Raus aus der Bedürftigkeit!

Kennen Sie Menschen, die bedürftig sind? Nach Aufmerksamkeit, Anerkennung, Liebe oder was auch immer. Wie geht es Ihnen mit diesen Menschen? Fühlen Sie sich wohl in ihrer Gegenwart? Oder spüren Sie einen zunehmenden Wunsch, sich von ihnen fern zu halten? Am Anfang geht man meist noch gerne darauf ein, doch mit der Zeit wird es anstrengend, immer wieder die Bedürfnisse eines anderen, erwachsenen Menschen zu befriedigen.

Wie diese Bedürftigkeit entsteht, lässt sich gut mit dem Bild von vom halb vollen und halb leeren Glas beschreiben. In diesem Gleichnis geht es um die unterschiedliche Wahrnehmung von Menschen. Worauf sie ihre Aufmerksamkeit richten und welche Folgen dies hat. Während sich die einen auf das ausrichten, was noch vorhanden ist – die Fülle –, sehen die anderen wie im halb leeren Glas nur das, was ihnen fehlt. Damit geraten Sie zunehmend in ein Gefühl des Mangels und fühlen sich leer, benachteiligt, zurückgesetzt oder ungerecht behandelt. Doch statt zu erkennen, dass Sie etwas daran ändern können, erhoffen Sie sich die Lösung durch andere Menschen. Die sollen Ihnen geben, was Sie selber nicht haben oder von dem Sie meinen, dass es Ihnen zusteht.

Mit der Zeit hat dies verheerende Auswirkungen. Es entsteht eine Art Mangelkreislauf, der in etwas so aussieht: Mangel – Bedürftigkeit – Rückzug von anderen – Bestätigung des Mangels – steigende Bedürftigkeit – zunehmendes Mangelgefühl. Doch Mangel ist wie ein falsch gepolter, negativer Magnet, der abstoßende Wirkung entfaltet. Er stößt die Menschen ab, während Fülle, Freude und Fröhlichkeit wie ein positiver Magnet Menschen und förderliche Situationen anziehen. Und damit verstärkt sich die Wirkung weiter – in jede Richtung!

Wie lässt sich der negative Kreislauf durchbrechen?

  • Werden Sie zu einem positiven Magnet, in dem Sie sich auf das “halb volle Glas” ausrichten und sich bewusst machen, was es an Gutem,  Schönem und in reichlicher Fülle in Ihrem Leben gibt. Nach und nach werden Sie erkennen, dass bereits alles vorhanden ist, was Sie zum Leben wirklich brauchen.
  • Denken Sie daran: Alles ist perfekt, so wie es ist. Mit dieser Ausrichtung vermindern sich auch Ihre Bedürfnisse und sogar Ihre Wünsche. Sie können diese Erkenntnis noch unterstützen, in dem Sie sich sagen: Ich bin vollkommen und in Ordnung so wie ich bin.
  • Sie werden erleben, wie Ihr Herz zur Ruhe kommt und Ihr Ego Frieden findet. Es entsteht ein innerer Frieden, der auch auf Ihre Umgebung ausstrahlt und Menschen anzieht. Es ist ein wunder – volle Gefühl zu erkennen, dass die Welt voller kleiner und größerer Wunder ist und Sie dazu beitragen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit den kleinen und großen Wundern des Lebens.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 25 Jahren lebenserfahrene Frauen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufs- und Privatleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leserinnen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

2 Gedanken zu „Raus aus der Bedürftigkeit!

  1. brigitte

    liebe ulrike,
    da hast du dir ja ein spannendes thema ausgesucht und zur anregung gebracht! vielen dank dafür!
    auf deine frage: “kennen sie menschen, die bedürftig sind” antworte ich ganz klar, “ja, mich!” (und so einige andere)
    du hast mich ja in den letzen jahren so einige male nach hilfe und unterstützung suchend erfahren und mich ja auch dankenswerter weise auf unterschiedliche weise unterstützt. eine wohltuende und seltene! erfahrung, die ich nie vergessen werde. ich war tatsächlich einige jahre wie eine kugel ohne arme und beine zur tatenlosigkeit “verdammt”, ob ich nun wollte oder nicht. ich konnte es einfach nicht besser. in dieser zeit war es schwierig für mich und meine bedürfnisse “alleine” zu sorgen und ich habe gelernt um hilfe zu bitten UND meinen ganz persönlichen wert als mensch dabei nicht zu verlieren.
    aus meiner sicht gibt es zwei ebenen, um mit dem thema “bedürftigkeit” umzugehen. ich glaube auch, dass wir, je näher wir an unsere eigene innere positive quelle gelangen (und das bedarf laufender übung) desto mehr bedürfnisse können wir uns selbst im inneren befriedigen und damit aus der eigenen fülle für uns selbst und für andere schöpfen. auf der “menschlichen – dualen” übungsebene macht es uns gleichzeitig menschlich, wenn wir uns unseren übungsstatus und unsere gegenseitige “abhängigkeit” die für mich auch sinn macht, anerkennen und uns auch damit liebhaben können. insofern gibt es für mich zu diesem thema, wie zu vielen anderen dieser zeit, eine klare sowohl als auch haltung!

    herzliche grüße an alle noch übenden 🙂
    brigitte

  2. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Brigitte,
    ich stimme dir zu, dass es bei diesem Thema mehrere Ebenen gibt. Ich habe diesmal den Blickwinkel des Mangels und der daraus resultierenden Verstärkung dieses Aspekts betrachtet. Unter dem Aspekt der Anziehung ergänzen sich hier häufig zwei “Teile”: einmal die bedürftige Person und zum anderen die Menschen drumherum, die auf diese Bedürftigkeit re – agieren, also damit auf unterschiedliche Weise umgehen. Da gibt es diejenigen, die sich davon abgestoßen fühlen wie ein falsch gepolter Magnet. Von denen war im Beitrag die Rede. Doch es gibt auch die Menschen, deren Bedürfnis es ist, zu helfen und die hierfür eine “günstige” Gelegenheit erhalten. Doch auf Dauer sind diese beiden wie der Lahme und der Blinde, die sich gegenseitig stützen.
    Letztlich ist die Balance zwischen beiden Anteilen in uns wichtig, dem bedürftigen Teil und dem Teil, der auch in schwierigen Situationen noch für sich selber sorgen kann.
    Auch das erfordert Übung 😉
    Herzlichst – Ulrike

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