Weitermachen wie bisher? Angst bringt keine Lösung!

In meinem Denkanstoß zur aktuellen Lebens- und Gefühlslage hatte ich Dir Anregungen versprochen, wie Du mit den weltlichen „Wachstumsschmerzen“ umgehen und persönliche Sicherheit gewinnen kannst. Beim Schreiben ist mir deutlich geworden, dass sich diese Anregungen nicht in einen einzigen Beitrag packen lassen. Dieser wäre viel  zu umfangreich geworden, so dass ich zwei Teile daraus gemacht: In diesem ersten Teil geht es darum, warum „weitermachen wie bisher“ Dich nicht weiter bringt. Im zweiten Teil erfährst Du, wie Du Sicherheit gewinnst – immer und überall.

Weitermachen wie bisher…

Gehörst Du zu den Menschen, die automatisch in den Modus der Angst gehen oder sich Sorgen um die Zukunft machen, wenn sie eine Situation nicht kontrollieren können? Das ist zwar verständlich, jedoch keine gute Strategie. Und vor allem bringt sie “mehr des gleichen”. Warum das so ist, erfährst Du hier…

Was geschieht im Moment der Angst?

Angst schnürt uns spürbar die Kehle zu. Wir fühlen uns wie gelähmt und sind nicht in der Lage, vernünftig zu handeln. Wir sind wie auf Autopilot unterwegs. So wie es schon bei unseren Urahnen in der Steinzeit der Fall war: wir stellen uns tot, fliehen oder kämpfen – verbal oder mit unseren Fäusten.

Diese alten Überlebensmechanismen sind in unseren Genen abgespeichert und wirken bis heute. Das ist auch der Grund, warum es vielen Menschen schwer fällt, mit Veränderungen umzugehen. Bei Veränderungen fühlen wir uns wie auf einem schwankenden Schiff. Hier wie dort ist es schwierig, uns an die schaukelnden Bewegungen anzupassen und aufrecht zu bleiben. Dies gelingt nur, wenn wir lernen, flexibel mit unkontrollierbaren Schwankungen umzugehen. Dafür brauchen wir neue Verhaltensweisen als bislang und diese müssen wir aktiv und bewusst entwickeln. Welche dies sind und wie Du sie einsetzt, erfährst Du weiter in einem weiteren Beitrag.

Sorgen schaffen Probleme und lösen sie nicht

Wer sich Sorgen macht, hat Angst vor künftigem Versagen, vor Verlust und Elend und vor dem Tod. Mit Sorgen lenken wir unsere Gestaltungskräfte in die falsche Richtung und erzeugen ungewollt genau die Situationen, die wir vermeiden wollen. Statt unsere Energie auf mögliche Lösungen zu richten, verstärken wir so bestehende Probleme oder erschaffen zusätzlich neue.

Hast Du Dich schon mal gefragt, wozu Dir Deine Sorgen dienen?

Viele Menschen glauben, dass sie damit das von ihnen Befürchtete verhindern können. Doch das Gegenteil ist der Fall! Du erschaffst damit ein Gedankenumfeld, in dem Deine gedanklichen Dämonen gutes Futter finden und sich breitmachen können. Zugleich nimmst Du Dir die Möglichkeit, zu erschaffen, was Dein Herz begehrt und was Du wirklich erreichen möchtest. Dies zu erkennen, ist der Schlüssel dafür, einen anderen Weg zu finden und zu gehen. Erst wenn Du nicht mehr an Deinen Sorgen festhältst, kannst Du Dich auf die wahre Quelle Deines Glücks ausrichten. Diese liegt in Dir und ist jederzeit zugängig und verfügbar.

Ängste und Sorgen lassen sich vertreiben, wenn…

Zu den größten menschlichen Fähigkeiten zählt, dass wir in der Lage sind, unsere Gedanken wie auch unsere Gefühle zu verändern. Ängste sind Gefühle, die aus Gedanken entstehen, wohingegen Sorgen von vornherein Gedanken sind. Mache Dir bewusst, dass Du in der Lage bist, aus auftauchenden Ängsten auszusteigen. Jederzeit – auch wenn Dir dies aufgrund Deiner bisherigen Erfahrungen schwer vorstellbar erscheint.

