Mit weniger Krafteinsatz zu besseren Ergebnissen

In meinem ersten Blogbeitrag 2016 beschrieb ich mein wichtigstes Ziel für dieses Jahr: meinem inneren Ratgeber vertrauen und mich von ihm leiten lassen. Dieses Ziel habe ich seither konsequent umgesetzt. Jetzt, zehn Wochen nach Jahresbeginn, kann ich feststellen: noch nie zuvor habe ich bei geringem Krafteinsatz so gute Ergebnisse erzielt!

Welche Erfahrungen habe ich gemacht?

In mindestens 90 Prozent meiner Zeit fühle ich mich im Fluss und sanft von der Lebenskraft getragen. Ich führe dies zurück auf mein wachsendes Vertrauen, dass entstehen will bzw. wird, was für mich jeweils passend und stimmig ist. Dadurch habe ich neben meiner Arbeit mehr Zeit für vieles, was bislang auf der Strecke geblieben ist. Zudem verspüre ich deutlich mehr Energie. Mein jetzt vorherrschende Lebensgefühl lässt sich mit dem Titel eines französischen Films von 1988 beschreiben: Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss – und das fühlt sich außerordentlich gut an 🙂

Dazu beigetragen hat, dass ich deutlich weniger im Voraus plane, sondern meinem inneren Ratgeber folge. Dieser macht sich auf vielfältige Weise bemerkbar: durch Handlungsimpulse, ein klares Gefühl von Stimmigkeit oder durch Ideen, die auftauchen UND bleiben.

Wie bin ich vorgegangen?

Begonnen hatte ich bereits in der Weihnachtszeit. Eher ungeplant bin ich selbst an den Feiertagen bereits um 6:00 Uhr aufgewacht und, statt mich wie sonst noch einmal umzudrehen, jedes Mal aufgestanden. In dieser frühen Stunde habe ich Morgenseiten geschreiben, mich mit den Fragen aus meinen Jahreswende-Impulsen beschäftigt und meditiert.

So entstand eine Gewohnheit, die ich auch nach den Feiertagen beibehalten habe. Ich wache immer noch recht früh auf, stelle mir allerdings auch den Wecker, wenn es mal später geworden ist. Meist folge ich ihm, an manchen Tagen auch nicht. Schließlich möchte ich daraus keinen Zwang werden lassen, sondern es bei einer lieb gewonnenen Gewohnheit belassen.

Durch einige persönlich belastende Erfahrungen im Januar habe ich mich gefragt, welche Elemente mir im Tagesverlauf so wichtig sind, dass ich sie zu meiner persönlichen Unterstützung einbauen möchte. Diese vier Punkte sind herausgekommen – die wichtigsten davon habe ich hervorgehoben:

  • Kontemplation/Meditation und Gebet
  • Nachdenken und Lesen
  • Bewegung im Freien/in der Natur
  • Mindestens ein persönliches Gespräch

Ich achte darauf, jedem dieser Bereiche über den Tag verteilt mindestens 15, lieber noch 20 Minuten Zeit zu widmen. Dies gelingt mir für alle vier Aspekte tatsächlich an mindestens sechs von sieben Tagen. Es ist so sehr zu einer Gewohnheit geworden, dass ich selbst an den Coachingtagen bei der IHK in München darauf achte und diese Punkte einbaue. Das sieht dann so aus, dass ich morgens im Zug nach München meditiere und anschließend lese oder mir Gedanken zu einem Projekt mache. In der Mittagspause drehe ich eine Runde um den Block statt mit den Teilnehmern zu ratschen (und morgens laufe ich schon bei Sonnenaufgang zum Bahnhof – noch ein Plus, das ich erst jetzt so richtig schätze!). Für persönliche Gespräche besteht an solchen Tagen ohnehin genug Zeit 😉

Es fällt mir – einmal dafür entschieden – sehr leicht, mich an meine selbst auferlegten Vorgaben zu halten. Die Wirkung ist enorm und bestärkt mich darin, dabei zu bleiben.

