Mut-Fähigkeiten trainieren: 3 einfache Übungen

Wie Sie im Beitrag Was ist für Sie eigentlich Mut? schon erfahren haben, gibt es Situationen, in denen es leichter fällt als in anderen, mutig zu handeln. Wenn Sie häufig feststellen, dass es Ihnen an Mut fehlt, ist es an der Zeit, Ihren “Mut-Muskel” zu trainieren. Mut hat viel damit zu tun, dass wir eine Situation noch nicht kennen und daher unsicher sind. Mit den folgenden drei Aufgaben begeben Sie sich in unbekannte Gefilde, probieren etwas aus und machen darüber neue Erfahrungen. Das darf auch Spaß machen 🙂

Hier meine drei liebsten Übungen, die Sie mit wenig Aufwand machen können.

So tun als ob

Sie wären in einer bestimmten Situation gerne so mutig wie jemand anderes? Nehmen Sie sich das Auftreten dieser Person zum Vorbild. Stellen Sie sich vor, Sie müssten etwas Ähnliches erreichen. Was gehört alles dazu? Auftreten – Haltung – Umgebung …? Machen Sie alles nach und handeln Sie. Das nennt man auch „tun als ob“ und ist ein wunderbares Mittel, die eigenen Grenzen zu erweitern. Wenn Sie Ihr Vorbild kennen, können Sie auch fragen, wie sie oder er es schafft, so … [gelassen / entspannt / frech / direkt / mutig] zu handeln.

Über sich hinaus wachsen

Wählen Sie hierfür eine Aufgabe, mit der Sie sich regelmäßig schwer tun. Nehmen Sie sich für diese Woche vor, mindestens dreimal über sich hinauszuwachsen und etwas zu tun, was Sie bislang nicht getan haben. Auch wenn Sie es alleine könnten. Diesmal nicht!
Hier ein paar Beispiele, was dies sein kann:

  • Jemandem ein Kompliment zu einem Schmuckstück, einem anderen Accessoire oder der Frisur machen. Wählen Sie zu Anfang etwas Einfaches, ehe Sie zu einem späteren Zeitpunkt auf persönliche Merkmale (Lächeln, Bewegung, Sprache) eingehen.
  • Nach einer Straße oder einem Weg fragen statt weiter danach zu suchen: Können Sie mir bitte sagen, wie ich in die X-Straße… am schnellsten von hier nach [Ort] komme?
  • Um Hilfe bitten für etwas, was Ihnen schwer fällt – auch wenn Sie es alleine könnten: die Tasche oder den Koffer ins Ablagefach hieven… den Kinderwagen die Treppe hinauftragen… einen Zettel lesen, weil Sie die Brille vergessen haben…

Entscheiden Sie, was dies ist und packen Sie es an. Diese Übung können Sie regelmäßig wiederholen und so Ihr Mut-Niveau kontinuierlich steigern.

Position beziehen

Wählen Sie eine Situation, in der Sie bislang regelmäßig einknicken – und beziehen Sie Position. Hier wieder einige Beispiele, was dies sein kann und wie Sie sich behaupten:

  • Sie sind anderer Meinung  als die Mehrheit… Sagen Sie, dass und warum Sie anderer Meinung sind: Diese Meinung teile ich nicht. Ich bin zwar auch davon überzeugt, dass wir eine Lösung brauchen. Allerdings halte ich die bisherigen Vorschläge für zu aufwändig. Und zwar aus zwei Gründen: erstens binden wir damit Kapazitäten, die uns dann anderswo fehlen. Zweitens müsste sich das gleiche Ergebnis auch mit weniger Aufwand erledigen lassen. … Damit haben Sie eine Idee, wie das gehen könnte.
  • Sie fühlen sich überfahren und lassen etwas mit sich machen, was Sie nicht wollen… Gebieten Sie Ihrem Gegenüber Einhalt durch ein Stopp mal! Das möchte ich nicht!
  • Sie sagen immer wieder Ja… Es genügt ein einfaches Nein – heute / diesmal nicht…  oder Sie machen einen Gegenvorschlag…

Was auch immer es ist, Sie fordern damit den Teil in sich heraus, der große Angst hat vorm Scheitern und sich lächerlich machen.

Nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor – und vor allem, überfordern Sie sich nicht. Wählen Sie lieber einen kleinen Aspekt, mit dem Sie beginnen. Andernfalls bekommen Sie Muskelkater und der hindert Sie dann an weiteren Aktivitäten 😉
Mit Ihren ersten positiven Erfahrungen können sie sich an größere Dinge wagen. Schreiben Sie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse auf. Dabei werden Sie feststellen, dass es doch leichter ist als befürchtet. Und irgendwann macht es sogar Spaß, sich neuen Mut-Situationen zu stellen.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

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