Take a Stand – In and For Your Life!

Nein, dies wird kein englischsprachiger Blogbeitrag. Doch so lässt sich besser ausdrücken, was mir wichtig ist.
Die offizielle Übersetzung für den ersten Teil der Überschrift „Take a Stand“ lautet „Stellung beziehen“. Das trifft es nicht ganz. Im englischen Ausdruck geht es vielmehr darum, eine bestimmte Haltung zu haben und diese zum Ausdruck zu bringen. Also festverwurzelt für etwas einzustehen.

Sowie in diesen Sommerwochen viele Menschen für Menschenwürde und das Recht auf Asyl einstehen. Sie setzen sich für die vielen Flüchtlinge ein, engagieren sich in vielfältiger Weise und demonstrieren gegen die häufig anzutreffende Fremdenfeindlichkeit. Ich halte es für wichtig, hier eine klare Position zu haben und sich dafür stark zu machen.

Wie ist es in Ihrem eigenen Leben?
Welche Haltung haben Sie und wofür treten Sie ein?

Das mag eine provokante Frage sein angesichts all der Herausforderungen und des Leids, das uns über die Medien an allen Ecken und Enden begegnet. Doch ich will diese Frage hier stellen, auch wenn ich damit auf Unverständnis und Abwehr stoße. Immer wieder fällt mir auf, wie viele Menschen nicht wissen, wofür sie in ihrem Leben stehen und was ihnen wichtig ist. Da ist es passend, wenn es an anderer Stelle Not und Leid gibt, für das sie sich einsetzen können. Das lenkt ab und sie brauchen nicht über sich selber nachzudenken.

Andererseits spüren viele Menschen den Drang, sich mit diesen Themen zu befassen und ihrem Leben eine Bedeutung zu geben und einen Sinn für ihr Tun zu finden. Wenn das auch für Sie so ist, finden Sie hier erste Anregungen. In weiteren Beträgen vertiefe ich dieses Thema weiter.

Als Pfarrerstochter bin ich schon früh diesen Martin Luther zugeschriebenen Worten begegnet:

„Hier stehe ich und kann nicht anders!“

An allen wichtigen Stationen meines Lebens tauchte dieser Satz auf und stellte unerbittlich die Frage: Wofür stehst Du? Oftmals erlebte ich Situationen, in den ich ganz klar wusste: Ich kann nicht anders! Hier will und muss ich mich engagieren – für mein eigenes Wohlergehen oder das von anderen, mit denen ich gerade zu tun hatte.

Können Sie das auch für Ihr Leben sagen?

Wissen Sie, wofür Sie stehen?
Oder weichen Sie dieser Frage aus, legen sich nicht fest und halten sich alle Optionen offen. Das kann man als Feigheit auslegen, als Mutlosigkeit wahrnehmen – oder es beruht auf der Tatsache, dass Sie bislang keinen Zugang dazu gefunden haben.

Als Mutmacherin ist es mir ein Anliegen, Menschen darin zu bestärken, für das einzutreten, was ihnen wichtig ist. Mit Ihnen gemeinsam herauszufinden, wofür Sie gehen, Kraft aufbringen und Energie einsetzen wollen – vielleicht ohne gleich zu wissen, was am Ende dabei herauskommt. Ich möchte dies an drei Beispielen illustrieren und Ihnen zeigen, dass es „ganz normale“ Menschen sind, die zu dem stehen, wer sie sind und was ihnen wichtig ist.

Beispiel 1: Franziska Schmid

Schmid_Porträt_zugeschnAls Franziska zu mir kam, war sie noch in Festanstellung in einer PR-Agentur und beschäftigte sich nur in ihrer Freizeit mit den Themen, die sie begeisterten und ihr am Herzen lagen. Durch den Besuch einer Gründermesse formte sich in ihr langsam der Wunsch, sich selbständig zu machen. Im Coaching wurde schnell deutlich, was „ihr Ding“ war. Ihr persönlicher Lebensstil sollte eine wichtige Rolle in einer Selbständigkeit spielen: Franziska lebt und isst seit vielen Jahren vegan.

