Was wirklich wichtig ist

Wie ich am Ende des letzten MUT-Machers schrieb, hat so ein massiver Einschnitt, wie ich ihn kürzlich erlebt habe,  vielfältige Auswirkungen. Er eröffnet neue Sichtweisen, bietet Gelegenheit, Gewohnheiten zu überprüfen und sich Gedanken darüber zu machen, was wirklich wichtig ist. Das ist in meinen Augen die wichtigste Frage überhaupt: Was in meinem Leben ist wirklich wichtig?

Mich haben der Sturz und seine Folgen dazu gebracht, mir diese Frage immer wieder zu stellen. Die Antwort kommt in der Regel nicht auf einmal als große Erkenntnis. Vielmehr zeigt sie sich in vielen kleinen Impulsen, ähnlich den einzelnen Steinchen in einem Puzzle. Wie dort fügen sie sich erst nach und nach zu einem größeren Bild, das den Blick auf größere Zusammenhänge ermöglicht.

Mich erinnert dies an eine Gelegenheit, die ich vor Jahren während eines mehrwöchigen Programms schon einmal hatte, wenn auch unter einem anderen, eher theoretischen Vorzeichen. Die Wirkung war und ist jetzt wieder sehr bereichernd und bietet viele Erkenntnisse. Hier die Ausgangssituation:

Stellen Sie sich vor, Sie hätten noch zehn Tage zu leben.

  • Wie würden Sie diese zehn Tage verbringen, alleine oder in Gesellschaft? Was würden Sie noch erledigen, was unter diesen Umständen sein lassen?

Schreiben Sie alles auf, was Sie noch erleben wollen. Trennen Sie sich von allem, was Ihnen nicht mehr wichtig ist. Sie werden feststellen, wie leicht es unter diesen „Umständen“ ist, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen.

  • Mit wem würden Sie Zeit verbringen?

In schwierigen Phasen des Lebens erkennen wir am besten, welche Menschen uns nähren, unserem Seelenleben gut tun; wer uns zur Seite steht und sich Gedanken darüber macht, was wir jetzt brauchen. Das kann auch weitere Kreise ziehen: sich zu überlegen, mit wem Sie Ihre Zeit verbringen wollen, wer Ihnen Energie gibt und wer nicht.

  • Was lösen diese Fragen in Ihnen aus?

Diese Übung ist durchaus eine Herausforderung und kann einiges zu Tage fördern, wie festsitzende Überzeugungen und Gewohnheiten oder Fragen, wie „Darf ich das  überhaupt… [zum Beispiel: mich von Menschen lösen, zu denen ich keinen Bezug mehr habe]?

Meine Empfehlung:

Erledigen Sie in den nächsten Wochen alles, was Sie sich notiert haben!

Schreiben Sie Briefe an die Menschen, die Ihnen wichtig sind oder sagen Sie es ihnen persönlich. Lösen Sie sich aus Bindungen, die sich überlebt haben. Trennen Sie sich von Ideen und Plänen, die nicht mehr wichtig sind. Buchen Sie eine Reise, von der Sie schon lange träumen. Ziehen Sie sich für einige Zeit zurück, wenn dies Ihr tiefer Wunsch ist.

Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

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