Immer mehr des Gleichen?!

Dieser Tage bin ich über einen Satz im Buch Entscheide Dich für die Freiheit von Michael Beckwith gestoßen, der mich weiter beschäftigt:
Man bekommt nie genug von dem, was nicht befriedigt.

Er beschreibt, dass wir unsere Vorstellungen von der Sicherung unseres Lebensunterhalts unweigerlich mit dem Begriff des Geldes verknüpfen. Wir denken, dass wir wissen, was wir wollen – und stellen uns lebhaft all die materiellen Dinge vor, von denen wir glauben, dass sie uns ein angenehmes Leben sichern und uns zufriedenstellen würden.

Doch tun sie das wirklich? Oder geht es nicht um etwas anderes?


Im Grunde sehen wir uns nach etwas, das uns mehr erfüllt und befriedigt als die Dinge, die wir anfassen und in unserer Wohnung aufstellen können. Davon haben wir in unseren Breiten genug und doch wählen wir immer wieder mehr des Gleichen, Bekannten, schon x-fach Erlebten. Damit läuft der immer gleiche, bekannte Kreislauf ab aus Vorstellung (Fantasie), kurzfristiger Befriedigung und – manchmal schalem – Nachgeschmack.

Wie gelangen Sie zu einer wirklichen, tief empfundenen Zufriedenheit?

Achten Sie auf die subtilen, feinen Impulse, die in Ihnen ein Wohlgefühl auslösen.
Heute saß ich zum Beispiel mittags in der Sonne und genoss ihre Wärme auf meinem Unterleib. So hatte ich sie noch nie gespürt. Und vor allem wurde mir die Kostbarkeit dieses Moments bewusst, und wie selten ich mir die Zeit für diesen einfachen Genuss nehme.

Erkennen Sie die Schönheit, Vollkommenheit und auch Vergänglichkeit hinter dem Offensichtlichen.
Einen Blick dafür zu entwickeln, wie sich die Natur in ihren Erscheinungen stetig wandelt. Es wahrzunehmen, daraus etwas zu schöpfen und aus dem Moment heraus etwas Eigenes zu erschaffen. Vor vielen Jahren habe ich einmal mit meiner Nichte aus den fallenden Blättern eine Herbst-Collage gestaltet. Diese wandelte sich im Laufe der Zeit und zerfiel. Es gibt sogar eine eigene Kunstrichtung – Land Art -, die mit der Vergänglichkeit arbeitet.

Verbinden Sie sich immer wieder mit dem, was Ihnen wichtig ist.
Am einfachsten geschieht dies durch regelmäßige Meditation und Kontemplation. Hierbei spielt die Technik keine Rolle; vielmehr geht es darum, mit der Stille in uns in Verbindung zu treten. Sich dafür Zeit zu nehmen. Auch wenn es nur 5 oder 10 Minuten sind. Still sitzen und den eigenen Atem beobachten. Die Gedanken ziehen lassen, bis es ruhig in uns wird. Viele Menschen sagen, dass es ihnen nicht möglich sei, still zu sitzen. Ein ruhiger Spaziergang in der Natur erfüllt oft den selben Zweck, nämlich uns mit dem Wissen unserer Seele zu verbinden.

Wo haben Sie neue Wege beschritten und damit mehr Zufriedenheit erreicht?

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

4 Gedanken zu „Immer mehr des Gleichen?!

  1. Kirsten

    Liebe Ulrike,
    da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen – mir geht es auch oft so, dass ich vor lauter “Galopp, Galopp” diese Momente nicht mehr wirklich wahrnehme. Wenn ich diese Gedankenmühle nicht zur Ruhe bekomme, dann gehe ich an die Isar und mache mal Kopf- und Augenpause und laufe einfach ein Runde durch die schöne Natur. Am besten jeden Tag. Da arbeite ich noch dran 😉

  2. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Kirsten,
    da könnten wir glatt miteinander eine Vereinbarung treffen. Auch ich habe es gestern nicht mehr geschafft, den geplanten Spaziergang an den See zu machen. Doch das wird heute nachgeholt und dafür doppelt so lange gelaufen 😉
    Frohes Schaffen und bis bald!
    Ulrike

  3. Konstanze

    Liebe Frau Bergmann,
    keinen neuen, sondern den ewig alten Weg der Achtsamkeit gehe auch ich immer und immer wieder. Ich verstehe Ihre Beispiele im Text als Facetten von Achtsamkeit. Erlebe ich mich intensiv im JETZT, dann findet diese Konzentration auf das Wesentliche statt, außen und innen verbinden sich. Ich spüre mich im Kontakt mit dem, was um mich herum ist. Das kann die Natur sein, das kann meine Arbeit sein, das kann Musik sein oder Nichtstun, sitzen oder wandern … in solche Momenten glaube ich, einen Seelenspaziergang zu machen.
    Lieben Gruß, Konstanze Quirmbach

  4. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Frau Quirmbach,
    Achtsamkeit ist EIN wenn auch wichtiger Aspekt. Der andere ist, mit dem in Kontakt zu kommen, was wirklich wichtig ist. Jenseits aller Umtriebigkeit und Anforderungen im Außen. Das Augenmerk mehr und mehr darauf zu richten, erfordert Achtsamkeit für die kleinen Dinge des Lebens. Und so schließt sich der Kreis zwischen Ihrem Hinweis und meinem Beitrag. Dazu noch das schöne Bild des Seelenspaziergangs 🙂
    Liebe Grüße aus Bayern, Ulrike Bergmann

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