Unbewusst machst Du dies regelmäßig.

Immer wenn unangenehme Gefühle auftauchen oder bestimmte Gedanken, die Du nicht haben willst. Du verdrängt sie, weil sie in diesem Moment nicht gebrauchen oder nicht erleben willst. Doch damit sind sie nicht verschwunden. Sondern nur zur Seite geschoben oder in die Tiefen des Unterbewussten verbannt. Genau das verstärkt sie.

Gefühle wollen wahrgenommen werden

Das vorhandene Gefühl wahrnehmen ist dazu der erste Schritt, um Ängste und Sorgen zu vertreiben. Niemand schreibt “Hurra!”, wenn ein als unangenehm betrachtetes Gefühle auftaucht. Wir wollen es so schnell wie möglich loswerden.

Doch erst, wenn wir ein Gefühl wirklich wahrgenommen haben, verändert es sich. Oft bereits ohne unser Zutun. Dazu musst Du zunächst spüren – und zwar ohne die üblichen damit verbundenen Bewertungen von angenehm/unangenehm, positiv/negativ, gut/schlecht. Einfach nur neugierig sein und registrieren, was Du in diesem Moment in Deinem Körper wahrnimmst: schnelleres Herzklopfen… feuchte Handflächen… wackelige Knie… Kurzatmigkeit… Druck im Hals… Dies alles sind körperliche Wahrnehmungen, die üblicherweise mit Ängsten* verbunden sind.

* Ich spreche hier nicht von pathologischen Ängsten, sondern von normalen Angst-Reaktionen.

Wahrnehmen ohne Bewertung führt zur Veränderungen

Probiere einmal aus, was passiert, wenn Du Deinen Gefühlen volle Aufmerksamkeit schenkst. Voller Neugier wahrnimmst, was sich da in Deinem Körper ereignet. Du wirst schnell feststellen, dass sich Deine Gefühle verändern, wenn Du ihnen Deine volle Aufmerksamkeit schenkst.

Das hängt damit zusammen, dass Gefühle erlebt und erfahren werden wollen. Doch nur wenige Menschen halten es aus, so viel zu fühlen, einfach dran zu bleiben und sich auf ein als unangenehm bewertetes Gefühl einzulassen. In aller Regel steigen wir bei etwa 60 Prozent der Intensität aus, einfach weil es uns zu viel ist. Wir befürchten, von unseren Gefühlen überwältigt zu werden.

Bei normalen Angst-Reaktionen, von denen wir hier sprechen, ist dies nicht der Fall. Im Gegenteil! Je länger wir dranbleiben, umso mehr lässt die Intensität eines Gefühls nach. Bis es schließlich ganz verschwindet und wir wieder in einem “neutralen” Zustand gelandet sind.

Solange Du allerdings verhinderst, Deine Gefühle zu 100 Prozent zu (er)leben, tauchen sie wieder und wieder auf, und häufig stärker als zuvor. Sie wollen, dass Du ihnen Aufmerksamkeit schenkst – egal, ob es sich um angenehme oder unangenehme Wahrnehmungen handelt. Letztlich sind dies nur Begriffe, mit denen Du eine Bewertung dessen vornimmst, was Du gerade wahrnimmst. Es sind Etiketten, die mit dem, was in Deinem Körper tatsächlich passiert, wenig zu tun haben.

Achte einmal bewusst auf das, was in Deinem Körper passiert.
Bleibe solange dran, wie es in diesem Moment für Dich möglich ist.
Dehne diesen Zeitraum nach und nach weiter aus und sei neugierig, was dadurch entsteht.
Du wirst erstaunliche Erfahrungen machen 🙂

Im zweiten Teil findest Du fünf Anregungen, wie Du Sicherheit gewinnst – immer und überall.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

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