Heute teilt die Bloggerin und zweifache Buchautorin ihre Begeisterung und inspiriert damit andere. Seit fünf Jahren schreibt sie über Kosmetik, Mode, Restaurants und Cafés.

In ihrem Blog VeggieLove schrieb sie am 26. August 2015:
Diese Seite wurde immer mehr zu einer verblassenden Erinnerung an das, was ich im August 2010 begonnen hatte. Nur eines habe ich nie vergessen: das Feuer, das ich damals in mir spürte und gar nicht anders konnte als über das schöne vegane Leben zu schreiben. Was vor fünf Jahren für die ein oder andere hochgezogene Augenbraue sorgte. Heute gar nicht mehr vorstellbar, aber damals war Veganismus sehr, sehr weit davon entfernt, Trendthema zu sein.

Passend zum Thema dieses Beitrags findet sich auf ihrem Blog das Zitat:
If you don’t stand for something, you will fall for anything.
(Wenn Sie nicht für etwas stehen, werden Sie für alles fallen.)

Beispiel 2: Natalie Schnack

Foto Natalie SchnackGeboren 1972 als Tochter deutscher Aussiedler in den Weiten von Kasachstan, wusste Natalie nie so richtig, wohin sie gehört. Als die Familie 1994 die Möglichkeit bekam, nach Deutschland auszuwandern, sollte alles besser werden. Doch zunächst war das Gegenteil der Fall. Sie erlebte eine wahre Odyssee aus Behördengängen, Ablehnungen, Ängsten und Ohnmachtsgefühlen.

Doch am schlimmsten war für Natalie das Gefühl, unterschätzt zu werden. Sie wusste immer, dass sie mehr kann als man ihr zutraute und sie zeigen durfte. So machte sie mehrere Ausbildungen, absolvierte das Studium zur Wirtschaftsingenieurin (FH) neben Vollzeitarbeit und der Betreuung ihres Sohnes. Schließlich machte sie Karriere als Quotenfrau im technischen Bereich eines großen Medien-Konzerns. Diesen verließ sie 2009, um auf ihre ganz eigene Art erfolgreich selbständig zu sein.

Selber introvertiert, hat sich Natalie in den letzten Jahren darauf konzentriert zu zeigen, dass introvertiert nicht gleich schüchtern ist, sondern nur eine andere Art des Seins. Das Anliegen der zweifachen Buchautoren ist es heute, anderen Selbständigen zu ermutigen, auf ihre eigene Art und Weise sichtbar zu werden. Dazu hat sie in diesem Jahr die „Akademie für Introvertierte“ gegründet.

Beispiel 3: Claudia Dietl

Foto Claudia Dietl Claudia lernte ich kennen, als sie noch angestellt war. Schon damals war zu spüren, dass die Kauffrau mit Unternehmersinn eine Idealistin ist und fest an das Gute im Menschen glaubt. Da dieses Gute oft leise und unscheinbar daher kommt, hat sich die Wirtschaftsmediatorin und Vertriebsberaterin zur Aufgabe gemacht, Unternehmen zu helfen, ihre gute Qualität sichtbar zu machen. Sie findet, dass eine gesunde Mischung aus Wirtschaftlichkeit und Ehrbarkeit erstrebenswerter ist als Profit und Umsatz um jeden Preis.

Claudia glaubt daran, dass die Zukunft den Unternehmen gehört, die verstanden haben, dass Menschen und Ressourcen geachtet werden müssen. Daher arbeitet sie nur für Unternehmen, denen Werte wichtig sind und die mit ihrer Arbeit mehr erreichen wollen als nur Geld zu verdienen.

In den elf Jahren ihrer Selbstständigkeit hat sie erkannt, dass ihr die Kaltakquise Spaß macht – etwas, was viele nicht verstehen können. Ihr Fokus liegt dabei auf dem Thema Werte im Verkauf, denn sie ist davon überzeugt, dass die Wirtschaft der Zukunft stark von Werten geprägt sein wird.

