Natalie Schnack: Improvisation als Lebenshaltung

Schnack_PorträtMeine Gesprächspartnerin dieser Woche habe ich über die sozialen Medien und ihr Thema Selbstbehauptung kennengelernt. Im Sommer 2013 hatte ergab sich die Gelegenheit, Natalie Schnack in einem Workshop bei Gitte Härter etwas näher kennenzulernen. Als sie vor Weihnachten zu einem Workshop am Starnberger See war, haben wir uns getroffen und festgestellt, dass wir eine gemeinsame Wellenlänge haben. Daher habe ich mich sehr über ihre Zusage zu diesem Gespräch gefreut,

Jeder Traum beginnt mit einer Frage. Mit welcher Frage hat dein Traum begonnen?
Na da fragst du mich was, Ulrike. Ich habe so viele Träume, die in Erfüllung gegangen sind:

  • Der Traum von der Selbstständigkeit – habe ich mir vor 4 Jahren erfüllt. Die Frage dazu war: Soll es etwa alles sein?
  • Der Traum vom eigenen Buch – habe ich mir mit „30 Minuten Selbstbehauptung“ im letzten und mit „Leise überzeugen“ in einem Jahr gleich zweimal erfüllt. Die Frage dazu war: Ist es auch für mich möglich?
  • Und viele weitere…

Werden wir konkret: Welchen Traum hast du verwirklicht?
Ok, ich entscheide mich für den Traum, Improvisationstheater in meiner Arbeit anzuwenden.
Die Frage dazu kam, als ich vor ca. vier Jahren mit dem Improvisationstheater-Spielen angefangen habe: Das muss man doch auch im Coaching nutzen können – wie schaffe ich das?

Schnack_Impro-live

Quelle: impro-live Akademie, Berlin

Manche Träume brauchen ihre Zeit. Wie lange hat es bei dir gedauert, von der ersten Idee bis du deinen Traum verwirklicht hast?
Es hat nicht so lange gedauert, ca. ein Jahr bis zum tatsächlichen Start. In diesem Jahr habe ich mich auf die Suche nach Gleichgesinnten und Aus- und Fortbildungen gemacht. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich die erste war, die auf diese Idee gekommen ist. Und tatsächlich fand ich die impro-live-Akademie in Berlin. Sie bietet übrigens bis heute die einzige fundierte Ausbildung zur Angewandten Improvisation weltweit. Seit zwei Jahren bin ich zertifizierte Trainerin für Angewandte Improvisation und arbeite seit Beginn meiner Ausbildung mit den Methoden sowohl im Coaching als auch in den Workshops. Auch meine beiden Bücher haben ihre Wurzeln in den Ideen und der Philosophie des Improvisationstheaters.

Der direkte Weg ist selten der kürzeste. Welchen Herausforderungen und Hindernissen bist du begegnet und wie bist du damit umgegangen?
Improvisationstheater wird ja im Team gespielt und auch die Ausbildung war für Trainer und die Arbeit in Gruppen konzipiert. Die Herausforderung war, diese Methoden so anzupassen, dass ich sie im Einzel-Coaching nutzen kann.
Und: diese Ausbildung, die 10 Wochenenden verteilt über ein Jahr dauerte, war in Berlin. Das hieß für mich, immer wieder nach Berlin zu reisen – das fand ich nicht ganz ohne.

Erfolge entstehen mit anderen. Wer und was hat dich dabei unterstützt, deinen Traum zu verwirklichen?
Ganz klar meine Ausbilder der impro-live Akademie: Ella Gabriele Amann, die ein unfassbares Wissen hat und dieses großzügigst teilt; und Martin Ciesielski, der Improvisation als Philosophie begreift und so vermittelt. Diese beiden gehören zu meinen wichtigsten Mentoren.

Erkenntnisse sind die Schatzkiste des Erfolgs. Was waren deine wichtigsten Erkenntnisse auf dem Weg?
Improvisation ist in erster Linie eine Lebenshaltung. Das hat rein gar nichts mit Chaos zu tun. Im Gegenteil: nur ein Virtuose kann wirklich gut improvisieren. Das ist besonders den Menschen klar, die gelernt haben, ein Instrument nach Noten zu spielen und dann improvisieren lernen wollen – sehr schwierig, besonders als Team.
Aus dieser Lebenshaltung habe ich für mein Sichtbarkeit-Coaching sieben Regeln der Improvisation entwickelt:

  • „Ja, und…“ Erkenne Angebote und nimm sie an!
  • Lass dich verändern!
  • Nimm dich und andere in den Fokus!
  • Wechsle die Perspektive!
  • Sei mittelmäßig!
  • Gewinne die Lust am Scheitern!
  • Sorge für dich und hab Spaß!

Diese Regeln kommen vielen Menschen anfangs etwas „spanisch“ vor, besonders die 5. und 6. Regel – sehr ungewohnt. Bis sie erkennen, welche Kraft und Freiheit darin stecken.

Ausblick in die Zukunft: Welchen Traum willst du als nächstes realisieren?
Der nächste große Traum ist, in einigen Jahren im Süden Europas zu leben. Ich werde dich auf dem Laufenden halten :-).
Herzlichen Dank für das schöne Interview, liebe Ulrike!

Danke auch Dir, liebe Natalie, für den Einblick, den Du uns gewährt hast. Ich wünsche Dir, dass sich Dein Traum vom Leben im Süden zu gegebener Zeit leicht erfüllt. Falls Du hierfür Vorbilder suchst: ich kenne da einige – und habe selber einen ähnlichen Traum bereits einmal verwirklicht 🙂

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

2 Gedanken zu „Natalie Schnack: Improvisation als Lebenshaltung

  1. Natalie Schnack

    Liebe Ulrike,
    vielen Dank für deine tollen Fragen! Und du bist für mich ohnehin ein Vorbild in vielen Mut- und Leichtigkeits-Sachen, da kommt die Sache mit dem Auswandern natürlich noch dazu 😉
    Wir bleiben definitiv im Gespräch dazu.
    Herzliche Grüße
    Natalie

  2. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Natalie,
    zu einem guten Ergebnis gehören immer zwei 🙂
    Ich freue mich, wenn ich Dich inspiriert habe. Und in Sachen Ausland kann ich dank vielfältiger Erfahrungen (Portugal / New York / Seattle) einiges beitragen, wenn es soweit ist. Diese Erfahrungen sind mir jetzt wieder in ihrer vollen Tragweite bewusst geworden.
    Herzliche Grüße in den Norden!
    Ulrike

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