Eigentlich sollte ich…

Sachrang_SchneeEigentlich sollte ich schon längst einen neuen Blogbeitrag geschrieben haben. Auch die MUT-Impulse habe ich Anfang Dezember zum letzten Mal versandt. Dafür muss ich endlich die Adressen in die neue Software übertragen. Auch die Struktur des Newsletters muss ich noch anpassen, denn sie gefiel mir zuletzt immer weniger. Wenn ich das nicht bald mache, habe ich keine Anmeldungen für die schönen Angebote, zu denen ich mir viele Gedanken gemacht habe! Die müsste ich endlich meinen Leserinnen und Lesern vorstellen, damit sie erkennen, wie leicht es geht, dem eigenen Weg zu folgen. Und jetzt ist schon Anfang Februar – und der nächste Workshop steht an. Ob da noch mehr Teilnehmer dazu kommen?!

Erkennen Sie sich in solchen Gedankenketten wieder?
Stunden oder gar Tage, in denen Ihre Gedanken wie im Karussell die immer gleichen Schleifen drehen. Sie immer mutloser werden, weil Sie den Einstieg ins Handeln nicht finden.

Das größte Hindernis sind die Worte, die wir verwenden.

Schauen Sie sich noch einmal die ersten Zeilen an, in denen ich meine Gedankenkette beschreibe. Sie strotzt vor „sollte“, „muss“ und „will“ – alles Antreiber, die das Gegenteil dessen bewirken, was wir uns wünschen: sie verhindern, dass wir etwas tun.

Ach ja?
Viele Menschen glauben das zunächst nicht.
Das ist auch kein Wunder, denn diese Sprachmuster haben sich so in uns eingebrannt, dass wir ihre Wirkung nicht mehr erkennen. Wir alle sind mit einem Wort aufgewachsen, dass zu den am häufigsten verwendeten Wörtern zählt: MUSS. Zunächst hören wir es regelmäßig von unseren Eltern: Du musst dich beeilen, der Bus wartet nicht… Du musst jetzt wirklich deine Schularbeiten machen… Du musst endlich mal dein Zimmer aufräumen, das sieht ja aus wie…

Später übernehmen wir diese Antreiber in unseren eigenen Sprachschatz – und erkennen nicht einmal, wie oft wir dieses kleine vierbuchstabige Wort einsetzen. In Workshops oder Gruppen ist es immer wieder ein Aha-Erlebnis, wenn wir seinem Einsatz im Verlauf eines Tages Aufmerksamkeit geben. Eine Teilnehmerin erkannte vor Jahren: Ich bin ein Muss-Kind.

Müssen ist ein Antreiber – genauso wie wir es in der Kindheit erlebt haben. Da ging es immer darum, anders zu sein als wir waren oder es uns in diesem Moment wünschten. Das haben wir so verinnerlicht, dass wir später glauben, ohne diesen Antreiber nicht zurecht zu kommen. Also ersetzen wir den früheren äußeren Druckerzeuger dadurch, dass wir uns selber Druck machen – und so wird es zur Gewohnheit.

Doch jeder Druck erzeugt Gegendruck.

Das ist ein physikalisches Gesetz, dem auch wir Menschen unterliegen. Müssen beinhaltet immer den Aspekt, dass wir etwas unfreiwillig machen. Also wehrt sich ein Teil in uns heftig dagegen und es entsteht eine – freilich oft nicht bewusste – Verweigerungshaltung. Diese zeigt sich als Lähmung, Watte im Kopf oder Ideenlosigkeit, um einige Beispiele zu nennen.

Wie kommen Sie aus der Muss-Haltung heraus?

Vielfach wird empfohlen, „ich muss“ durch ein „ich will“ zu ersetzen.
Das ist im ersten Ansatz auch eine gute Lösung. Wenn ich im Anfangsbeispiel statt „Ich muss einen Beitrag schreiben“ den Satz „Ich will einen neuen Beitrag schreiben“ nehme, erkenne ich schneller, ob das stimmt oder nicht. Ich kann diesem Satz nachspüren – und entdecke darüber, ob diese Aussage grundsätzlich richtig ist. Ja, ich will einen neuen Beitrag schreiben, ABER…

Das bringt mich nicht wirklich weiter.

