Welche Auswirkungen ein klarer Fokus hat

Fokus_2015-02Seit einigen Jahren gebe ich dem jeweiligen Jahr ein Motto. Das hat überraschende Auswirkungen – wie ich im letzten Jahr in besonderer Weise gesehen habe. Es war mein „Jahr der Leichtigkeit“ und selbst in schwierigen Phasen erlebte ich, dass es tatsächlich leicht ging.
Auch den einzelnen Monate gab ich einen eigenen zum Jahresmotto passenden Fokus. Zu meiner Überraschung stand jeden Monat genau das Thema im Mittelpunkt, das ich zum Jahresbeginn festgelegt hatte. Obwohl ich phasenweise nicht daran gedacht hatte und diesen Zusammenhang erst in meinem Jahresrückblick erkannte.
Leichtigkeit war zu meinem Begleiter durch das Jahr geworden – und es war einfach geschehen.

Wie im November mit dem Thema Beziehungen & Kooperation. Zu Anfang des Monats war ich gerade am Chiemsee angekommen und hatte anderes im Kopf als irgendein Monatsthema. Und doch ging es im November ständig um Beziehungen – alte und neue – und vor allem um Kooperationen. Doch anders als früher waren es diesmal sehr konkrete Anfragen für eine Zusammenarbeit statt der gewohnten „wir könnten mal was zusammen machen“-Sätze. Aus den Gesprächen entstehen langsam Früchte, passend zu meinem Motto für 2015: Mein Jahr der Ernte.

Diese Auswirkungen entstehen, wenn Sie einen klaren Fokus wählen und sich auf dieses  zentrale Thema ausrichten:

Ein klarer Fokus bündelt Ihre Aufmerksamkeit

Von der Wortbedeutung her heißt Fokus: der Punkt, auf den alles gerichtet ist. Und so ist es auch mit Ihrem Jahres- oder Monatsmotto. Sie richten sich und Ihr Handeln aus und erleben, wie sich Ihre Aufmerksamkeit an diesem zentralen Thema bündelt. Das kann bewusst sein, häufiger geschieht dies unbewusst. Wie mein November-Beispiel zeigt, wirkt beides.

Ein weiterer Vorteil eines klaren Fokus ist, dass die Verzettelung endet. Wenn Sie verwirrt sind oder nicht wissen, was als nächstes zu tun ist, kehren Sie immer wieder zu Ihrem Fokus zurück und finden dort Ihre Antworten.

Ein klarer Fokus bietet Entscheidungshilfe

Durch die Ausrichtung auf ein zentrales Thema, Ihren Fokus, bekommt Ihr Handeln eine klare Richtung. Sie lassen sich weniger von anderen, auch interessanten Möglichkeiten ablenken, sondern haben eine Punkt, an dem Sie sich orientieren können. Das erleichtert nicht nur einzelne Schritte, sondern bietet Ihnen auch eine Entscheidungshilfe. Statt “Soll ich dies? Oder besser jenes? Oder vielleicht etwas ganz anderes?” fragen Sie sich: Bringt mich dieser Schritt in die gewünschte Richtung?

Mal angenommen, Ihr Motto für das Jahre wäre Leichtigkeit, dann machen Sie diesen Aspekt zu Ihrem Maßstab: Führt mich dieser Schritt zu mehr Leichtigkeit?
Oder: Was würde jetzt zu mehr Leichtigkeit führen?

Und schon haben Sie eine Antwort – schnell, einfach, effektiv.

Ein klarer Fokus erleichtert das Tun

Dieser Punkt ergibt sich geradezu logisch aus den beiden anderen: Wenn Sie Ihre Ziel-Richtung kennen, ist es sehr viel leichter, etwas dafür zu unternehmen. Denn jeder Schritt führt Sie entweder näher dorthin oder davon weg. Durch einen klaren Fokus erkennen Sie schnell, was Sie weiterbringt. Und das ewige “müsste / sollte / könnte” endet. Sie wissen, was zu tun ist – und schon kann’s losgehen. Zumindest in der Theorie.

Was Sie in solchen Situation dennoch am Handeln hindert, ist ein anderes Thema.

Wie ist das bei Ihnen?
Welchen Fokus haben Sie für Ihr Jahr?
Was erleben Sie dadurch?

Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

4 Gedanken zu „Welche Auswirkungen ein klarer Fokus hat

  1. Stephanie Mertens

    Liebe Ulrike,
    vielen Dank für den schönen Artikel zur Macht des Fokus. 🙂
    Ich bin auch ein großer Freund davon bildhafte Anker zu setzen. Das tue ich zu passenden Zeitpunkten auch gerne durch die Sprache der Bilder, wozu ich mein eigenes Legekunst Kartendeck verwende. Dann ziehe ich intuitiv ein Motiv und lasse das auf mich wirken. Oft passt es gerade wie die Faust aufs Auge, wie man so schön sagt, so dass das Bild eindrücklich hängen bleiben kann, weil sich das Unterbewusstsein bekanntermassen leichter an Bilder erinnern kann. Dies nutze ich lieber für den Monat, als für das Jahr, weil ich auch gerne sehe wie sich die Situation verändert, durch die unterschiedlichen Motive, die ich ziehe. Manchmal sind es allerdings auch dieselben, dann weiss ich, das Thema ist noch immer in Arbeit.
    Da ich auch ein Freund der Worte bin, habe ich zusätzlich für jedes Jahr ein Motto, das in der Regel aufbauend wirken und mir helfen soll schwierige Passagen zu meisten. So ist es bei mir in diesem Jahr die “Zuversicht” und das “Loslassen” als Antwort auf im Grunde zu viel Stress. Wenn es wirklich eng wird, erinnere ich mich daran und arbeite einen Moment mit den dahinter stehenden Gefühlen.
    Danke nochmal für das Wieder daran erinnern. 🙂
    Liebe Grüße
    Stephanie Mertens

  2. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Stephanie,
    danke für Deine Hinweise. Die Unterstützung durch Bilder bestärkt die Wirkung der Worte – und Karten sind dafür ein wunderbares Medium, um das Unterbewusste zu aktivieren.
    Ich wünsche Dir mutig-leichte Schritte für Deine Vorhaben!
    Herzlichst, Ulrike

  3. Karin Polzer

    Liebe Ulrike,
    gut, dass du in deinem Mutmachmagazin das Thema Fokus aufgegriffen hast. Ich habe mich auch über viele Jahre (ca. 12) davon unterstützen lassen und es immer wieder erstaunlich, wenn man am Ende des Jahres zurückblickt, wieviel Kraft das hat. Wir hatten es Purpose-Arbeit genannt und am Ende immer eine Kollage gebastelt, die wir dann aufhängen konnten. Die letzten zwei Jahre hatte ich damit pausiert, doch ich denke es ist eine gute Idee sich damit wieder zu befassen. Danke für deinen Impuls.
    Herzliche Grüße, ciao, Karin.

  4. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Danke, liebe Karin, fürs Teilen Deiner Erfahrung. Besonders wenn wir etwas Gewohntes mal nicht mehr machen, erfahren wir dessen Wert noch einmal in neuer Weise. Und: zum Fokus zurückkehren können wir jederzeit 🙂
    Ich wünsche Dir ein fokussiertes, leichtes Jahr!
    Herzliche Grüße
    Ulrike

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