Plane täglich mindestens 20 Minuten „Ruhezeit“ ein.

Mache in dieser Zeit ausschließlich etwas für Dich und Dein Wohlergehen – das kann in der Tat auch einfach ruhen sein. Dir diese Zeit zu nehmen und sie fest in Deinen Tagesablauf einzuplanen, ist eine Frage der Selbst-Wert-Schätzung. Ich habe das Wort bewusst in seine Einzelteile zerlegt, denn darin stecken drei Faktoren, die meines Erachtens für Dein persönliches Wohlergehen von außerordentlicher Bedeutung sind:

  • Du tust etwas für Dich selbst, was nur Dir dient und worüber Du folglich auch die volle Kontrolle hast.
  • Du erkennst, dass Du es wert bist, etwas für Dich zu tun statt ständig nur an andere (Familie, Freunde, Boss, Kollegen, usw.) zu denken.
  • Darin steckt ein Schatz. Dieser offenbart sich erst im Laufe der Zeit völlig. Zunächst hast Du möglicherweise den Gedanken: Dafür habe ich keine Zeit! Damit bleibst Du Hamsterrad und findest den Absprung nicht. Diese 20 Minuten können der Schlüssel sein, mit dem Du das Rad zumindest für kurze Zeit anhältst und entdeckst, was Dir selber wichtig ist.

Drei Empfehlungen für Dich

Mit den folgenden Anregungen gelingt es Dir, ähnliche Ergebnisse zu erzielen.

1.  Gestalte ein Morgenritual.

Was wäre für Dich ein guter Einstieg in den Tag?
Hier einige Beispiele, wie solch ein Start aussehen kann: einen meditativen Text lesen zur Einstimmung auf den Tag*… Dir vorstellen, wie Du anstehende Aufgaben löst… mit dem Hund spazieren gehen oder mit der Katze spielen… Nach Deiner Lieblingsmusik in den Tag tanzen… Yoga- oder andere Körperübungen durchführen…
Dies gibt Dir einige Anregungen. Probiere verschiedene Möglichkeiten aus, bis Du gefunden hast, was am besten zu Dir passt.

* Empfehlungen dazu gebe ich demnächst in einem eigenen Beitrag.

2.  Finde Deine „Must Haves“ heraus.

Das sind die Elemente, die Dir Kraft und Energie schenken. Was brauchst Du, damit ein Tag für Dich „gelungen“ ist? Achte hier besonders auf die kleinen Dinge, aus denen Du schöpfen kannst und die zu Deinem Wohlergehen beitragen. Besonders wichtig sind solche Kleinigkeiten an den Tagen oder in Phasen, die Dir viel ab verlangen, so dass Du leicht aus der Balance gerätst.

3.  Nimm Verbindung auf zu Deinem inneren Ratgeber.

Das ist die Instanz in Dir – auch Intuition genannt –, die besser als Dein Verstand weiß, was für Deine Ziele und deren Umsetzung wichtig ist. Dieser Ratgeber hat Zugang zum kollektiven Bewusstsein und kann von dort Informationen abrufen, die Dir vom Verstand her nicht zur Verfügung stehen. Dein Ratgeber macht sich auf verschiedenen Wegen bemerkbar. Er kann mit Dir sprechen, Bilder liefern oder gibt Dir durch Gefühle Impulse. Manchmal liefert er Informationen auf allen Kanälen, um Deine Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Wenn Du Schwierigkeiten mit einem Zugang zu Deiner Intuition hast, probiere folgendes aus: Setze Dich still hin und atme ein paar Mal tief und ruhig, bis alle Anspannung aus Deinem Körper verschwunden ist. Bitte dann darum, Informationen zu X (= Dein Anliegen, Aufgabe, Thema) zu erhalten – und zwar auf eine Weise, die Du auch verstehst.