Auch der Einsatz der Alternative „ich möchte“ kommt zum gleichen Ergebnis. Mögen täte ich schon, doch wissen wie immer noch nicht 😉

Finden Sie Ihre Beweggründe dafür.

Bei den beiden Anregungen zuvor ging es jeweils nur um die Frage: Ja oder nein? Will ich oder will ich nicht? Im gewählten Beispiel scheiterte ich jeweils am „Aber“, also den Gründen, die mich den Beitrag nicht schreiben ließen. Ich erkannte einerseits, dass ich tatsächlich einen Beitrag schreiben wollte, doch mir fehlte die konkrete Idee. Ich hatte viele Überschriften im Kopf, doch keine begeisterte mich so, dass ich wirklich bereit war, sie auch umzusetzen.

Und das ist der eigentliche Hinderungsgrund!
Wir erkennen nicht, WARUM wir dies tun wollen.

Damit bleiben die Gründe dafür schwächer als die wahrgenommenen Gründe dagegen. Da können wir uns anpeitschen, solange und so intensiv wie wir wollen: der innere Widerstand bleibt und die Ergebnisse sind entsprechend mager.

Wie kommen Sie aus der Zwickmühle und in die Leichtigkeit?
Mit einem einfachen Trick: Finden Sie heraus, was für Ihr Vorhaben spricht. Warum Sie es machen wollen und wohin es führt, wenn Sie es tun. Also in meinem Beispiel:

Ich schreibe einen Blogbeitrag (oder Newsletter), weil:
… es Teil meiner Marketingstrategie ist (das an erste Stelle zu setzen, war jetzt eine Herausforderung!)
… ich damit meinen Leserinnen und Lesern einen Nutzen biete
… ich mir davon eine Resonanz erwarte
… ich regelmäßig etwas veröffentlichen möchte
… ich damit regelmäßig ins Bewusstsein meiner idealen Kunden komme
… mir über meine eigenen Vorgehensweisen klar werde
… mir das Schreiben grundsätzlich Freude bereitet und
… Übung zur Meisterschaft führt 🙂

Wie Sie an diesem persönlichen Beispiel sehen, ist es einfacher als gedacht, Gründe dafür zu finden. Der erste Schritt ist – wie in vielen anderen Fällen auch – am schwersten.

Was steht bei Ihnen an, was Sie schon länger vor sich herschieben?
Finden Sie Ihre Warum heraus. Sie werden erkennen, wie viel leichter es damit geht.

Ins Handeln gelangen Sie auch mit meinem Online-Programm “Eigentlich sollte ich… Endlich handeln!” ab 13. April 2015. Es läuft über 21 Tage, in denen Sie täglich einen Impuls erhalten, den Sie in nur 20 Minuten umsetzen können.

Ich wünsche Ihnen eine leichte Umsetzung und freue mich darauf, von Ihren Erfahrungen zu hören.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

11 Gedanken zu „Eigentlich sollte ich…

  1. Charlotte Bott

    Eigentlich sollte ich einen Kommentar zu dem obigen Artikel abgeben, weil er mir so sehr aus der Seele spricht, aber……
    Viele innere Gründe gäbe es, es nicht zu tun. Dennoch überwiegt mein Bedürfnis DANKE zu sagen, für die vielen aufmunternden Worte, Sätze, Artikel, die ich auf Ihrer Seite finde.
    Und so sage ich einfach Danke!

  2. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Frau Bott,
    wie schön Sie die Impulse aus dem Beitrag aufgegriffen haben – das hat bei mir nun ein Lächeln hervorgeholt, das einfach nicht verschwinden will 🙂
    Auch Ihnen herzlichen Dank für Ihre Zeilen – es tut gut, ein Feedback zu erhalten.
    Herzlichst,
    Ulrike Bergmann

  3. Jutta Wendt

    Liebe Ulrike – ich MUSSTE grad sehr schmunzeln … Deine Zeilen passen so genau zu meinem derzeitigen Zustand!
    Ich MUSS einiges machen, aus welchen Gründen auch immer. Ich bin dadurch unter Druck. Und ich krieg es derzeit nicht hin mit “einfach machen” … dadurch staut sich mehr auf, der Druck wird mehr, eine ungute Situation.
    Nun probiere ich das mal mit dem ichwill-ichkann-ichwerde aus. Da TUE ich was, das klingt freiwillig und nicht mehr nach MUSS und daher gut!
    Ganz lieben Dank für diese tolle Inspiration und herzliche Grüße von Jutta (die nun wieder am Schreibtisch was tun will!)

