Karin Wolf: Machen und entspannen

Wolf_PorträtBei Vorträgen von GUIDE München bin ich Karin Wolf mehrfach begegnet. Die Heilpraktikerin für Psychotherapie und Entspannungstherapeutin war eine der ersten, die ich auf diese Interviewserie ansprach. Sie sagte spontan zu. Doch dann dauerte es aus unterschiedlichen Gründen bis zu diesem Sommer, ehe sie meine Fragen beantworten konnte. So wurde schließlich meine Neugier doch noch befriedigt und die Frage beantwortet: wie ist es ihr gelungen, ihren Traum erfolgreich zu verwirklichen? Lesen Sie hier ihre Antworten.

Jeder Traum beginnt mit einer Frage. Mit welcher Frage hat Ihr Traum begonnen?
War das jetzt alles? Soll’s das jetzt beruflich gewesen sein?

Werden wir konkret: Welchen Traum haben Sie verwirklicht?
Ganz konkret waren es gleich mehrere Träume: Als erstes hatte ich den Traum, einen Beruf auszuüben, der mir wirklich Spaß und Freude macht. In meinem Ursprungsberuf war ich sehr viel am Schreibtisch, mit „trockenen“ Akten beschäftigt. Stattdessen wollte ich mit Menschen arbeiten und möglichst flexibel in der Zeiteinteilung sein. Es sollte etwas sein mit Psychologie und Entspannung, denn das hat mich immer schon interessiert. Welcher konkrete Beruf sich daraus ergeben könnte, wusste ich damals noch nicht. So begann ich vor rund neun Jahren – zunächst nur aus Interesse – eine psychotherapeutische Grundausbildung, absolvierte zwei Jahre später meine Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie und ließ mich zur Entspannungstherapeutin ausbilden.
Nachdem dieser Grundstein gelegt war, kamen nach und nach ganz viele andere Träume dazu: Eine eigene Praxis eröffnen, ein eigenes Konzept entwickeln, eine CD aufnehmen, Kurse in Firmen und Seminare in schönen Hotels an wunderbaren Orten anbieten, meine Erfahrung und mein Wissen weitergeben und Entspannungstherapeuten ausbilden. All diese Träume habe ich Schritt für Schritt verwirklicht: Mittlerweile gibt es die Praxis für Stressbewältigung und Wohlbefinden, ein spezielles Behandlungskonzept, es gibt das Hörbuch Stress Frei, eine eigene Ausbildung für Entspannungstherapeuten sowie Seminare an wunderbaren Kraftorten …

Manche Träume brauchen ihre Zeit. Wie lange hat es bei Ihnen gedauert, von der ersten Idee bis Sie Ihren Traum verwirklicht hatten?
Die erste Idee zu verwirklichen, hat am längsten gedauert. Bis ich endlich wusste, was ich will, vergingen einige Jahre und ich hab viel ausprobiert. Als ich auf meinem Weg war, ging es (fast) wie von selbst … Eins nach dem anderen: Die Praxis, das Buch, die Seminare, die Entspannungstherapeutenausbildung…

Der direkte Weg ist selten der kürzeste. Welchen Herausforderungen und Hindernissen sind Sie begegnet und wie sind Sie damit umgegangen?
Die größte Herausforderung war wohl, mich zu trauen, meine Ängste und Perfektionsansprüche zu überwinden. Da waren: die Angst zu scheitern, nicht gut zu sein, sich zu blamieren, Fehler zu machen, es nicht zu schaffen, usw. Inmitten all dieser Gedanken, Gefühle und Zweifel musste ich das Vertrauen entwickeln, dass es gut wird und zwar ohne alles zu kontrollieren und zu planen. Das war eine echte Herausforderung und manchmal auch ein Hindernis.

