Julien-Ashton Kreutzer: Deine Grenze, Deine Chance

Kreutzer_Body-02Vor einigen Tagen erreichte mich Post. Ich öffnete den Umschlag mit einem Deckbrief, Zeitungsausschnitten und einigen Flyern. Eher skeptisch begann ich zu lesen und war bald begeistert. Von einem jungen Mann und seiner Vision. Hier ist seine Geschichte.

Julian-Ashton Kreutzer ist 15 Jahre alt, als bei ihm eine stetig fortschreitende Spastik in den Beinen diagnostiziert wird. Eine solche Diagnose bedeutet im Normalfall, in absehbarer Zukunft auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein. Diese Vorstellung entsprach überhaupt nicht dem Naturell des aktiven Jugendlichen und so schwört er sich, nicht klein beizugeben, sondern seinem Handicap mit eisernem Willen zu trotzen.

Die eigene Leistungsgrenze verschieben

Als sich einige Freunde im Fitnessstudio anmelden, macht er ebenfalls mit. Er sieht es als seine persönliche Chance, um sich seine Freiheit und seinen Lebensqualität zu bewahren. Schon bald wird der Kraftsport zu seinem persönlichen Ventil, um den Herausforderungen der Krankheit zu begegnen. Er erlebt, wie sich damit Türen öffnen statt sich abzuschotten und einsam zu fühlen. Er vermeidet den Weg des geringsten Widerstands und blickt seinen Herausforderungen ins Auge. Es gelingt ihm, seine eigene Leistungsgrenze Schritt für Schritt zu verschieben. Der Sport wird für ihn zur Kraftquelle, aus der er die mentale Kraft schöpft, seinen nicht immer einfachen Alltag zu bewältigen. Zugleich erkennt er die Motivation, die darin steckt, anderen als Vorbild zu dienen.

Erfahrungen weitergeben und ermutigen

Mit der Zeit entsteht in ihm der Wunsch, seine Erfahrungen an andere Menschen weiterzugeben, die an einer Beeinträchtigung – welcher Art auch immer – leiden. Er möchte sie ermutigen, den nicht immer einfachen Weg zu gehen und ihr Leben mithilfe des Sports in die eigenen Hände zu nehmen. Julien hat erlebt, welche Auswirkungen der Sport mit seinen sozialen Aspekten hat und wie gut er dazu geeignet ist, Menschen zu verbinden, ganz gleich ob gehandicapt oder nicht. Er sieht sich als Vorbild für Menschen, denen er zeigen will, dass eine Beeinträchtigung nicht nur negative Seiten hat.

Sich selber als normal wahrnehmen

Im Frühjahr 2014 hat Julien-Ashton zu diesem Zweck ein Projekt initiiert, das innerhalt eines knappen Jahres schon viele Anhänger gefunden hat. Mit „Deine Grenze – Deine Chance“ will er dazu motivieren, persönliche Grenzen Schritt für Schritt zu durchbrechen und den Weg als das eigentliche Ziel zu begreifen. Mit seinen Aktivitäten will der junge Mann dafür sensibilisieren, dass alle Menschen ungeachtet ihrer körperlichen oder geistigen Begrenzungen gleich geschaffen sind und damit auch gleiche Möglichkeiten erhalten sollten, sich ihr eigenes Leben zu gestalten. Ihnen zeigen, was sie zu leisten imstande sind, wenn sie sich „auf den Weg zu ihrem persönlichen Mount Everest“ begeben. Zugleich möchte er damit auch einen Wandel in der gesellschaftlichen Wahrnehmung erreichen. Als einen Schritt dorthin sieht er die Notwendigkeit, dass Betroffene sich selbst als normal wahrnehmen und die Gesellschaft ihrerseits diesen Menschen mit Verständnis begegnet und sie nicht als Außenseiter betrachtet.

Juliens eigener Weg ist der Kraftsport, der ihm zu mehr Lebensqualität verholfen hat und weiter dazu beitragen wird. Inzwischen hat er weitere Pläne für seine Zukunft, die er – passen zu seinem Projekt – in der Fitnessbranche sieht. Im Anschluss an seine kaufmännische Lehre plant er eine Ausbildung als Fitnesstrainer. Dafür wie auch für sein Projekt wünsche ich ihm von Herzen viel Erfolg!

Ein Video über seinen Weg finden Sie hier: www.youtube.com/watch?v=3QuBul-x0Wo
Seinen Aktivitäten können Sie auf Facebook folgen: www.facebook.com/DeineGrenzeDeineChance

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

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