Die Meinung anderer geht Sie nichts an!

What You Think of Me is None of My Business.
Was Sie über mich denken, geht mich nichts an.
Terry Cole-Whittaker, spirituelle Lehrerin

Dieser Titel eines der Bücher von Terry Cole-Whittaker begleitet mich schon länger. Jetzt wurde er durch einen Blogbeitrag von Maria Hug (Anmerkung am 13.02.2015: leider nicht mehr verfügbar) wieder hervor geholt. In ihrem Artikel bietet die Beraterin eine Reihe aufschlussreicher Gedanken und eine Checkliste, mit der Sie Ihre eigene Abhängigkeit von der Meinung anderer überprüfen können und zu neuen Erkenntnissen gelangen.

Auch im Coaching taucht das Thema “Abhängigkeit von der Meinung anderer” immer wieder auf. So werden oftmals wichtige unternehmerische Entscheidungen von den Ansichten anderer abhängig gemacht werden. Das kann zu fatalen Fehleinschätzungen und falschen Schritten führen. Dann wird die Positionierung und Zielgruppenausrichtung nicht nach Kriterien wie Zugang zur Zielgruppe und Affinität zu einem Thema gewählt, sondern weil das Umfeld signalisiert, dass man für dieses oder jenes soooo gut geeignet wäre oder dafür ein dringender Bedarf besteht.

Ich möchte die Folgen an einem Beispiel illustrieren:

Kürzlich kam eine Frau zu mir in die Beratung, die sich in ihrer Selbständigkeit auf die Einzelberatung für Privatpersonen ausrichten wollte. Diese Idee war in Gesprächen mit vielen Menschen in ihrem Umfeld entstanden. Sie konnte sich auch damit identifizieren. Doch beim Schreiben ihres Businessplans wurde ihr immer deutlicher, dass dieses Konzept finanziell nicht aufgeht.
Sie begann an ihrer Geschäftsidee zu zweifeln.
Und so haben wir zunächst nach ihrem originären Thema geforscht und herausgefunden, was sie besonders macht und auszeichnet. Der Bereich, der ihr immer wieder Freude bereitet, in dem sie sich bestens auskennt und mit dem sie eine klare Ausrichtung erreichen kann. Am Ende stand ein Ansatz, der mit der ursprünglichen Idee kaum etwas zu tun hat: Unternehmensberatung mit einem sehr speziellen Fokus. Hier kann sie ihre Stärken nutzen und viele bisherige Erfahrungen einbringen, die im Businesskontext sehr gefragt sind. Das Gefühl der Erleichterung über die gewonnene Klarheit stand ihr am Ende ins Gesicht geschrieben.

Mit diesen drei Fragen entgehen Sie der “Meinungsfalle”:

  • Wo vertraue ich der Meinung anderer statt meinen eigenen Ideen zu folgen?
  • Bei welchen Punkten oder Themen ist dies in besonderem Maße der Fall?
  • Wer ist in der Lage und neutral genug, mir in solchen Situationen als Gesprächspartner zur Seite zu stehen?

Neben einem Coach können auch die Mitglieder einer MutmacherGruppe dazu beitragen, mehr zu sich selber zu stehen, sich von der Meinung anderer zu lösen und einen eigenen Weg zu gehen.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

6 Gedanken zu „Die Meinung anderer geht Sie nichts an!

  1. Anja Kolberg

    Liebe Ulrike!
    Was für ein wunderbarer Beitrag. Vielen Dank, er hat mir eine neue Sichtweise geschenkt, die ich als befreiend erlebe!
    Frühlingsgrüße aus Köln
    Anja

  2. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Anja,
    das freut mich sehr 🙂 Der Satz von Terry Cole-Whittaker ist für zu einem festen Anker im Alltag geworden. Inzwischen taucht er an wichtigen Punkte schon automatisch auf.
    Sonnige Grüße aus Bayern
    Ulrike

  3. Danièle Brown

    Liebe Ulrike, danke für diesen Artikel, den ich sofort einer Freundin weiterleiten werde, die z.Zt. hart mit den Meinungen anderer über sie zu kämpfen hat. Lieben Gruss von Danièle

  4. Sylvia Hatzl

    Liebe Ulrike,

    das kommt – wie so oft! 😉 – wie gerufen!

    Ich hatte vorhin ein Telefonat, das u.a. ein Feedback beinhaltete… eine Meinung der Person zu einer rein persönlichen Wahrnehmung ihrerseits bezüglich mir.

    Nun schwimmt durch meinen Kopf zum einen dieser Gedanke: wieviel Eigenverantwortung (der kritisierenden Person) wird bei einer solchen Meinung/ Rückmeldung/ Kritik (an den Kritisierten, also mich in diesem Fall) abgegeben?

    Zum anderen dieser Spiegel dieser Person: was macht dieses Bild mit mir? Ist es *ihre* Story – oder *meine*?

    Ganz klar *ihre*.

    Der eine sagt: “Du sprichst so laut!” Der andere sagt: “Deine Power reißt mit!” Der eine sagt: “Mach was mit deinen Sprachen!” Der andere sagt: “Du solltest Coach sein!”

    Gibt’s da nicht auch ein Märchen dazu? 😉

    Die anderen schreiben ihre eigenen Geschichten, haben ihre eigenen Vorstelllungen, ihre eigene Wahrnehmung, ihr eigenes Bewertungsschema…

    Am Ende ist die Antwort immer nur in uns selbst. Und da allein gilt es zu schauen.

    Sonnige Grüße
    Sylvia

  5. Natalie Schnack

    Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel. Ich nenne es “Fremdsteuerung” und stelle in den Coachings immer wieder fest, dass sie ein sehr verbreitertes Phänomen ist. Ich selbst versuche seit Jahren gegen meine eigene “Fremdsteuerung” anzukämpfen – es gelingt mir mal mehr mal weniger. Durch Ihren Artikel wurde mir es noch einmal bewusst, wie wichtig die Befreiung von Meinungen anderer Menschen ist.

    Herzliche Grüße
    Natalie Schnack

  6. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Vielen Dank für die vielfältigen Rückmeldungen, die weitere Facetten aufzeigen.
    @ Sylvia: Dein Beispiel zeigt die beiden Seiten: die Wahrnehmung der anderen Person ebenso wie die eigene Resonanz darauf. Dieses voneinander zu trennen, ist ein wichtiger Bestandteil des Umgangs damit.
    @ Nathalie Schnack: Erst die bewusste Wahrnehmung dieser Fremdsteuerungen ermöglicht es, sich davon zu befreien. Sonst bleiben wir Sklave der Meinungen anderer.
    @ Danièle: Vielen Dank fürs Weiterleiten!

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