Zugang zur inneren Weisheit

Kürzlich schrieb ich über das Thema Bedürftigkeit. Wenn Sie sich in solch einer Situation befinden, wie gehen Sie dann vor? Holen Sie sich automatisch Hilfe bei anderen oder versuchen Sie zunächst, alleine damit zurecht zu kommen?

Ich selber habe über Jahre gewohnheitsmäßig zum Hörer gegriffen und eine meiner Freundinnen angerufen, um ihr von meinem „Leid“ zu berichten. Das war oft hilfreich, denn auszusprechen, was uns beschäftigt und bewegt, genügt häufig schon, damit es uns leichter ums Herz wird. Manches Mal erreichte ich allerdings niemanden und war auf mich selber zurück geworfen. Ich war gefordert, eine eigene Lösung zu finden und mich voll und ganz auf die jeweilige Situation einzulassen. Auf das, was ich fühlte und was mich beschäftigte.

Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich jederzeit in mir eine Lösung finden kann. Voraussetzung ist allerdings, dass ich Zugang zu meiner inneren Weisheit habe. Auf diese Quelle kann ich jederzeit zugreifen und sie nutzen. Hier einige Impulse dazu, wie Sie Zugang zu Ihrer inneren Weisheit finden.

  • Nehmen Sie sich regelmäßig – am besten täglich! – Zeit dafür, inne zu halten. Das kann in völliger Stille sein. Doch auch CDs mit Musik oder Meditationstexten sind eine gute Unterstützung, den Geist zu beruhigen. Ebenso hilft die Konzentration auf ein so genanntes Mantra, also ein Wort oder einen kurzen Satz, den Sie kontinuierlich wiederholen. Dieses Innehalten sollte mindestens 10 Minuten betragen, noch besser sind 20 bis 30 Minuten. Ich selber starte meinen Tag mit einer 30-minütigen, von Musik begleiteten „Andacht“. In dieser Zeit entstehen viele dieser Texte 🙂
  • Bitten Sie um Unterstützung für das, was Sie beschäftigt. Formulieren Sie eine Intention, also einen Ergebnissatz, der beinhaltet, was Sie sich wünschen. Zum Beispiel: Ich habe eine Lösung für … [das Thema, das Sie beschäftigt].
  • Achten Sie auf alle „Zeichen“, die Sie erhalten. Diese kommen in vielfältiger Weise: durch Kommentare oder wiederholte Hinweise von anderen… ein Buch, das Ihnen im wahrsten Sinne ins Auge fällt… ein Gedanke, der sich hartnäckig hält… Auch Körperreaktionen, und hier vor allem an der Körpervorderseite, sind solche Hinweise.

Mit der Zeit schulen Sie Ihre Fähigkeit, Ihre ganz persönlichen Lösungen zu finden oder durch die Führung Ihrer geistigen Helfer zu erhalten. Diese Helfer zeigen sich in vielfältiger Form: verkleidet als Menschen Ihrer Umgebung, oder durch Bilder, Worte oder Körperreaktionen. Entwickeln Sie eine Aufmerksamkeit für das, was geschieht, ohne sich ständig zu fragen: Was hat das zu bedeuten? Ist das eine Antwort? Damit machen Sie sich nur verrückt. Wenn Sie eine Antwort nicht gleich verstanden haben, kommt sie wieder. So lange, bis Sie die Botschaft begriffen haben.

Einen besseren Zugang zu Ihrer Sensitivität gewinnen Sie auch im „Basisseminar Sensitives Wahrnehmen“, das mein Mann regelmäßig erneut anbietet. Weitere Hinweise finden Sie auf meiner Webseite https://www.zielerreichung.de unter Termine.

Eine druckfreundlichen Fassung des Artikels finden Sie hier: Zugang zur inneren Weisheit

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 25 Jahren lebenserfahrene Frauen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufs- und Privatleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leserinnen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

2 Gedanken zu „Zugang zur inneren Weisheit

  1. brigitte brausam-hansen

    liebe ulrike,
    vielen dank für deinen – wie immer- anregenden artikel.

    was du beschreibst, kenne ich aus eigener erfahrung auch sehr gut. wir menschen werden als menschheit so langsam erwachsen und damit wachsen auch die aufgaben, die wir bekommen. 🙂

    so nehme ich auch wahr, dass wir die “lösung” für alles in uns selbst finden und werde immer mehr auf mich zurückgeworfen. nicht nur, dass ich in “schwachen” zeiten meine menschen nicht erreiche, sondern auch, dass ich auf mich zurückgeworfen werde, wenn ich sie erreiche. ein teil in mir ist dann erst mal geschockt und verletzt (wo ich doch immer so eine liebevolle zuhörerin für andere war – das meine ich jetzt mit echter selbstschätzung und gleichzeitigem nachspüren, wann es angebracht war und wann nicht). dann erlaube ich mir, diese verletztheit als ausdruck meines noch nicht ganz geheilten inneren kindes wahrzunehmen, sie anzunehmen wie sie ist, mich damit anzunehmen wie ich bin, dem anderen innerlich zu danken (in dem wissen, dass es mir hilft, auch wenn ich es noch nicht so fühlen kann) und mich dann mir selbst in meinem inneren zuzuwenden. am schwierigsten finde ich die übung, dem anderen nicht “böse” zu sein, sondern ihm wirklich aus tiefstem herzen zu danken.

    ein weiterer gedanke dazu ist:
    “etwas lösen” ist für mich eine eher männliche energie. das mitteilen, zuhören und zuhören lassen eher eine weibliche. da geht es mehr darum, auch so sein zu dürfen mit diesen “schwächen und unannehmlichkeiten”. so erlebe ich, dass ich mit meinem wunsch nach stetem kontakt zu meiner göttlichen quelle und meiner darauf ausgerichteten lebensweise (und dafür nehme ich mir täglich gerne sehr viel stille zeit) sowohl die lösende als auch die mitfühlende seite immer stärker tief in mir spüre und trage (ich glaube, das genau ist erwachsen werden) und mich dies ermächtigt, auch in meinem umgang mit anderen menschen auf diese weise zu verhalten.

    herzliche grüße aus dem sonnigen rheinland
    brigitte

  2. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Brigitte,
    danke für deinen Hinweis auf die beiden Energie-Polaritäten “lösen” und “hingeben” (meine Zusammenfassung des weiblichen Anteils) oder “aktiv” und “passiv”.
    Wir haben viele solcher Polaritäten in uns, auch wenn wir sie oft nicht wahrhaben wollen oder sogar bekämpfen. Doch letztlich geht es darum, sie in uns auszugleichen und auf diese Weise in Balance zu kommen. Wie Du beschreibst, ist dies ein Prozess, der zum erwachsen werden dazu gehört.
    Herzliche Grüße ins Rheinland
    Ulrike

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