Gisela Rehm: Donna Rosa oder Begeisterung für Taschen

Rehm_Porträt-01 Vor einigen Monaten traf ich Gisela Rehm auf einer privaten Feier. Sehr schnell kam ich mit der warmherzigen, temperamentvollen Frau über Träume und eigene Wege ins Gespräch. Sie erzählte mir von ihrer eigenen Taschen-Kollektion. Das machte mich neugierig und ich wollte mehr dazu erfahren. Hier erzählt sie uns, wie sie auf diese Idee gekommen ist und was dazu beigetragen hat, dass sie konsequent ihren Weg gegangen ist.
Übrigens sind auch Männer eingeladen, diesen Beitrag zu lesen. Denn inzwischen gibt es auch für Sie den passenden Begleiter 🙂

Sie sind mutig Ihren eigenen Weg gegangen. Was war der Auslöser dafür und wie sind Sie darauf gekommen?
Auslöser waren meine vielen Business-Trips, während ich in den USA lebte. Mir fehlte immer eine schöne und doch gleichzeitig gut organisierte Handtasche, die mich bei all meinen Reisen tatkräftig unterstützt. Ich suchte eine Tasche, die eben nicht wie ein schwarzer Männeraktenkoffer aussah, doch leider fand ich kein wirklich gutes Produkt. Daraufhin beschloss ich nach meiner Rückkehr aus den Staaten, mir diese Tasche selbst herzustellen. So entstand DONNA ROSA – Handtaschen für Businessfrauen.
Übrigens: Mut brauchte ich keinen… Ich hatte soviel Leidenschaft dafür, dass ich voller Tatendrang losmarschiert bin und den Mut einfach übersprungen habe.

Anders sein oder handeln, fällt vielen Menschen schwer. Was hat Sie darin bestärkt, Ihren eigenen Weg zu gehen?
Ich habe es nie aus dem Aspekt des ‚Anders sein’ gemacht. Für mich war klar, dass es eine Handtasche braucht, die nicht nur außen schön, sondern auch innen super praktisch ist. Aus diesem Antrieb heraus entstand mein Business. Es stellte sich in keiner Sekunde die Frage danach, was Andere davon halten. Ich war so voller Zuversicht und fester Überzeugung, dass es eine logische Konsequenz war, meinen Weg zu gehen. Den ich bis heute noch nicht ein einziges Mal bereut habe. Es war das Beste was mir je in meinem Leben bisher passiert ist. Für mich ist diese Selbstständigkeit mehr wert als jeder Oxford oder Harvard-Abschluss. Es hat mich so viel Verschiedenes gelehrt und am aller meisten über mich selbst. Dafür bin ich super dankbar.

Eigene Vorstellungen verwirklichen braucht Zeit. Wie lange hat es bei Ihnen gedauert, von der ersten Idee bis zum Ergebnis?
Von der Idee bis zur Markteinführung von 16 verschiedenen Kollektionsteilen (4 Farben, 4 Modelle) vergingen nur elf Monate. In dieser Zeit entstanden das Konzept, die Marke, die Produkte, die Fertigung (in Deutschland), die Geschmacksmusteranmeldung, die Homepage, die Bilder, das Marketing und die ersten verkauften Taschen.
Den Produktentstehungsprozess (wann wird was gemacht, damit ein Produkt am Markt erfolgreich eingeführt werden kann), habe ich bei meinem vorherigen Arbeitgeber BSH (Bosch Siemens Hausgeräte GmbH) gelernt. Ich war dort Produktmanager für kleine Hausgeräte. Dieses Wissen auf die Taschen zu transportieren war gar nicht so schwer.

DONNA ROSA

Der direkte Weg ist selten der kürzeste. Welchen Herausforderungen und Hindernissen sind Sie begegnet und wie sind Sie damit umgegangen?
Hindernisse hatte ich nahezu keine. Es schien, als ob die Zeit für mich reif war, den Weg zu gehen. Alles entwickelte sich sehr gut und die Taschen verkauften sich von Anfang an recht positiv. Hilfreich war mir dabei meine aktive Netzwerkarbeit, die ich seit dem Jahr 2000 sehr konsequent verfolgte.

Erfolge entstehen mit anderen. Wer oder was hat Sie dabei unterstützt, Ihren Traum zu verwirklichen?
Die Initialzündung für den Start in ein eigenes Business gab mir Monika Scheddin. Sie war es, die mich überhaupt auf die Option ‚Selbstständigkeit’ aufmerksam machte. Sie meinte während eines Coachings: „Gisela – Du hast alles, was man für eine Selbstständigkeit braucht!“
Von da an schwirrte diese Möglichkeit immer latent in meinem Hinterkopf herum. Ende 2008 war es dann soweit. Der Start von DONNA ROSA – meinem eigenen Taschenlabel.
Die ersten Kundinnen hatte ich aus dem Woman’s Business Club München. Dort bin ich seit 2000 aktives Mitglied und viele der Damen haben die Entwicklung meines Business’ begleitet.

Erkenntnisse sind die Schatzkiste des Erfolgs. Was waren Ihre wichtigsten Erkenntnisse auf dem Weg?
Meine wichtigste Erkenntnis war vor allem, immer auf meinen Bauch zu hören. Da bleibe ich immer ganz bei mir und meinen Werten.
Auf meinem Weg der Selbstständigkeit versuchten einige Menschen, mit aufzuspringen und daran teilzuhaben, manchmal auch ohne etwas beizutragen und davon zu profitieren. Was für eine so kleine und zarte Marke fast nicht zu verkraften ist. Sie würde daran zerbrechen, wenn man sie zu sehr belastet. Ich musste mein neues Baby vor der einen oder anderen Übergrifflichkeit bewahren und es beschützen. Damit hatte es die Zeit und den richtigen Nährboden, gut zu gedeihen und zu wachsen.

Ausblick in die Zukunft: Welches Vorhaben wollen Sie als nächstes verwirklichen?
Ich arbeite derzeit an einer neuen Kollektion. Einem Refresh was den äußeren Look betrifft. Was die Aufteilung innen betrifft wird sich nichts ändern. Das ist auch das Feedback von allen bisherigen Kunden. Sie sind begeistert und finden die verschiedenen Fächer äußerst sinnvoll und logisch. „Never change a running system“ – aber außen wird es ein Facelift geben.
Seit 4 Jahren gibt es auch ein Pendant zu Donna Rosa: Eddie Orange hat sich zum Ziel gesetzt, die Business-Männer dieser Welt mit Taschen zu versehen. Taschen, die ihnen den Alltag erleichtern und sie bei all ihren Vorhaben unterstützten. Mit Eddie Orange wird es in Kürze eine größere Kooperation mit einem E-Bike- und einem Automobil-Hersteller geben.

Vielen Dank für das Interview, liebe Geisela Rehm.
Ich wünsche Ihnen erfolgreiche Kooperationen für Ihre Kollektionen und eine anhaltende Kreativität.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.