  4. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Jutta,
    wie schön, von Dir zu hören und zu erfahren, dass der Beitrag genau den richtigen Ton gefunden hat 🙂
    Ich wünsche Dir ein leichtes TUN – am Schreibtisch oder beim Kunden.
    Herzliche Grüße
    Ulrike

  5. Friederike

    Liebe Ulrike,
    vielen herzlichen Dank für Ihre Impulse und die Bestätigung, dass ich nicht alleine bin mit “ich muss”!!!
    Wenn ich in der Natur “gelaufen” bin, geht wirklich danach vieles leichter und einfacher.
    Herzlichen Dank und liebe Grüße
    Friederike.

  6. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Friederike,
    herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung. Entscheidend ist oft, im entscheidenden Moment auch daran zu denken, alles stehen und liegen zu lassen und rauszugehen.
    Mutig-leichte Schritte!
    Urike

  7. Pingback: Welche Auswirkungen ein klarer Fokus hat | Mutmacher-Magazin

  8. Sabine Schulz-Sembten

    Besten Dank! Mich erwischt es gerade am größten ‘Schmerzpunkt’! Den Fokus setzen… was hindert mich daran? Und schon kommt’s: ja, ich weiß ja nicht, wie das gehen soll… und da fällt mir doch sofort Ihr Vortrag, den Sie hier in der vhs Traunreut gehalten haben wieder ein: die vier Mut-Werkzeuge; Entschiedenheit, Vorstellungskraft, Ausrichtung, verbindliches Engagement. Was waren nochmal die größten Stolpersteine? Ich weiß nicht mehr genau, was Sie da genannt hatten, nur dass ich mich darin sehr wohl wiedererkannt hatte. Jetzt fallen mir vor allem folgende ein: das kann ich mir bestimmt nicht leisten; da ist in meinem Alltag zu wenig Zeit für da, mein Kind, mein Job, mein Haushalt, mein Mann….; alles schöne Ausreden, mich nicht meinem eigenen Anliegen zuzuwenden. Denn wer weiß, ob ich es wirklich schaffe? Versagensangst? So kann ich mich noch die nächsten Jahre rumschleppen oder mich endlich auf meins fokussieren… danke für’s Triggern
    Sabine Schulz-Sembten

  9. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Frau Schulz-Sembten,
    herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Ich erinnere mich noch an meinen Vortrag vor einem Jahr, allerdings nicht mehr an alle Einzelheiten. Daher habe ich mal geschaut, in welchem Beitrag ich etwas dazu geschrieben habe – und bin fündig geworden: Drei Veränderungshindernisse – und wie Sie damit umgehen.
    Manchmal scheitert ein klarer Fokus auch daran, dass jemand nicht weiß, was er / sie wirklich will. Gerne unterstütze ich Sie dabei, diese Klarheit zu gewinnen. Oder Sie stöbern noch ein wenig im Mutmacher-Magazin in der Kategorie “Was will ich wirklich?”
    Ich wünsche Ihnen viel Klarheit und beherzte Schritte!
    Ulrike Bergmann

  10. Silvia Heimburger

    Vielen Dank für diesen sehr interessanten Artikel. Ja ich kenne es auch und es ist wirklich sehr hilfreich, wenn ich mir selbst die Türen öffne durch das “WEIL” und “WARUM”. Die eigene Klarheit spielt dabei auch eine sehr entscheidende Rolle, meiner Meinung nach. Und natürlich, dass ich mich nicht verzettle. Ich brauche eine Struktur – eine klare Struktur. Und innerhalb dieser Struktur kann ich aber auch sehr spontan sein 🙂
    Herzliche Grüße
    Silvia

  11. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Silvia,
    Sie haben Recht: die eigenen Klarheit wirkt sich sehr förderlich auf die Handlungsfähigkeit aus. Das ist der erste Punkt in meinem MutmacherPrinzip. Mit ihr lässt sich dann wie von Ihnen angesprochen eine Struktur entwickeln und auch mal spontan handeln.
    Mutig-leichte Schritte!
    Ulrike Bergmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.