Zeit für eine Neuerung: Vom Sie zum Du

Kürzlich habe ich die Leserinnen und Leser meiner MUT-Impulse befragt. Unter anderem wollte ich wissen, welche Anrede sie sich im Newsletter – und damit auch in den Beiträgen im Mutmacherin-Magazin – wünschen. Das Ergebnis sah so aus:

2015-12_Grafik_Du-Sie-Umfrage

In konkreten Zahlen heißt dies: 59 Prozent wünschen sich das Du, 29 Prozent ist es egal und nur elf Prozent möchten Sie bleiben. Da ich zunehmend stärker das Gefühl hatte, dass es Zeit für einen Wechsel vom Sie zum Du ist, freue ich mich über dieses Ergebnis.

Dies sind meine persönlichen Gründe dafür:

  • Im Mutmacherin-Magazin geht es um sehr persönliche Themen, die auch eine persönliche Sprache erfordern. Unser Unterbewusstsein nimmt Informationen auf der Du-Ebene besser auf als durch das distanziertere Sie. Schließlich handelt es bei ihm um keine außenstehende Person, sondern um einen ein Teil von uns, mit dem wir in der Regel in persönlichem Kontakt sind 😉
  • Beim Du habe ich eine konkrete Person vor Augen, die ich in meinen Beiträgen viel besser ansprechen kann. Ich habe zunehmend erkannt, dass ich beim Sie auf Distanz bleibe und ich eher eine Personenmenge vor mir sehe, in der die Einzelperson leicht untergeht. Künftig möchte ich noch stärker als bislang auf individuelle Themen und Fragestellungen eingehen und dazu Anregungen geben. Durch die Umfrage habe ich schon einige Wünsche für die Themenauswahl erhalten, andere ergeben sich aus Rückmeldungen zu den MUT-Impulsen, Kommentaren im Mutmacher-Magazin oder der Arbeit mit Coachees und den Teilnehmenden meiner Angebote.
  • Viele der Leserinnen und Leser meines Newsletters duze ich ohnehin. Schon seit Jahren verwende ich in meinen CoachingGruppen wie auch in einigen Workshops das Du – und wir behalten es anschließend auch bei. Dies geschieht aus den gleichen Gründen wie im ersten Punkt angesprochen: es sind halt sehr persönliche Themen…
  • Nur weil wir beim Du sind, bedeutet dies nicht, respektlos miteinander umzugehen oder unhöflich zu sein. Im Gegenteil! Ich habe zu vielen meiner Kunden ein freundschaftliches Verhältnis, das auf der Wertschätzung für den einzelnen Menschen und seinen oder ihren individuellen Weg beruht.

In meinen Medien und meinem Außenauftritt werde ich nach und nach die Umstellung vom Sie auf das Du vornehmen. Das wird in der Übergangszeit noch ein wenig seltsam wirken, doch Entscheidungen lassen sich nicht immer sofort und auf einmal umsetzen. Zumal es für mich, so wie ich aufgewachsen bin, nicht der Normalzustand ist, unbekannte Menschen gleich zu duzen. Andererseits lebe ich in Bayern, wo auf dem Land das Du zum normalen Umgangston gehört – das hat mir jetzt bei der Entscheidung geholfen 🙂

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

3 Gedanken zu „Zeit für eine Neuerung: Vom Sie zum Du

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  2. Frank

    Danke, liebe Ulrike, ich fühle mich bei dir mit dem Du “richtig” angesprochen. Das Sie hat etwas ausweichendes, Distanz schaffendes. Ich empfinde es so: Mit dem Sie wird die Funktion oder Rolle des Gegenübers betont, mit dem Du die Seele oder die Beziehung zum Gegenüber.

  3. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Vielen Dank, lieber Frank, für Deine Zeilen. Du bringst einen weiteren Punkt ins Spiel, den ich so noch nicht gesehen hatte. Herzlichen Dank für diesen Impuls!

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