Sich den Träumen stellen

Diese vier Worte standen auf dem Januarblatt des Kalenders “Karawanenweg 2013” von Karl und Jwala Gamper, der mich durch dieses Jahr begleiten wird. Als ich den Kalender bestellte, hatten mich vor allem die Bilder angesprochen,. Sie erinnern mich an zwei Wanderungen, die ich 2001 und 2005 in der Sahara unternommen habe. Beide haben viel ausgelöst und lange nachgewirkt. Durch den Kalender werde ich wieder daran erinnert. Zusätzlich inspirieren mich inzwischen auch die Worte auf den einzelnen Blättern.

Sich den Träumen stellen

Die Frage Sind Sie bereit, sich Ihren Träumen zu stellen? steht seit Beginn des Jahres im Mittelpunkt vieler Coachings und Workshops. Mit fällt immer wieder eines auf: Viele Menschen haben Angst vor Ihren Träumen. Sie fürchten sich vor dem, was damit verbunden ist: der Einsatz, der dafür erforderlich ist, ihn zu verwirklichen… die möglichen Folgen, die der Traum für Sie selber und Ihre Umgebung haben kann… Oder einfach: dass das Leben nicht mehr so sein wird wie bisher.

Das kann eintreten, muss jedoch nicht.

Meist sind die mit unseren Träumen verbundenen Veränderungen weniger gravierend als befürchtet. Mal ganz zu schweigen von den positiven Auswirkungen, die auch damit verbunden sind. Was hinter Ihren Befürchtungen steckt, entdecken Sie allerdings nur, wenn Sie sich Ihren Träumen stellen. Sich ausgiebig damit befassen, was Sie wirklich wollen. Die richtigen Fragen stellen und Ihre persönlichen Antworten finden. Dafür müssen Sie sich gedanklich ausführlicher mit Ihren Wünschen und Träumen befassen. Einschließlich der Veränderungen, Sie sich dadurch erhoffen und was Sie sich noch davon versprechen. Sobald Sie sich diesen Fragen stellen, tauchen auch Gedanken nach dem WIE auf – Wie soll das gehen? – und Zweifel, ob es überhaupt das Richtige ist. Beides gehört zusammen und bildet meist eine innere Einheit: Je mehr Sie an das denken, was Sie sich wünschen, desto mehr Bedenken tauchen auf.

Das Eine tun und das Andere nicht gleich lassen

Die wenigsten Menschen können sich nur auf das eine – die Wünsche – ausrichten und das andere – die damit einhergehenden Zweifel – ausblenden. Daher ist es sinnvoll, das eine zu tun und das andere mit einzubeziehen. Allerdings ohne sich sofort auf die einschränkenden Gedanken zu stürzen und Ihre Träume beiseite zu legen. Die Reihenfolge, in der Sie vorgehen, ist wichtig: erst die Träume konkretisieren und danach den damit verbundenen Befürchtungen einen angemessenen Raum geben. Zunächst brauchen Sie einen klaren, starken und vor allem motivierenden Traum. Etwas, das Sie auch dann noch weitermachen lässt, wenn the going gets rough  – wie die Engländer sagen. Wir würden es so ausdrücken: Wenn die See rau wird und sich Hindernisse auftun. In solchen Momenten zeigt sich, wie stark Ihr Traum wirklich ist.

Finden Sie Ihren wahren Traum

Beginnen Sie damit, dass Sie herausfinden, was Sie sich wirklich wollen. Werden Sie so konkret wie möglich. Also statt Ich bin glücklich und zufrieden in meinem Job beschreiben Sie, was genau eintreten soll. Was bedeutet für Sie glücklich und zufrieden? Wie müsste das Umfeld beschaffen sein, damit Sie glücklich und zufrieden sind? Welche Qualitäten erleben Sie, wenn Sie am richtigen Platz sind? Beschreiben Sie gewünschte Situation so spezifisch wie möglich. Versetzen Sie sich in die Zukunft und malen Sie sich alle Einzelheiten aus. Das kann zum Beispiel so aussehen: Ich bin glücklich und zufrieden, denn ich habe eine Tätigkeit gefunden, in der ich meine Talente am besten zum Ausdruck bringe. Mein Vorgesetzter und meine Kollegen schätzen meinen liebevollen Blick fürs Detail und die kritischen Fragen, die ich stelle. …. 

Schreiben Sie alles auf – oder erschaffen Sie vor Ihrem inneren Auge einen Film, der alles enthält, was für Sie zu Ihrem Traum gehört. Bleiben Sie in Verbindung mit Ihrer Idealvorstellung. Diese brauchen Sie, damit Sie sich überhaupt auf den Weg machen. Abstriche davon können Sie anschließend immer noch vornehmen. Beginnen Sie damit, Ihren inneren Horizont weit zu machen und sich alles zu erlauben, was Sie sich wünschen.
Wie bereits erwähnt, tauchen parallel dazu bereits erste Gedanken auf, die in Zweifel ziehen, was Sie sich vorstellen. Schreiben Sie diese auf, ohne ihnen zu diesem Zeitpunkt bereits weitere Aufmerksamkeit zu geben. Das kommt später. Wenn Sie sich Ihren Träumen gestellt haben. Andernfalls finden Sie nie heraus, was Sie wirklich, wirklich wollen.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

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