Mit ihrer Arbeit möchte Claudia dazu beitragen, dass Unternehmen erkennen, dass man sich nicht verbiegen muss, um erfolgreich zu verkaufen. Daher steht auf ihrer Webseite gleich zu Beginn ein wichtiger Satz. Dieser zieht sich auch als roter Faden durch ihr Buch Ethisch handeln – erfolgreich verkaufen: Es ist an der Zeit, dass die Guten das Rennen machen und nicht die Lauten.

Einen Standpunkt beziehen – für das eigene Leben

Diese drei Frauen stehen zu dem, was ihnen wichtig ist. Alle drei haben einige Zeit gebraucht, bis sie dies erkannt haben und bereit waren, für diese Werte einzutreten und sie nach außen zu tragen.

Gerade in der heutigen Zeit ist es nicht immer einfach, die eigenen Werte wahrzunehmen und zu leben. Täglich strömt eine Vielzahl an Informationen auf uns ein und ständig hören wir: Tu‘ dies… Mach‘ jenes… Regelmäßig werden neue Ideen als richtig und wichtig durch die (sozialen und anderen) Medien getrieben. Dies führt zu einer wachsenden Verunsicherung und damit verbunden zu einer Überforderung. Hier die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und anzuerkennen, erfordert Aufmerksamkeit ebenso wie Achtsamkeit. Beides ist einem beschleunigten Alltag oft nur schwer umzusetzen.

Dennoch ist es wichtig, sich diese Zeit zu nehmen.
Immer wieder innezuhalten und nachzuspüren:

  • Was brauche ich – jetzt und überhaupt?
  • Passt das, was ich lese und höre, wirklich zu mir – oder laufe ich Ideen und Vorstellungen anderer nach?

Sind wir in Kontakt mit uns, unseren Bedürfnissen und Werten, erleben wir einen Halt, aus dem eine Haltung entsteht. Aus dieser Haltung heraus erleben wir die Kraft und Stärke, unseren Standpunkt gegenüber anderen zu vertreten. Dann fällt es leichter, über das zu sprechen, was uns wichtig ist, was uns begeistert oder aufregt, und was wir in die Welt hinaus tragen wollen.

Manchmal dauert es Jahre, bis wir dazu bereit sind.

Bis der Zeitpunkt da ist, an dem wir spüren: Ich kann nicht anders!
Jetzt gibt es kein Zurück mehr, sondern nur noch dazu stehen und es zum Ausdruck bringen.

So wie bei mir in den letzten Wochen. Schon im Frühjahr gab es die ersten Anzeichen, die mir signalisierten: So wie bisher geht es nicht weiter! Doch es dauerte noch bis in den August hinein, bis ich die wahre Ursache meiner zunehmenden inneren Lähmung erkannte.

Als ich Mitte August am Genfer See auf der Konferenz „Spiritual Living – Conscious Awareness“ war, wurde mir von Tag zu Tag klarer: Es ist an der Zeit, auch über das zu sprechen, womit ich mich seit über 20 Jahren beschäftige und eine andere Seite von mir zu zeigen, die ich bislang vollkommen privat gehalten habe. Obwohl diese einen großen Einfluss hat auf meine Art zu denken, zu handeln und zu arbeiten. Doch bislang war ich noch nicht bereit, damit nach außen zu gehen.

Bergmann-Chateau-de-BosseyDas hat sich in den Tagen am Genfer See geändert. Seit meiner Rückkehr habe ich mit einigen Menschen darüber gesprochen, wie wichtig mir meine spirituelle Arbeit und die Beschäftigung mit der von Ernest Holmes entwickelten Philosophie des Science of Mind (auf Deutsch: Die Vollkommenheitslehre – Link zu Amazon) sind. Die Resonanz war ohne Ausnahme positiv.

