Take a Stand, Teil 2: Erwischt?!


Bergmann-WindradIm Mittelpunkt des letzten Beitrags Take a Stand – In and For Your Life stand die Frage: Wissen Sie, wofür Sie stehen? Wie ich in Beratungen und Gesprächen regelmäßig erlebe, wissen viele Menschen nicht, wofür sie in ihrem Leben stehen und was ihnen wichtig ist. Das hat unterschiedliche Gründe.

Manches Mal glauben wir, dass wir einen Standpunkt haben, nur um irgendwann festzustellen, dass es nicht der eigene ist. Wir haben die Werte anderer übernommen, ohne diese zu hinterfragen. Das ist in Ordnung. Solange Sie sich damit wohl fühlen, gibt es keinen Anlass, daran etwas zu verändern.

Falls Sie spüren, dass die Dinge, die Ihnen einmal wichtig waren, nicht mehr stimmig sind… Ja, dann sollten Sie darüber nachdenken, wofür Sie künftig stehen wollen. In diesem Beitrag stelle ich Ihnen drei Menschentypen vor, die noch nicht bei sich angekommen sind. Zugegeben, die folgenden drei Szenarien sind ein wenig überspitzt – und dennoch enthalten sie einige Körnchen Wahrheit.

Drei mögliche Szenarien – drei unterschiedliche Bilder

Betrachten Sie die folgenden Beschreibungen mit ein wenig Humor. Achten Sie darauf, ob Sie sich von einem dieser Bilder besonders angezogen oder gar getroffen fühlen. Denken Sie an den Satz: Was uns trifft, betrifft uns 😉

Ein Motor, der auf Hochtouren läuft

In diesem Szenario haben Sie das Steuer vermeintlich in der Hand. Doch ist es wirklich so? Erleben Sie sich nicht eher als getrieben, mit einem großen inneren Druck, etwas darstellen, erreichen oder bewegen zu müssen. Doch all dies für die Leere nicht aus, die Sie häufig in sich spüren.

Viele Menschen begeben Sie sich dann von einem Thema zum nächsten, probieren eine Methode nach der anderen aus und spüren doch, dass nichts davon wirklich etwas verändert. Beispielhaft hierfür sind die sogenannten Seminarhopper. Sie besuchen ein Seminar nach dem anderen, immer auf der Suche nach der einen Lösung, die dauerhaft Glück und Zufriedenheit verspricht. Von diesen Versprechen gibt es zahlreiche, sodass immer wieder neue Möglichkeiten auftauchen, vor sich selbst davonzulaufen – so schnell wie nur möglich.

Vielleicht haben Sie Angst vor dem, was Sie entdecken, wenn Sie einmal innehalten und auf sich selbst zurückgeworfen sind. Es ist wahrscheinlich etwas Wunderbares, das nur darauf wartet endlich entdeckt und gelebt zu werden 😉

Bei all Ihrer Suche übersehen Sie, dass die Lösung in Ihnen vorhanden ist. Diese finden Sie nur, wenn Sie bereit sein, in einen langsameren Gang herunterzuschalten. Legen Sie hin und wieder eine Pause einlegen, holen Sie Luft und hören Sie auf die Stimmen ihrem Inneren. So entdecken sie ganz nebenbei auch noch ihr eigenes Lebenstempo.

Das Fähnlein im Wind

Als solches haben Sie zumindest eine Halterung, die scheinbar einen festen Halt bietet. Worin besteht dieser Halt für Sie persönlich? Er kann in der Einbindung in eine Familie liegen, in einer Gemeinschaft bestehen, auf der Verbindung mit den Traditionen Ihrer Heimat oder Glaubensrichtung beruhen oder in festen Überzeugungen, an denen Sie nicht rütteln lassen.

Doch so wie das Fähnlein mit der Fahnenstange sind auch Sie fest mit dieser Verankerung verbunden und doch den Elementen ausgeliefert. Dort bläst ihnen der Wind ins Gesicht, mal mehr, mal weniger heftig, oder sie hängen sprichwörtlich in den Seilen, wenn der Wind ausbleibt. Dann genügt das Gewohnte, das sie bislang gehalten hat, nicht mehr. Es fehlt etwas, dass sie nun ganz deutlich spüren.

