Wie Entschiedenheit Ihre Ergebnisse beeinflusst

Entschiedenheit war das Schwerpunktthema beim letzten MutmacherAbend. Ein Thema, an dem viele Menschen scheitern, wenn es um die Erfüllung Ihrer Ziele oder Träume geht. Sie verkennen, welche Bedeutung Entschiedenheit hat, wenn Sie Ziele erreichen und Träume verwirklichen wollen. Das möchte ich Ihnen heute an einem persönlichen Beispiel zeigen.

Gestern bin ich zum ersten Mal in meinem Leben 33 Kilometer am Stück gelaufen. Entlang der Isar von München bis nach Wolfratshausen; durch Wald und teilweise Morast, zwischen Kanal und Fluss, über Stock und Stein. Morgens um 7.00 Uhr ging es am Marienplatz in München los und um 18 Uhr waren wir am Ziel angekommen. Dafür bin ich um 5.00 Uhr aufgestanden – nicht gerade meine gewohnte Zeit. Um 19.30 Uhr war ich wieder zu Hause und eine Stunde später bereits im Bett. Was zwischen diesen beiden Zeitpunkten lag, wäre ohne Entschiedenheit nicht möglich gewesen.

Mir war bewusst, dass diese Tour anstrengend und eine Herausforderung an Geist, Körper und Psyche werden würde. Das nahm ich in Kauf, denn ich hatte mich entschieden, an diesem Angebot teilzunehmen und auszuprobieren, ob es mir gelingen würde. Am Tag vorher wurde meine Entschiedenheit noch einmal auf die Probe gestellt. Der Wetterbericht meldete, dass die Tageshöchsttemperatur nur einstellig sein würde (und das Ende Mai!); und für den Nachmittag war sogar Regen vorhergesagt.

Wären das für viele Menschen nicht genug Gründe, ihre Teilnahme abzusagen?

Auch ich hörte Fragen wie diese:

Willst Du das wirklich machen? Warum tust Du Dir das an? Was willst Du damit erreichen?

Diese gingen beim einen Ohr rein und beim anderen wieder raus. Überraschenderweise tangierten sie mich diesmal überhaupt nicht. Und ich bin sehr froh darüber. Denn diese 30 Kilometer haben mir Türen zu einer außerordentlichen Erfahrung geöffnet. Und mir noch einmal bestätigt, warum Entschiedenheit so wichtig ist, wenn wir im Leben etwas erreichen wollen.

Hier fünf Gründe:

1. Entschiedenheit bedeutet, ohne Wenn und Aber zu handeln

Voraussetzung ist, dass Sie wissen, was Sie erreichen wollen und Ihr Vorhaben überprüft haben. Sie kennen Ihre persönlichen Gründe dafür und haben sich bewusst entschieden. Dies gibt Ihnen eine Ausrichtung und Klarheit, die dazu führt, dass Sie nichts mehr abhalten kann. Sie handeln einfach und gehen Ihren Weg. Punkt.

2. Entschiedenheit hinterfragt nicht

Auch als am Tag zuvor der Wetterbericht signalisierte, dass es eine sehr nasse Erfahrung werden könnte, kam kein Moment lang ein Zweifel auf, ob ich mitmachen würde. Ich war voll und ganz entschieden und wollte diese Erfahrung machen. Wozu also die Saat des Zweifels säen? Ich wusste im Wesentlichen, worauf ich mich einließ – und alles andere war eine Frage der Kleidung.

3. Entschiedenheit eröffnet neue Möglichkeiten

Wenn keine Zweifel (mehr) vorhanden sind, entstehen Möglichkeiten, wo vorher keine vorhanden oder erkennbar waren. Ich war noch nie eine derart lange Strecke am Stück gelaufen und konnte auf keine früheren Erfahrungen zurückgreifen. Also vertraute ich auf die Weisheit meines Körpers und darauf, dass er mir alles zeigen würde, um dieser Herausforderung zu begegnen. Das war dann auch der Fall.

4. Entschiedenheit stellt andere Fragen

Während wir häufig Fragen nach dem Wie (… kann es gehen?) stellen, begleiteten mich an diesem Tag vor allem Abwandlungen der Frage Was ist erforderlich, damit…? Mich bewegten vor allem die Aspekte Leichtigkeit und Ausdauer. Dazu tauchten immer wieder Impulse auf, die ich in anderen Situationen gehört oder selbst erlebt hatte. Auf diese konnte ich nun zurückgreifen und sie für mein Abenteuer nutzen.

5. Entschiedenheit ebnet den Weg

Mit 100% Entschiedenheit gibt es nur sehr wenig, was uns von unserem Vorhaben abbringen kann. Es öffnen sich Türen, die zuvor nicht sichtbar oder verschlossen waren… es entstehen Verbindungen, die uns weiterbringen… Kräfte werden verfügbar, die nur darauf gewartet haben, uns zur Verfügung zu stehen… Schritt für Schritt entsteht der passende Weg, der Sie an Ihr Ziel bringt.

