Ideen entstehen im Kopf, Träume im Herzen

In meinen Workshops taucht öfter die Frage auf, wodurch sich Ideen von Träumen unterscheiden. Auch einige Menschen, die ich um ein Interview für den MutmachMittwoch bat, überraschte die Frage nach ihren verwirklichten Träumen. Sie stellten fest, dass sie in ihrem Leben zwar viele Ideen umgesetzt, jedoch keine Träume verwirklicht haben. Ja, nicht einmal welche hatten, die sie umsetzen wollten. Ich nehme dies zum Anlass, mich ein wenig näher mit dieser Frage zu befassen.

Den Unterschied zwischen Ideen und Träumen habe ich in der Überschrift bereits auf den Punkt gebracht: Ideen entstehen im Kopf, Träume im Herzen. Das klingt zunächst einmal klar, ist es in der Praxis jedoch nicht. Diese Kurzbeschreibung alleine reicht nicht, um wirklich zwischen beidem zu unterscheiden. Die folgenden Impulse unterstützen Sie darin zu erkennen, ob Sie auf dem Weg zu einer Idee oder einem Traum sind.

Ideen

… entstehen, wenn wir vor eine konkrete Aufgabe gestellt werden oder für spezielle Situationen eine Lösungen finden wollen oder müssen. Dann geht es einfach darum, sich dieser Aufgabe zu stellen und dafür das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Dies erfordert eine schöpferische Leistung, Fantasie, bestimmte Fähigkeiten oder die Bereitschaft, sich diesem – selbst oder fremd bestimmten – Auftrag zu stellen.

Hier sind einige Beispiele für solche Aufträge: Bessere Wege finden, mit denen sich Kunden gewinnen lassen… ein optimales Trainingsprogramm für körperliche Fitness entwickeln… einen kindgerechten Bewegungsspielraum schaffen…

Es mag sein, dass ein solches Thema Sie sehr bewegt und vielleicht sogar im Herzen berührt. Doch entscheidend ist der Auslöser. Bei Ideen werden Sie von außen mit etwas konfrontiert; sei es, dass es als Aufgabe an Sie herangetragen wird – Beispiel: entwickeln Sie mal ein paar Vorschläge für… – oder dass Sie eine Situation oder vorhandene Umstände unerträglich finden und deshalb aktiv werden.

Wie im Beispiel der Spielplatzpaten in Mettmann. Hier sah die Initiatorin Nicola Hengst-Gohlke aus eigener Erfahrung unmittelbaren Handlungsbedarf. Sie fühlte sich veranlasst, etwas gegen Müll und Glasscherben auf dem Spielplatz ihres Sohnes zu unternehmen. Daher wurde sie 2007 aktiv und gewann Mitstreiter für ihre Idee. Es entstand eine Initiative, die sich mittlerweile zu einem Netzwerk von Menschen, Institutionen, Organisationen entwickelt hat, die sich dem Thema Stadt als Spiel-, Erlebnis- und Erfahrungsraum widmen.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Ideen entstehen oder werden entwickelt, wenn ein Thema oder eine Ausgangssituation Ihnen wichtig genug ist, dass Sie etwas verändern wollen. Oder Sie von einem Auftraggeber dafür bezahlt werden.

Träume

Im Unterschied zu Ideen haben Träume einen anderen Auslöser und nehmen einen anderen Weg. Sie entstehen im Inneren und entwickeln sich zunächst im Verborgenen. Häufig werden sie durch ein Gefühl ausgelöst, das Ihnen signalisiert, dass etwas nicht mehr stimmig ist: Ihre Beziehung… die Arbeitsstelle… Ihre Wohnumgebung… womit Sie sich regelmäßig beschäftigen… Am Anfang lässt sich dieses Gefühl noch leicht beiseite schieben. Doch mit der Zeit wird dieses stärker und Sie beginnen, sich näher damit zu befassen. Fangen an, sich hypothetische Fragen zu stellen, die gerne mit Was wäre, wenn… beginnen und in etwas so weitergehen können: … ich woanders hinziehen würde… eine erfüllte Beziehung hätte… etwas machen würde, was mit wirklich Freude macht…

Meist dauert es eine Zeit, bis die Antworten klarer werden. Damit einher gehen schnell Befürchtungen und Zweifel; Ängste tauchen auf. Will ich das wirklich? Kann ich das überhaupt? Was würden die anderen denken? Diese Fragen führen dazu, dass Sie den auftauchenden Wunsch nicht weiter verfolgen, sondern sich wieder Ihrem Alltag zuwenden. Argumente dafür finden, alles beim Alten zu belassen. Und weitermachen wie bisher.

Bis eines Tages ein weiterer Faktor hinzu kommt. Dies kann die Bemerkung eines Freundes sein… Ein Artikel, den Sie lesen und der Ihnen zeigt, dass andere gewagt haben, was Sie sich noch nicht vorstellen können… Sie erhalten erste Hinweise, wie es gehen kann. Und dies setzt weitere Überlegungen in Gang – bis Sie es wagen, Ihrem Traum einen Namen zu geben und sich weiter damit zu befassen. Von da aus geht es weiter.

Wie bei mir vor 4 Jahren: Eine Freundin erwähnte ganz nebenbei, 2009 wäre das Jahr, an dem es darum gehe, an seinem Herzensplatz anzukommen. Und plötzlich konnte ich mich dazu entscheiden, einem lange bestehenden Traum nachzugeben: ich wohne in einem Haus am Wasser. Dieser Satz stand an die zehn Jahre lang auf jedem meiner Wunschzettel – doch getan hatte ich nie etwas dafür. Bis zu diesem Moment. Ich entschied mich, nicht länger zu warten, sondern meinen Traum endlich zu verwirklichen. Ich kündigte meine Wohnung (ohne eine Alternative zu haben!) und begab mich auf die Suche nach meinem Traum-Ort. Ab diesem Moment der Entschiedenheit für meinen Traum fügte sich ein Stein zu anderen. Vier Monate später zog ich an den Starnberger See.

Träume brauchen Zeit zur Entwicklung

Auf einen kurzen Nenner gebracht, brauchen Träume einen Wachstumsraum und eine Reifezeit, ehe sie das Licht der Welt erblicken. Nur wenn sie diese erhalten, entstehen auch die Kraft und der Mut, sie zu verwirklichen.

Es gibt viele Auslöser für Träume und ebenso viele Wege, die umzusetzen. Wenn Sie (noch) keinen Traum haben, ist nichts verloren. Manches Mal dauert es, bis Sie Zugang zu etwas findet, was sich als Traum bezeichnen ließe. Lassen Sie sich Zeit und vertrauen Sie darauf, dass Sie zum rechten Zeitpunkt genau wissen, was Sie wollen. Wenn Sie sich dann dafür entscheiden, eröffnen sich auch Wege, wie Sie Ihren ganz persönlichen Traum erreichen können.

Zur Inspiration und Anregung finden Sie hier im Magazin jeweils am MutmachMittwoch Beispiele von Menschen, die sich einen Traum erfüllt haben.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

2 Gedanken zu „Ideen entstehen im Kopf, Träume im Herzen

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