Ulrike Bergmann: Wie alles begann

UBergmann_03_kleinIn meiner Reihe von Interviews mit Traumverwirklichern konnten Sie bislang 23 Beiträge lesen. Zwischendurch fragte mich eine Gesprächspartnerin, was denn aus meinen eigenen Träumen geworden sei. Dazu vermisse sie etwas im Magazin. So nehme ich den Ball auf und führe aus Anlass meines Blog-Jubiläums – im gleichen Stil wie alle bisherigen – ein Gespräch mit mir selber. Dafür gehe ich an den Anfang zurück zu meinem ersten Traum, mit dem alles begann. Damit kennen Sie zwar noch nicht die ganze Geschichte, doch zumindest den Startpunkt 😉

Jeder Traum beginnt mit einer Frage. Mit welcher Frage hat Ihr Traum begonnen?
Mein erster bewusster Traum begann nicht mit einer konkreten Frage, sondern mit einem Gefühl, das seither immer wieder aufgetaucht hat: Wo bin ich wirklich Zuhause?
Das war auf dem Rückflug von Portugal. Dort hatte ich mit meinen Eltern zwei Jahre verbracht und war zur Schule gegangen. Für mich war es die beste Zeit meiner Jugend und ein großartiges Erlebnis von Freiheit, Wachstum und Verbundenheit. Nach dieser Erfahrung war die Rückkehr nach Deutschland – genauer: nach Mühldorf am Inn – ein ziemlicher Schock. Als ich im Flieger saß, ahnte ich noch nicht, wie unglücklich ich die folgenden drei Jahre in der oberbayerischen Provinz sein würde.

Werden wir konkret: Welchen Traum haben Sie verwirklicht?
Die Teilnahme am Studentenaustausch der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft (DKG). Auf dem schon erwähnten Rückflug las ich im Bordmagazin der Lufthansa einen Artikel darüber und wusste sofort: Das ist es!
Dieser Aufenthalt hatte einen enormen Einfluss auf mein weiteres Leben. Dadurch bekam ich meinen späteren Job, und er trug auch dazu bei, dass ich heute als Mutmacherin unterwegs bin.

Manche Träume brauchen ihre Zeit. Wie lange hat es bei Ihnen gedauert, von der ersten Idee bis Sie Ihren Traum verwirklicht hatten?
Insgesamt dauerte es sechs Jahre, bis ich in der Hauptstadt Ottawa zum ersten Mal den Fuß auf kanadischen Boden setzte.
Zurück in Deutschland hatte ich noch drei Jahre Schule vor mir, ehe ich überhaupt daran denken konnte, mich für das Austauschprogramm zu bewerben. Gleich zu Beginn des Studiums fragte ich nach den Voraussetzungen und erfuhr, dass eine Teilnahme erst ab dem 3. Semester möglich war.
Ich studierte Rechtswissenschaften in einem Modell-Studium, bei dem die Referendarzeit ins Studium integriert war und es die üblichen Semesterferien im Sommer nicht gab. Es blieb ein einziger Sommer, in dem die Teilnahme überhaupt möglich war.
Doch ich war wild entschlossen, daran teilzunehmen. Zwei Jahre nach Beginn des Studiums war es soweit: ich sandte meine Unterlagen ein, durchlief den Auswahlprozess und wurde angenommen. Damit war es nicht getan, jetzt begannen die Herausforderungen.

Der direkte Weg ist selten der kürzeste. Welchen Herausforderungen und Hindernissen sind Sie begegnet und wie sind Sie damit umgegangen?
Die Zusage ging an rund 60 Personen, von denen 35 tatsächlich teilnehmen konnten. Die Reihenfolge hing davon ab, wann der Teilnahmebetrag auf dem Konto der DKG einging. Ich rief meine Mutter an, damit sie die Überweisung erledigte – und wartete ab. Welch‘ ein Schreck, als ich den nächsten Brief öffnete und erfuhr, dass ich nur auf Platz 16 der Reserveliste stand! Meine Mutter schwor, dass sie sofort zur Bank gegangen war und die Überweisung erledigt hatte. Und selbst wenn es anders gewesen wäre, konnte ich an der Reihenfolge nichts mehr ändern. Bis zum Abflug Mitte Juli waren es noch vier Monate.
Also hoffte und vertraute ich, dass ich doch noch dabei sei würde. Nach Auskunft der Mitarbeiterin, die ich in den nächsten Monaten sicher manches Mal nervte, war dies durchaus möglich. In schöner Regelmäßigkeit rief ich bei der DKG an und sagte ihnen jedes Mal: Ich kann nur in diesem Sommer teilnehmen und mache auch nichts anderes. Sie können mir bis zum letzten Tag Bescheid geben. Zwei Wochen vor dem Abflugtermin war ich bis auf den vorletzten Platz vorgerückt. Erneut teilte betonte ich, dass ich keine anderen Pläne hätte und mitfliegen könnte. Vier Tage vor Abflug kam der erlösende Anruf: Sie sind dabei!

Erfolge entstehen mit anderen. Wer und was hat Sie dabei unterstützt, Ihren Traum zu verwirklichen?
Zum einen die finanzielle Unterstützung meiner Eltern, durch die ich überhaupt erst teilnehmen konnte. Ich wollte nach Kanada und war glücklich, dass sie mich aus ihren eigenen Beweggründen darin unterstützten.
Am stärksten war jedoch meine Eigenmotivation, meine Klarheit und Ausrichtung auf dieses eine Ziel hin. Ich habe bis zuletzt an den Erfolg geglaubt. Das war nicht bei allen Träumen der Fall; doch habe ich mich bei späteren Gelegenheiten immer an diese erste Erfahrung erinnert.

Erkenntnisse sind die Schatzkiste des Erfolgs. Was waren Ihre wichtigsten Erkenntnisse auf dem Weg?
Es sind im Wesentlichen drei Erkenntnisse, die mich seither auf meinem Weg begleitet haben:
Wer zu früh aufgibt, begräbt seine Träume. Solange ich mit meinem Vorhaben verbunden bleibe, eröffnen sich Mittel und Wege, es auch zu erreichen.
Entschiedenheit ist der Schlüssel zum Erfolg. Für mich gab es nichts, was mich von diesem Traum abhalten konnte und daher blieb ich am Ball.
Vertrauen in meinen Traum und seine Verwirklichung. Es gab nie einen Zweifel daran, dass dies genau das war, was ich wollte und dass ich es schaffen würde – auch wenn die Bedingungen zunächst nicht danach aussahen.

Ausblick in die Zukunft: Welcher Traum wollen Sie als nächstes verwirklichen?
Mein nächstes Vorhaben ist es, das MutmacherPrinzip® zu verbreiten. Damit gebe ich Menschen ein Werkzeug, mit dem sie ihren eigenen Weg finden und ihn vertrauensvoll gehen. Es zeigt auch, wie sich persönlichen Ziele und unternehmerischen Träume leicht verwirklichen lassen.
Dazu schreibe ich derzeit ein Buch, das im März 2014 herauskommt. Es nimmt die Leserinnen und Leser an der Hand und ermutigt sie, Schritt für Schritt ihrem persönlichen Weg zu folgen.

Herzlichen Dank an alle Leserinnen und Leser, die diese Interviews lesen und mir Hinweise auf interessante Gesprächspartner geben.
Im nächsten Gespräch mit Rita Capitain dreht sich darum, wie wir am Ende des Lebens zurückkehren in den Kreislauf der Natur.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

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