Bislang haben Sie vielfach auf das gehört, was andere Ihnen einflüsterten, Ihnen eingeredet haben oder was in voller Lautstärke auf Sie eindröhnte – in welcher Form auch immer. Doch zunehmend macht sich in ihrem Inneren eine kleine, leise Stimme bemerkbar, die immer deutlicher signalisiert: Da stimmt was nicht… Das passt nicht zu mir… Da gibt es noch etwas anderes…

Auf diese Stimme zu hören, erfordert Mut. Gehen Sie diesen Impulsen nach und entdecken Sie, was dahintersteckt. Diese Signale wollen Sie auf etwas aufmerksam machen, was jetzt für Sie und Ihr Leben wichtig ist.

Hinterfragen Sie im ersten Schritt die bisherigen „Botschaften“. Ersetzen Sie, was nicht mehr zu ihnen passt und vertrauen Sie darauf, dass etwas Neues in Ihr Leben treten möchte. Es bahnt sich ein Wachstumsschub an, der sie in ein größeres Leben führt. Ein Leben, das Sie sich so möglicherweise bislang nicht vorstellen konnten.

Der Korken im Ozean

Im Gegensatz zum im Wind flatternden Fähnchen ist der Korken den Elementen völlig ausgeliefert. Er kann nicht bestimmen, wo es ihn hintreibt. Hilflos, ziel- und orientierungslos schwimmt er mal hierhin, mal dorthin. Manchmal bleibt er irgendwo hängen – eine kurze Verschnaufpause, ehe ihn die nächste Strömung wieder mitnimmt und an einen anderen Ort trägt. So geht das Tag für Tag und ein Ende ist nicht absehbar.

Fühlen Sie sich auch manchmal wie dieser Kork im Ozean?
Dann sind Ängste ein häufiger Begleiter, denn Sie wissen nie, welche „Katastrophe“ als nächstes daherkommt. Sie erleben sich vielfach als Opfer der Umstände. Auf der Suche nach einem sicheren Hafen, in dem Sie zur Ruhe kommen, greifen Sie nach jedem Strohhalm, der Ihnen Orientierung verspricht. Dadurch übersehen Sie, was gut für Sie ist und was nicht. Wie Sie das eine vom anderen unterscheiden, haben Sie bislang nicht gelernt. Daher ist es in diesem Szenario besonders wichtig, dass Sie lernen, ein Urvertrauen zu entwickeln – sowohl in das Leben insgesamt wie in Ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen.

Aus diesem Getriebensein steigen Sie aus, in dem Sie sich bewusst machen, dass Sie kein Opfer sind, sondern sich nur so fühlen. Gewöhnen Sie sich daran, dass Sie jederzeit die Freiheit haben, sich für etwas anderes zu entscheiden. Das ist zunächst eine Herausforderung, denn es ist so ungewohnt und unerhört.

Dürfen Sie das wirklich, sich entscheiden?
Doch wer sollte Ihnen die Erlaubnis geben, für sich selber, Ihre Wünsche und Bedürfnisse einzutreten? Niemand als Sie selber kann dies tun.

Dem immer gleichen Kreislauf entrinnen

Haben Sie sich in einem dieser Szenarien wieder erkannt – wenn auch nur zum Teil?

Sie haben die Freiheit, dort noch eine Weile zu bleiben und sich bewusst zu machen, welche Vorteile dies für Sie mit sich bringt und welche Nachteile damit verbunden sind.

Sie können sich auch gleich dafür entscheiden, aus diesem sehr immer gleichen Kreislauf auszusteigen und einen eigenen Standpunkt zu finden. Der erste und wichtigste Schritt dafür ist Ihre Entscheidung, dass Sie etwas ändern wollen. Danach machen Sie sich auf die Suche nach Ihrem ganz persönlichen Standpunkt.

Was haben Sie davon, etwas zu verändern?

Ein eigener Standpunkt führt zu einer neuen Form von Beständigkeit. Diese fühlt sich anders an als alles, was Sie bislang erlebt haben. Es ist die Beständigkeit Ihrer persönlichen Ziele oder zumindest Ihrer Träume davon, was Ihrem Leben Sinn und Bedeutung verleiht. So wie es Franziska Schmid im letzten Beitrag beschrieb: „… Eines habe ich nie vergessen: das Feuer, das ich damals in mir spürte“.

Wenn Sie mit dem verbunden sind, was Ihnen von Herzen wichtig ist und Ihre Persönlichkeit ausmacht, erleben Sie dieses belebende Feuer. Es wird nur verlöschen, wenn Sie es zulassen.

Anregungen, wie Sie Ihren eigenen Standpunkt finden und mit einer klaren Haltung dafür einstehen, finden Sie in diesem Beitrag: Wie lange wollen Sie noch warten?

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

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