Wenn das Leben schlechte Karten austeilt…

Der Germanwings-Flugzeugabsturz über den Alpen mit seinen Begleiterscheinungen auf allen Ebenen bewegt viele Menschen. Andere erleben derzeit Tragödien in ihrem persönlichen Umfeld. Auch im normalen Alltag erkennen wir, dass das Leben nicht immer so läuft, wie wir es uns vorstellen. Das gehört zu unserem menschlichen Er-Leben einfach dazu. Was mich in diesem Zusammenhang beschäftigt ist die Frage:

Wie gehen wir mit den Widrigkeiten des Lebens um?

Karten: Osho Zen Tarot

(c) Osho Zen Tarot, www.Koenigsfurt-Urania.com

Lassen wir uns davon runterziehen, werden möglicherweise sogar völlig handlungsunfähig? Oder gelingt es uns, daraus für uns und unser Leben etwas zu lernen. Das ist mein Ansatz. Zu fragen: Was bedeutet diese Situation für mein Leben? Herauszufinden, was – neben den emotionalen Bedürfnissen, die in solchen Phasen ihren Raum brauchen – an Erkenntnis- und Entwicklungspotential darin steckt.

Interessanterweise bieten gerade die Momente, in denen uns das Leben schlechte Karten austeilt, die größten Entwicklungschancen. Als ich im Oktober 2010 durch einen Sturz für drei Monate aus meinem gewohnten Handeln geworfen wurde, war ich zunächst entsetzt und fassungslos. Warum schon wieder? Wie oft noch…? Das waren die Gedanken in den ersten Stunden nach dem Unfall. Dann begann ich die Angst zu umarmen. Ich erkannte Zusammenhänge und entdeckte neue Möglichkeiten.

Daraus entstand das MutmacherPrinzip, das ich in meinem Buch „Mit Leichtigkeit zum Ziel“ beschreibe, und in der Folge die MUT-Formel, die meiner Arbeit eine klare Struktur gegeben hat.

Alle Gefühle annehmen, die mit der Situation verbunden sind

Das ist oft das Schwerste überhaupt. Anzunehmen, was gerade ist. Voll und ganz. Dranbleiben und fühlen, fühlen, fühlen. Nicht bewerten, nichts wegmachen wollen, sondern einfach nur wahrnehmen, was gerade ist. Wir sind so sehr gewohnt, unsere Gefühle zu bewerten als gut, schlecht, überwältigend, inakzeptabel, was auch immer. Sie sollen einfach verschwinden und alles wieder sein wie es war. Daher haben wir Mechanismen entwickelt, mit denen wir aus dem Fühlen aussteigen.

Doch Gefühle verschwinden nicht einfach, nur weil wir uns nicht mehr damit beschäftigen. Sie sind sehr hartnäckig und wollen wahrgenommen werden. Und werden dadurch immer stärker: Hallo, nimm mich wahr! Ich habe Dir etwas zu sagen!! Je mehr Sie sich dagegen wehren, desto deutlicher treten sie hervor. Bis sie wahrgenommen werden, wandeln sie ihre Form. So entstehen psychosomatische Beschwerden, deren Ursache Ärzte oft nicht sofort erkennen (können).

Damit dies nicht eintritt, müssen wir unsere Gefühle annehmen und uns mit ihnen befassen. Unsere wie auch immer gearteten Gefühle dasein lassen. Sie einfach nur fühlen – ohne Bewertung und Beurteilung. Uns voll und ganz auf die körperliche Wahrnehmung konzentrieren. Neugierig sein, wie sich dieses Gefühl anfühlt. Ist es groß oder klein… Schwer oder leicht… Hell oder dunkel… Warm oder kalt…  Mit dieser Wahrnehmung gelingt es leichter, ohne Bewertung dranzubleiben. Gelingt dies, erleben Sie etwas Faszinierendes: die Gefühle verändern sich und bekommen eine andere Qualität. Nach einiger Zeit – das kann auch länger dauern – erleben Sie Ruhe und inneren Frieden. Doch das geschieht nur, wenn Sie bereit sind, tatsächlich dranzubleiben.

Mit einer Fühl-Übung, die ich vor Jahren durch das CD-Programm “Abundance for Life – Trance Breaking, Wealth Making” von Paul R. Scheele kennenlernte, wird es noch einfacher. Sie nehmen die in Ihren Gefühlen steckende Kraft wahr und können diese für Ihren Alltag nutzen. Ich habe die Schritte ein wenig adaptiert und für Sie zum Download bereit gestellt.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

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