lebens

Als ich in der Jahresgruppe von meiner im Artikel Was wäre, wenn mein Leben perfekt wäre? beschriebenen Erkenntnis erzählte, fragte mich eine Teilnehmerin, ob Ziele und Visionen nicht ein Widerspruch dazu sind. Wenn wir unser Leben so annehmen, wie es ist, seien diese doch überflüssig.

Ich habe darauf mit folgendem Beispiel geantwortet:

Einer meiner Lieblingskuchen ist Linzer Torte. Ich mag die Mischung aus trockenem Gebäck mit saftig-süßer Note. Es besteht aus guten Zutaten, die eine perfekte Mischung für diesen Kuchen sind. So wie er ist, schmeckt er gut. Mehr braucht er nicht. Manchmal möchte ich jedoch etwas mehr und entscheide mich für eine Klecks Sahne obendrauf.

Das gilt auch für unser Leben. Wir haben es aus „unseren“ Zutaten geschaffen, aus dem, was uns zur Verfügung stand oder was wir uns genommen haben. Daraus ist ein Produkt entstanden, das seinen eigenen „Geschmack“ hat. Doch auch hier wollen wir manchmal noch ein wenig mehr – eben einen Klecks Sahne obendrauf. Das sind unsere Ziele. Sie sind das Extra, das wir dazu geben. Nicht weil es andernfalls nicht stimmt, sondern weil wir uns jetzt dafür entscheiden, dass wir es gerne anders haben. Damit steigen wir aus der Bewertung von „nicht genügen“ oder „nicht in Ordnung sein“ aus und nehmen das an, was wir geschaffen haben. Das ist die Voraussetzung für ein Leben in Leichtigkeit und Freude.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

2 Gedanken zu „Ziele und Visionen – das Extra unseres Lebens

  1. Jutta Wendt

    Grüß dich liebe Ulrike!

    Grad hab ich mich durch deine verschiedenen Beiträge gelesen – so viele Impulse zum nachdenken – ganz lieben Dank! Außerdem ist deine Webseite superschön, möchte ich an der Stelle auch gleich loswerden.

    Deine Linzer Torte … ich habe herzhaft gelacht! Denn was dir die Linzer Torte mit dem Sahnehäubchen ist, ist mir schon seit vielen Jahren der leckere saftige Zwetschendatschi … ab und zu eben mit dem Kleckschen Sahne obendrauf 🙂 Nur hätte ich es niemals so knapp und verständlich in Worte packen können.

    Danke dafür und für die weiteren MUT_imPulse – ich freue mich schon auf’s lesen. In diesem Sinne alles Liebe für dich!

    Jutta

  2. Gundel Hahn

    Liebe Ulrike,
    ich möchte gerne noch eine andere Sichtweise hinzufügen. Solange wir in einer polaren (oder auch dualen) Welt leben – was von unserem Bewußtsein abhängig ist – sind Ziele die Motivation, der Antrieb der uns wachsen läßt. Wenn wir aus dieser Sichtweise herauswachsen und die Pole wieder zusammenbringen bzw. alles aus der Ebene der zwei Seiten ein und derselben Medaille sehen können, machen wir den ersten Schritt in unsere persönliche Freiheit. Aus diesem Erkenntnisstand heraus werden wir zunehmend frei davon, etwas erreichen zu müssen oder zu wollen. Und letztendlich mündet dies in die absolut freie Wahl des Selbstausdrucks, allein aus der Leidenschaft des Herzens geboren.

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