Wenn ich könnte, wie ich wollte…

Denken_FragenIm Mittelpunkt des letzten MutmacherAbends stand die Frage: Wie finde ich heraus, was ich wirklich will? Der Resonanz nach zu urteilen, beschäftigt diese Frage viele Menschen. Wenn Sie dazu gehören, finden Sie hier einen Satzanfang und vier Anregungen, mit denen Sie erste Klarheit gewinnen.

Dies ist Ihre Aufgabe: Finden Sie mindestens zehn – besser noch 20 – Ergänzungen zu diesem Satzanfang:

Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich…

Hier eine beispielhafte Liste:

  • mich von Ballast trennen
  • meine Wohnsituation ändern
  • meinen Job kündigen
  • ein halbes Jahr nach Italien gehen
  • mal eine Zeitlang nichts tun
  • meinen Chef deutlich sagen, was ich von seinen ständigen Neuerungen halte
  • mich beruflich verändern
  • einen eigenen Laden aufmachen
  • mit meinem Freund zusammenziehen
  • mich auf die Position XY bewerben
  • usw.

Wie dieses Beispiel zeigt, können sehr unterschiedliche Punkte zusammenkommen: von privaten Wünschen über Unerledigtes bis zu beruflichen Veränderungen. Mit den folgenden vier Anregungen gelangen Sie anschließend zu weiteren Erkenntnissen.

1. Antworten sortieren

Unterteilen Sie Ihre Punkte in private und berufliche Themen. Damit erkennen Sie schnell, wo Ihr Schwerpunkt liegt. Manches kann auch in beide Bereiche fallen; im obigen Beispiel wäre dies bei „nach Italien gehen“ möglich. Ordnen Sie solche Punkte beiden Bereichen zu.

2. Bedürfnisse erkennen

Was steckt hinter den einzelnen Punkten auf Ihrer Liste? Hinter einem Wunsch wie meinem Chef deutlich zu sagen, was ich von seinen ständigen Neuerungen halte, stecken unterschiedliche Auslöser und damit auch Bedürfnisse.
Beispiele: der Wunsch nach mehr Anerkennung… Unzufriedenheit darüber, dass Sie Ihre Fähigkeiten oder Erfahrungen zu wenig einbringen können… Frustration mit Ihrer berufliche Situation insgesamt… oder die Tatsache, dass Sie zu viel / zu wenig zu tun haben…

Fragen Sie sich bei jedem Punkt: Wohin soll es führen? 
Dadurch erkennen Sie, welche Bedürfnisse sich hinter Ihren Wünschen verbergen. Hier einige Bedürfnisse, die darin stecken können: Anerkennung… Gehör finden… Zugehörigkeit… selbständiges Arbeiten… Selbstbestimmung… Mit diesem Wissen lassen sich konkrete Ideen entwickeln und Veränderungen einleiten.

3. Verbindungen herstellen

Was hängt miteinander zusammen oder baut aufeinander auf? Welcher Punkt „füttert“ einen anderen oder zieht ihn nach sich? Damit lässt das Gefühl der Überwältigung etwas nach, das mit dieser Aufgabe (“So viele unterschiedliche Themen! Wo fange ich nur an?!”) einhergehen kann. Sie erkennen Zusammenhänge, die zuvor so nicht sichtbar waren, können leichter Prioritäten festlegen und sich für oder gegen einzelne Punkte entscheiden.
Beispiel: Der Wunsch, mit Ihrem Partner zusammenzuziehen, kann mit dem Wunsch nach einer neuen Wohnung, einem anderen Wohnort oder sogar einer Kündigung verknüpft sein.

4. Widersprüche erkennen

Ihre Liste zeigt Ihnen auch, wo Widersprüche vorhanden sind. In der Beispiel-Liste wären dies: mich auf die Position XY bewerben sowie mal eine Zeit lang nichts tun. Beides zusammen geht nicht. Doch mit den drei Schritten zuvor haben Sie bereits einige Klarheit gewonnen und wissen nun, welche Bedürfnisse dahinter stecken und was JETZT wirklich wichtig ist. Zugleich lassen sich leichter Ideen entwickeln, wie der andere Wunsch auch noch wahr werden kann. Wie wäre es mit einer kleinen Auszeit, ehe Sie den neuen Job anfangen 😉

Wenn Sie alle Schritte durchlaufen haben, schreiben Sie zu jedem Punkt auf Ihrer Liste alles auf, was Ihnen dazu einfällt. Egal, wie sinnvoll ein Gedanke auf den ersten Blick erscheint. Zensieren Sie nichts, sondern bringen Sie es einfach zu Papier. Jeder Impuls zählt, denn es können darin wichtige Hinweise stecken, die Ihnen erst nach einiger Zeit auffallen und andernfalls hinten runterfallen.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

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