Im Verlauf meiner Wanderung kam ich wieder in Kontakt mit meiner inneren Kraftquelle, die mir schon oft in schwierigen Situationen geholfen hat. Nach und nach entstand das Gefühl, dass kein Weg zu weit wäre, und ich nach einer Ruhepause „bis nach Rom weiterlaufen könnte“.

Zugegeben: der Tag danach ist schwierig. Ich spüre meinen Körper sehr deutlich. Jedes Mal, wenn ich aufstehe, weiß ich, was ich getan habe. Doch das ändert nichts daran, dass ich es immer wieder machen würde. Denn die damit verbundenen Erfahrungen überwiegen alle Nachwirkungen 🙂

Wofür sind Sie entschieden? Was wollen Sie in diesem Jahr noch erreichen?

Noch liegen sieben Monate vor Ihnen. Eine lange Zeit, wenn Sie diese sinnvoll nutzen. Ignorieren Sie Ihre Zweifel und starten Sie mit einem ersten kleinen Schritt. Wenn Sie dafür Unterstützung brauchen, melden Sie sich. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie zu Entschiedenheit und damit zu Ergebnissen gelangen können. Ein erster Schritt ist, einen klaren Fokus zu haben, wohin Ihre Reise gehen soll. Damit werden auch die nächsten Schritte leichter 🙂

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

10 Gedanken zu „Wie Entschiedenheit Ihre Ergebnisse beeinflusst

  1. sabine scheibner

    Liebe Ulrike Bergmann,

    ja, genau, das erlebe ich auch immer wieder: die Frage nach der Entschiedenheit, die Klarheit zum Ja oder Nein.

    Je älter ich werde, um so besser gelingt es mir, vermutlich, weil ich einfach schon so viele Erfahrungen machen durfte, in die eine wie in die andere Richtung.

    Auch ist es immer wieder schön, so deutlich zu spüren, was ich will, was traue ich mir zu, um mich dann auszurichten. Der Bericht über die Wanderung hat uns auf jedem Fall lustvoll angeregt, den Weg auch zu gehen.

    Vielen Dank für diesen Impuls!!!!
    Sabine Scheibner

  2. Petra Schuseil

    Liebe Ulrike,

    ich habe Deinen Artikel gerne gelesen. Das sind wirklich außergewöhnliche Erfahrungen: 30 Kilometer am Stück laufen. Hab ich noch nicht gemacht. (dafür schon länger am Stück Fahrrad gefahren, was schon nicht mehr ganz so ungewöhnlich ist).

    Ich konnte gut nachvollziehen, dass Entschiedenheit eine ungeheure Kraft und auch Klarheit schenkt. Danke dass Du Deine Erfahrungen geteilt hast. Mich hat’s inspiriert.

    Herzlich, Petra

  3. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Petra, liebe Sabine,

    herzlichen Dank für Euer Feedback zu meinen Erfahrungen.

    Besonders gut war die (wiederholte) Erfahrung, was es bedeutet, neben der Entschiedenheit auch noch sehr präsent im Jetzt zu sein. Wie gut, dass ich am Wochenende vorher in England zahlreiche Impulse dazu erhalten hatte. Das hat zusätzlich geholfen.

    @ Petra: Mit dem Fahhrad habe ich in den letzten Jahren immer wieder einmal Touren von 60 km gemacht, doch das Laufen und dazu noch mit Gepäck war noch einmal eine gänzlich andere Erfahrung.

    Herzliche Grüße und entschiedene Handlungen!
    Ulrike

  4. K.I.Piechotta

    Hallo Frau Bergmann,
    ich lese heute das zweite Mal diesen Artkel – kein Wunder, denn Entschiedenheit (bzw. Unentschlossenheit) ist momentan ein Riesenthema bei mir. Dabei ist mir jetzt die Unterschied zwischen den Fragen (zu Punkt 4.) bewusst aufgefallen und – JA, es stimmt!!! Wenn ich mich entschieden habe, so wirklich und unwiderlegbar, dann zielt die Frage auf die Suche nach den konkreten Tools. Dabei ist mir die Situation eingefallen, wenn ich Kuchen backen will: Wenn ich mich dazu entschlossen habe, dann weiß ich im Grunde schon wie und suche nur noch die Zutaten zusammen. Dann pack ich die Sache einfach, ich mache es und FERTIG!
    Danke sehr, dass ich mich bewusst an dieses Gefühl erinnern konnte. Es wird für mich in der nächsten Zeit ein toller Anker werden.
    Ich wünsche ein schönes Wochenende,
    Ilka

  5. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Frau Piechotta,
    vielen Dank für Ihre Rückmeldung und das Beispiel mit dem Kuchen.
    Eine gute Frage ist “Wie entschieden bin ich?” und dabei auf Ihre innere Resonanz zu achten. Sie sagt Ihnen genau, ob Sie entschieden sind oder nicht. Und dann können Sie wählen, was Sie machen wollen: Blockaden auflösen oder das Thema einfach lassen. Zum “Lassen” finden Sie hier noch einen Beitrag, der dieses Thema ergänzt.
    Herzliche Grüße
    Ulrike Bergmann

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