Erfolge entstehen mit anderen. Wer und was hat Sie dabei unterstützt, Ihren Traum zu verwirklichen?
In erster Linie waren dies mein Mann, meine Familie und meine Freundinnen. Die haben immer an mich geglaubt und mich in „wackeligen Phasen“ motiviert, mir Mut gemacht und mich unterstützt. Dann gab es noch einen kleinen Kreis an Unternehmerinnen, die wie ich gerade Ihre Selbstständigkeit auf- bzw. ausgebaut haben. Wir haben viel geredet, uns geholfen und uns ausgetauscht, über alle möglichen Dinge die zur Selbstständigkeit gehören.
Geholfen hat mir sicher meine Veranlagung, strukturiert zu arbeiten und eine gesunde Portion Durchhaltevermögen. Ich bin eher ein „Macher“, aber auf der anderen Seite auch ein „Entspanner“. In Verbindung mit meinem positiven und fröhlichen Naturell hilft mir dies, in Balance zu bleiben. Aber das Wichtigste ist wohl die Freude an der Arbeit und Geduld! Geduld mit mir selbst und Anderen 🙂

Erkenntnisse sind die Schatzkiste des Erfolgs. Was waren Ihre wichtigsten Erkenntnisse auf dem Weg?
Dass man so ziemlich alles schaffen kann, wenn man wirklich will! Es ist keine Frage des Alters, der Umstände oder des Geldbeutels, sondern eine Frage von Mut und Durchhaltevermögen! Wenn man wirklich will, dann geht´s. Auch mit 2 kleinen Kindern, die noch nicht durchschlafen, beide Allergiker und sehr oft krank sind, während man selber für die Prüfung lernen muss und nebenbei eine Ausbildung absolviert… Dazu kommt meine Grundüberzeugung: „Es gibt immer einen Weg“.
Außerdem finden sich in meiner Schatzkiste auch Selbstlob, Stolz und die Freude über eigenen Erfolge sowie die Kunst, das Leben zu genießen. Das hat nichts mit Selbstbeweihräucherung oder Narzissmus zu tun, sondern ist einfach Wertschätzung sich selbst gegenüber und ein Stückchen Selbstliebe und Selbstfürsorge. Die Fähigkeit, gut für sich selbst zu sorgen ist es letztlich, die uns (gelassen) durchs Leben trägt. Sie ist auch die Essenz meiner Arbeit mit meinen Klienten!

Ausblick in die Zukunft: Welchen Traum wollen Sie als nächstes realisieren?
Im Moment bin ich rundum zufrieden mit dem, was ich geschafft habe. Mein nächster Traum sind eher Projekte: zwei spezielle Fortbildungen zum Thema Achtsamkeit und energetische Psychologie, die super zu meiner Arbeit passen und diese ergänzen. Mit Fortbildungen ist man ja nie fertig … Insofern ist für Traumnachschub gesorgt 🙂
Wenn ich mal ganz viel Zeit habe, würde ich gerne für längere Zeit ein Kloster besuchen, vielleicht in Tibet oder irgendwo anders … Ein weiterer Traum ist Entspannung oder Stresskompetenz als Schulfach! Wenn wir alle schon in der Schule vermittelt bekommen würden, was man in diese Richtung alles tun kann, wären nicht so viele junge Menschen nach dem Abitur oder spätestens im Studium völlig erschöpft. Momentan zählt nur Leistung, Leistung, Leistung. Möglichst schnell, möglichst gut und am besten schon gestern. Der Preis dafür ist sehr hoch…

Herzlichen Dank, liebe Frau Wolf, für Ihre Antworten. Für Ihre Vision, dass aus Stresskompetnez einmal ein Schulfach wird, halte ich Ihnen ganz fest die Daumen. Das wäre ein sehr wichtiger Schritt, mit dem junge Menschen zukunftsfähig sind. Oder vielleicht sind sie es ja shcon besser als wir Erwachsenen?

Liebe Leserin, lieber Leser, mit diesem Beitrag endet meine Serie von Gesprächen mit Menschen, die sich einen Traum erfüllt haben. Über einen Zeitraum von 18 Monaten konnten Sie hier im Mutmacher-Magazin insgesamt 45 Beiträge, die Sie alle in der Kategorie MutmachMittwoch finden.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

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