Bereits nach meiner ersten Konferenz 2007 in England wollte ich damit rausgehen und seither noch mehrfach. Doch etwas hielt mich jedes Mal zurück. Diesmal ist es anders. Zum einen habe ich während der Konferenz sehr viel Rückenstärkung und konkrete Hilfeangebote erhalten. Zum anderen habe ich verstanden, wie wichtig es ist, diese Themen zu vermitteln. Für mich selber und mein Wohlergehen wie für das anderer Menschen. Auch für Sie, wenn Sie gegenwärtig Orientierung und Halt wünschen, mit Ihrem bisherigen Verständnis von „Gott und der Welt“ an Grenzen stoßen und neue Anhaltspunkte suchen.

Eine neue Sichtweise entwickeln

Sie lernen eine neue und doch sehr alte Sichtweise kennen, die Grundgedanken aller Weltreligionen beinhaltet. Sie entwickeln ein neues, modernes Gottesverständnis und erkennen, wie Sie Ihre Lebensfreude stärken, Ihre Arbeit erleichtern und andere, bessere Ergebnisse erzielen. Im November 2015 werde ich eine Onlinegruppe „Verändere dein Denken, verändere dein Leben“ starten.

Am 21. September und noch einmal am 19. Oktober 2015 bieten wir jeweils um 19:00 Uhr ein einführendes Webinar an, in dem wir die wichtigsten Grundprinzipien vorstellen. Wenn Sie neugierig sind und dabei sein wollen, schicken Sie mir eine Mail mit dem Betreff „Einführungs-Webinar SoM“.

Doch was ist, wenn Sie noch nicht an diesem Punkt sind?
Im nächsten Beitrag können Sie sich anhand von drei Szenarien einordnen und erhalten erste Denkanstöße, wie Sie zu einem eigenen Standpunkt gelangen.

Was halten Sie davon? Teilen Sie meine Meinung oder stehen Sie woanders?

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

8 Gedanken zu „Take a Stand – In and For Your Life!

  1. Sylvia Grotsch

    Hallo Frau Bergmann,
    nur das Leben, von dem wir sagen, dass wir es einfach leben “mussten” ist ein wirklich erfülltes Leben. Ich gratuliere Ihnen herzlich zu diesem mutigen Schritt – ich weiß, was er bedeutet. Und ich bin überzeugt, Sie werden auf gute Resonanz stoßen, denn die Zeit ist reif für “so etwas”: Alles im Außen hat seinen Ursprung im Innen.
    Herzliche Grüße
    Sylvia Grotsch

  2. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Frau Grotsch,
    vielen Dank für Ihre Rückmeldung und ihre Ermutigung, jetzt diesen Schritt zu gehen. Er fällt mir nicht leicht, doch zu verharren wo ich bin, passt auch nicht mehr.
    Vielen Dank auch für Ihre immer wieder inspirieren Blogbeiträge, die mich zum Nachdenken bringen.
    Herzliche Grüße
    Ulrike Bergmann

  3. Petra Schlitt

    Liebe Ulrike Bergmann,
    dann bin ich ja mal sehr gespannt auf die neuen Facetten. Ich werde mich gleich mal für das Webinar anmelden.
    Herzliche Grüße aus Frankfurt
    Petra Schlitt

  4. Hedwig Hanf

    Liebe Frau Bergmann,
    “alles hat seine Zeit” und ich bin überzeugt, dass die Zeit für SOM nun reif war. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.
    Herzliche Grüße
    Hedwig Hanf

  5. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Danke, liebe Frau Hanf, für Ihre guten Wünsche.
    Ich bin selber gespannt, wohin mich dieser Weg führt – denn dabei lasse ich mich führen.
    Herzliche Grüße vom Chiemsee
    Ulrike Bergmannhttps://www.mutmacher-magazin.de/wp-admin/edit-comments.php?p=7133&approved=1#comments-form

  6. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Petra Schlitt,
    wir arbeiten schon intensiv an den Inhalten für dieses neue Angebot. Die weiteren Informationen dazu kommen in Kürze – auch auf diese Seite.
    Ich freue mich auf Ihr Feedback nach dem Webinar.
    Herzliche Grüße vom Chiemsee
    Ulrike Bergmann

  7. Pingback: Take a Stand, Teil 2: Erwischt?! | Mutmacher-Magazin

  8. Pingback: ... während ich andere Pläne machte - Mutmacher-Magazin

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