Leichtigkeit erleben: zwei einfache Übungen

Töpfermarkt_Kind-Vogel„Arbeitsentlastung. Reduzieren. Weniger ist mehr.“ – das ist das Thema des diesjährigen Adventskalenders von Petra Schuseil. Ich habe gerne zugesagt, einen Beitrag dafür zu schreiben, doch dann habe ich mich etwas schwer damit getan. Meine Assoziationen zu diesem Thema landeten automatisch beim TUN, also bei Aktivitäten. Ich habe überlegt, welche tollen Übungen oder Fragen ich Ihnen dazu geben könnte. Doch nichts davon fühlte sich passend an. Immerhin möchte ich Sie ermutigen und Ihnen keine weiteren Aufgaben zumuten 😉

Schließlich bin ich bei einem Punkt gelandet, der für mich Voraussetzung ist für Entlastung, Reduktion und Weniger: Leichtigkeit. Daher dreht sich mein Beitrag um die Frage: Wie erlebe ich mehr Leichtigkeit?

Wir denken oft, dass Leichtigkeit entsteht, wenn äußere Begrenzungen, Herausforderungen oder Hindernisse verschwinden. Oder wenn wir uns entlasten, reduzieren oder loslassen. Also konzentrieren wir uns darauf, diese äußeren Bedingungen zu verändern. Manchmal arbeiten wir sogar “hart” dafür, dass mehr Leichtigkeit entsteht. Doch das Gegenteil ist der Fall. Das liegt daran, dass es nicht darum geht, etwas zu tun oder zu lassen, sondern uns bewusst für eine andere Haltung zu entscheiden.

Dazu müssen Sie sich zunächst bewusst machen, dass Sie diese Wahl haben und entscheiden können, mit welcher Grundhaltung Sie an Aufgaben herangehen. Wir wählen jeden Tag aus einer Vielzahl von Möglichkeiten: wir entscheiden, was wir tun und was wir lassen. Wir entscheiden auch, ob wir uns über etwas ärgern, neutral sind oder uns freuen. Selbst wenn uns dies selten bewusst ist.

Wie wäre es damit, sich einmal bewusst für mehr Leichtigkeit zu entscheiden?

Manche meiner KundInnen schnappen zunächst innerlich oder auch äußerlich nach Luft, wenn ich ihnen diese Frage stelle. Mich für Leichtigkeit entscheiden? Wie soll das gehen?! Gleich danach kommen die gewohnten Abwehrmechanismen: Ich muss doch… Das geht doch nicht… Wo kämen wir dann hin…

Das sind alles erlernte Muster, die wir über Jahrzehnte eingeübt haben. Sie haben uns dorthin gebracht haben, wo wir heute stehen. Mit Kraft, Anstrengung und Energieeinsatz haben wir viel erreicht und einiges an Erfolgen vorzuweisen. Doch sind wir auch zufrieden damit? Welchen Preis haben wir dafür bezahlt? Wollen wir damit weitermachen, bis wir eines Tages in die Grube sinken? Oder wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, doch mal etwas anderes auszuprobieren?

Langfristige Veränderungen entstehen und geschehen in der Regel nur in kleinen Schritten. Alles andere geben wir genauso schnell wieder auf wie wir es begonnen haben. Daher biete ich Ihnen hier zwei kleine Übungen, mit denen Sie erste Schritte zu mehr Leichtigkeit machen können.

Wahrnehmen, was ist

Meist können wir nicht auf Anhieb feststellen, in welchem Zustand wir uns gerade befinden. Daher hilft es, immer wieder kurz innezuhalten und einen Körperscan vorzunehmen. Bleiben Sie für eine Minute mit voller Aufmerksamkeit bei Ihrem Körper und nehmen Sie einfach nur wahr, wie sich die einzelnen Partien anfühlen: Leicht oder schwer? Angespannt oder entspannt? Verändern Sie nichts, sondern beobachten Sie nur, was vorhanden ist.
Je länger Sie dabei bleiben, desto stärker erleben Sie, wie sich Kleinigkeiten verändern. Der Puls verlangsamt sich… das zuvor wahrgenommene Vibrieren lässt nach… Sie atmen ruhiger… Dies alles geschieht, ohne dass Sie etwas dafür tun müssen, sondern einfach durch Ihre Aufmerksamkeit.

Im Gehen meditieren

Nutzen Sie Ihren nächsten Spaziergang dazu, beim Gehen einer der folgenden Übungen zu machen.

  • Atmen Sie bewusst drei Schritte lang ein und dann vier Schritte lang aus. Sie können beim Einatmen auch ein Zustandswort denken, wie Friede, Liebe, Stille, Ruhe…
  • Eine Abwandlung davon ist, beim Einatmen ein Wort und beim Ausatmen ein anderes Wort zu denken. Zum Beispiel LIEBE einatmen und FRIEDE ausatmen. Dabei werden Sie feststellen, wie sich eine größere Leichtigkeit in Ihnen ausbreitet.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich – gerade in der Vorweihnachtswoche – immer wieder bewusst für mehr Leichtigkeit entscheiden und mehr davon erleben.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 25 Jahren lebenserfahrene Frauen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufs- und Privatleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leserinnen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

4 Gedanken zu „Leichtigkeit erleben: zwei einfache Übungen

  1. Natalie Schnack

    Liebe Ulrike,
    Leichtigkeit ist gut, Leichtigkeit ist sehr gut! Kann ich sehr gut gebrauchen gerade.
    Danke für die wunderbaren Übungen, probiere ich morgen gleich aus 🙂
    Herzliche Grüße
    Natalie

  2. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Natalie,
    Leichtigkeit wünschen sich – gerade vor Weihnachten – die meisten Menschen. Doch die meisten konzentrieren sich auf andere Dinge…
    Das Schöne an den beiden Übungen: sie sind superleicht in den Allgtag zu integrieren 🙂
    Herzlichst, Ulrike

  3. Petra

    Liebe Ulrike, herzlichen Dank für Deinen schönen “leichten” Beitrag zur Blog-Adventskalenderaktion. Ich bin nun wieder am Zürichsee und werde gleich noch eine Runde rausgehen und atmen so wie Du es hier vorschlägst. Schön!
    Schöne Tage und auch Weihnachtstage wünsche ich Dir – mit viel Leichtigkeit.
    Herzlich. Petra

  4. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Danke, liebe Petra, für Deine Rückmeldung. Es war wieder ein Vergnügen, an Deiner Aktion teilzunehmen. DAnke, dass Du diese wunderbare Idee hattest 🙂
    Schöne und leichte Weihnachtstage wünsche ich Dir!
    Herzliche Grüße von See zu See
    Ulrike

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