Vom Müssen und Sollen

Kennen Sie das? Sie müssten, sollten, wollten … und dann geht nichts. So wollte ich regelmäßig Beiträge für den Blog schreiben. Ideen dafür hatte ich auch einige, schließlich bietet das (Berufs-)Leben reichlich Anregungen. Doch dann vergeht Woche um Woche. Nichts geschrieben. Mehr als drei Wochen ist dieser Monat schon alt und noch kein Beitrag!

Was tun Sie in solchen Situationen?

Ich habe mir die Freiheit genommen, dem zu folgen, was wichtig war: Pausen zu machen und die vielen Dinge, die in den letzten Wochen passiert sind, auch wirken zu lassen. Eine wichtige Hilfe dabei waren die kleinen Worte, die ich oben schon erwähnte: müssen – sollen – wollen. Sie bereiten Druck und Druck – egal, woher er kommt – erzeugt Gegendruck. Auch in Form von innerem Boykott.

Den wenigsten Menschen ist bewusst, welche Wirkung diese kleinen Worte haben und was dabei in ihrem Körper passiert. Probieren Sie es einmal aus:

  • Stellen Sie sich zunächst vor, dass alles perfekt, harmonisch und stimmig ist. Genauso wie Sie es sich wünschen. Jetzt spüren Sie, wie sich Ihr Körper in dieser Situation anfühlt.
  • Als nächstes sagen Sie sich einen Satz mit “Ich muss…”. Wie fühlt sich dieser Satz an? Wo in Ihrem Körper können Sie ihn spüren?
  • Gehen Sie zurück in die erste, die neutrale Position und nehmen Sie den Unterschied wahr.
  • Sagen Sie sich nun einen Satz mit “Ich sollte …”. Wo können Sie diesen Satz spüren? Wie fühlt er sich an?
  • Gehen Sie zum Schluss noch einmal in die neutrale Position. Das ist der Zustand, den Sie künftig regelmäßig erleben können. Es ist Ihre Entscheidung!

Wenn Sie diese Übung immer wieder einmal machen und sich so des spürbaren Unterschieds bewusst werden, verankern Sie das bessere Gefühl in Ihrem Körper. Der gibt Ihnen dann künftig ein Signal, wenn Sie im Modus des Müssen oder Sollen sind anstatt in dem Zustand, den die meisten Menschen bevorzugen: Ausgeglichenheit und Ruhe.

Dadurch erleben Sie immer öfter eine innere Freiheit, die sich zu einem Dauerzustand entwickeln kann. Vor allem, wenn Sie – wie ich diesen Monat – die Konsequenz daraus ziehen und Dinge lassen, die gerade nicht stimmig sind. Egal, was andere darüber denken mögen 🙂

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

8 Gedanken zu „Vom Müssen und Sollen

  1. Danièle Brown

    Liebe Ulrike, danke für diesen Eintrag. Gerade gestern hatte ich ein Gespräch darüber, den Unterschied zu erkennen wann Anspruch (äußerer wie innerer) mit Bedürfnissen kollidiert, bzw. verwechselt wird. Manchmal gar nicht so einfach zu erkennen. Da kann die Übung die Du beschreibst sehr hilfreich sein. Herzliche Grüsse, Danièle

  2. Monika Birkner

    Liebe Frau Bergmann,
    das ist eine sehr schöne und aufschlussreiche Übung. Unser Körper ist ein so wunderbarer Signalgeber. Es lohnt sich, gut mit ihm umzugehen und auf seine Nachrichten zu hören.

  3. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Frau Birkner,
    danke für Ihr Feedback. Welche wunderbare Signale uns unser Körper geben kann, konnte ich gestern beim Wachstumstag bei Ihnen erneut erleben. Vielen Dank, dass Sie mich so einfühsam durch einen inspirierenden Tag begleitet haben!
    Herzliche Grüße
    Ulrike Bergmann

  4. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Danièle,
    ich bin selber immer wieder überrascht, in welchem Umfang uns alte Programmierungen dazu veranlassen, unsere wahren Bedürfnisse zu übersehen. Da heißt es, achtsam zu sein, wofür unser Körper – so wir ihn “pflegen” – einen Beitrag leisten kann. Doch auch hier spielen alte Muster eine Rolle, zu denen auch die Antreiber (“Du musst” gehört dazu) gehören.
    Herzlichst, Ulrike

  5. Angelika Kindt

    Liebe Frau Bergmann, in Ihrem Artikel bin ich ganz bei Ihnen. Das Wort “muss” setzt mich (und sicher andere) unter Druck.Ich verkrampfe mich und es passiert dann gar nichts bzw. sämtliche Kreativität wird darauf verwandt, gute Ausreden zu finden, warum ich etwas nicht tun MUSS. Auch bei dem “sollte” bin ich skeptisch, denn hier gibt es auch vielfältige Möglichkeiten, irgend etwas nicht zu tun. Ich “will” impliziert für mich, Verantwortung (für mich und mein handeln) zu übernehmen.Eine Entscheidung zu treffen .Das motiviert und bringt mich weiter. Solche Rückmeldungen habe ich auch von meinen Klienten bekommen, mit denen ich das Thema “hätte, würde, könnte, sollte” durchgearbeitet habe.www.iakkindt.de

  6. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Frau Kindt,
    Ihre Beispiele sind eine schöne Ergänzung und illustrieren den Beitrag zusätzlich.
    Beim “will” ist es sehr interessant, dass hier die Gefühle sehr unterschiedlich sind: in einigen Fällen genauso wie von Ihnen beschrieben; bei anderen trat das Gegenteil ein, das heißt sie fühlten dabei auch einen Druck. Daher lohnt sich auch hier eine Überprüfung anhand des “Körpertests”.
    Beste Grüße
    Ulrike Bergmann

  7. Denise Daurer

    Liebe Ulrike,
    Danke, für dieses sehr wichtige Thema. Mir scheint, dass sich bei dem Wort “muss” nicht nur mir die Haare aufstellen. Bei mir funktioniert am besten ein Ersetzten durch “ich möchte” oder noch besser “ich möchte gerne..”. Das ist bei mir dann gleich noch einen Entscheidungshilfe, denn, wenn ich nicht möchte, muss ich wirklich?…
    Herzlich Grüße Denise

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