Erforderlich ist allerdings, dass Du die Kontrolle loslässt und alle auftauchenden Impulse annimmst anstatt zu hinterfragen, ob diese richtig sind, etwas bringen oder zum (in Deiner Fantasie ausgemalten) Ergebnis führen. Schreibe Dir Du diese Impulse auf, folge ihnen für einige Wochen und beobachte, was dadurch entsteht. Sei einfach neugierig auf das, was sich zeigt.

Einige Vorteile in Kürze

Hier zusammengefasst die drei wichtigsten Ergebnisse, die bei Teilnehmenden meines gerade beendeten Onlinekurses „Endlich handeln“ aus solchen 20-Minuten-Einheiten entstanden sind:

  • Sie haben dazu geführt, aus dem rastlosen Tun auszusteigen und einen Geschmack davon zu bekommen, dass es noch andere Möglichkeiten gibt und anderes auch wichtig ist.
  • Es entstand mehr Klarheit über Wünsche und Bedürfnisse sowie die Erkenntnis, dass diese bislang keinen Raum hatten, um sich bemerkbar zu machen.
  • Das eigene, hinderliche Verhalten wurde erkannt und neue Möglichkeiten ausprobiert. Einige haben festgestellt, wie viele Aufgaben sich in kleinen Schritten erledigen lassen und wie viel besser die eigene Zeit dadurch genutzt wird.

Noch ein Hinweis:

20 Minuten Meditation oder Innehalten können am Anfang zu viel sein, wenn Dein Kopf sehr aktiv ist und Du nicht gewohnt bist, mal nichts zu tun. Beginne in diesem Fall mit fünf Minuten, in denen Du nur still sitzt und ein- und ausatmest. Zähle innerlich jeweils pro Atemzug bis 4 und konzentriere Dich auf den Raum zwischen Deinen Augenbrauen (das sogenannte dritte Auge). Damit schaltest Du Gedanken leichter aus. Oder nutze für den Einstieg diese Video-Anleitung: 1-Minuten-Meditation.

Hast Du Lust bekommen, Deine Kraft besser einzusetzen und damit andere Ergebnisse zu erreichen? Lass uns in den Kommentaren an Deinen Erfahrungen teilhaben.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

4 Gedanken zu „Mit weniger Krafteinsatz zu besseren Ergebnissen

  1. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Vielen Dank, Mira. Gleich morgens mit der Natur in Berührung zu sein, stärkt uns für den Tag. Bei mir ist dies eher zur Mittagszeit. Doch seit einigen Monaten habe ich wieder ein Montagmorgenritual dazu: da treffe ich mich mit einer Freundin und wir gehen etwa eine Stunde gemeinsam spazieren. Das ist wie ein Energiespritze für die ganze Woche 🙂

  2. Martina

    Liebe Ulrike, vielen Dank für diesen Artikel! Ich kann jeden deiner Punkte unterstreichen und es tut so gut, alles so wunderbar zusammengefasst lesen zu dürfen. Am stärksten berührt (und beeindruckt) mich, dass du die Dinge, die dir wirklich lieb und wichtig sind so gut benennen kannst und zu einem nichtverhandelbaren Teil deines Tagesablaufs machst. Ich versuche genau das auch seit längerem. Aber bereits in der Verwendung des Wortes “versuche” ist erkennbar, dass ich da oft viel zuviel Spielraum lasse. Dein Beispiel ist genau der Impuls, den ich in dieser Hinsicht brauche!
    Sonnige Grüße,
    Martina

  3. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Martina,
    herzlichen Dank für Deine Rückmeldung. Die nichtverhandelbaren Teile in meinem Tagesablauf sind auch nicht von jetzt auf gleich entstanden, sondern durch ein genaues hinspüren und überprüfen. Danach war es “nur noch” eine Entscheidung, dies auch umzusetzen. Inzwischen ist es mir in gewisser Weise in Fleisch und Blut übergegangen, sodass ich Darüber keine inneren Diskussionen erführe 🙂
    Ich wünsche Dir eine erfolgreiche Umsetzung Deiner „Must Haves”.
    Ulrike

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