Drei Veränderungshindernisse – und wie Sie damit umgehen

Träume stehen häufig für einen Wunsch nach mehr Lebendigkeit, Freude oder Zufriedenheit. Wir wollen etwas, was wir gegenwärtig nicht in unserem Leben vorfinden. Sei es ein Heim, in dem wir uns wohl fühlen… einen erfüllenden Job… mehr soziale Kontakte… eine größere Zahl von Kunden…  Doch oft bleibt es beim Wunsch. Die damit verbundenen Schritte werden auf „ein anderes Mal“ verschoben.

Was macht es Menschen so schwer, tatsächlich Schritte in die gewünschte Richtung zu unternehmen?

Hier drei wesentliche Gründe, die mir im Laufe meiner langjährigen Begleitung in Einzelberatungen, Workshops und Coachinggruppen aufgefallen sind. Sie finden zu jedem dieser Punkte auch einen Impuls, wie Sie damit umgehen können.

Bequemlichkeit

Das ist wohl der wichtigste Punkt. Der Mensch neigt von Natur aus zu Bequemlichkeit. Das liegt zum einen in unserer biologischen Natur. Ein feiner, automatisch ablaufender Mechanismus sorgt dafür, dass alle körperlichen Funktionen auf einem bestimmten Niveau gehalten werden. Sobald es zu einer Störung kommt, setzen Abläufe ein, die den Normalzustand wieder herstellen. In der Regel geschieht dies ohne unser Zutun, auch wenn wir großen Einfluss darauf haben, was in unserem Körper vor sich geht. Doch das ist ein anders Thema 😉

Dieser biologische Mechanismus hat Auswirkungen auf unser Verhalten. So setzen wir alles daran, unser inneres Gleichgewicht zu erhalten. Am besten gelingt dies, wenn wir im Gewohnten und Bekannten bleiben. Dass dies so bleibt, darauf achten wir und tun auch einiges dafür. Erst wenn der innere Druck zu groß wird, wagen wir für unser körperliches und seelisches Wohlergehen einen Schritt ins Unbekannte. Vielfach erscheint dieser Schritt wie ein Wagnis, ein Risiko, dessen Ausgang ungewiss ist.

In solch einer Situation hilft es, sich möglichst viele Punkte zu notieren, die Sie von der Veränderung erwarten: Nutzen, Gewinn, Vorteile. Je mehr Punkte Sie hier finden, desto leichter wird es, eine Veränderung vorzunehmen.

Fehlende (Aus-)Richtung

Wer nicht weiß, wohin er will, muss sich nicht wundern, wenn er nirgendwo ankommt. (Sprichwort)

Viele Menschen handeln nach diesem Motto. Sie spüren, dass es Zeit für eine Veränderung ist, haben jedoch keinen Plan, wohin es gehen soll. Hauptsache, es passiert etwas. Das ist das Einzige, was zunächst zählt. Also starten sie einen Aktionismus. Wenn ihnen auf dem Weg die Luft ausgeht, kehren sie zurück zum Gewohnten.

Damit Ihnen dies nicht passiert, beginnen Sie zunächst mit der Frage, was Sie verändern wollen – bevor Sie sich auf den Weg machen. Wenn Sie noch nicht wissen, was anders werden soll, starten Sie mit einer Negativliste und notieren Sie sich alles, was Sie nicht mehr haben wollen.

Überlegen Sie anschließend zu jedem dieser Punkte, was Sie sich stattdessen wünschen. Das dauert meist einige Zeit. Doch wenn Sie ehrlich mit sich sind, gelangen Sie auf diese Weise zu Ihren wahren Wünschen und Bedürfnissen. Wählen Sie den Punkt aus, der Ihnen am wichtigsten ist oder am leichtesten fällt und starten Sie damit.

Ängste

Meist sind diese diffus und halten Sie dort fest, wo Sie sich auskennen und zuhause sind. Bis Sie sich Ihren Ängsten und deren Hintergründen stellen, ist das Bekannte – Ihre Komfortzone – attraktiver als etwas Neues. Machen Sie sich bewusst, was genau Sie befürchten, wenn Sie einen Schritt in die neue Richtung machen. Gehen Sie Ihren Ängsten auf den Grund und finden Sie heraus, wovor Sie wirklich Angst haben. Wo fühlen Sie das Unbehagen? Wie fühlt es sich an? Kennen Sie es aus anderen Situationen?

Bleiben Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit bei diesem Gefühl, ohne weiter darüber nachzudenken. Achten Sie darauf, was sich dadurch verändert. Seien Sie neugierig, welche Gedanken, Assoziationen und alten Erinnerungen auftauchen. Haben diese etwas mit Ihrem Traum oder Wunsch nach Veränderung zu tun oder gehören Sie woanders hin? Wenn letzteres der Fall ist, entscheiden Sie sich dafür, diesen Ängsten keine Macht mehr zu geben.

Zum Schluss noch eine Empfehlung:

Was auch immer Sie verändern wollen, beginnen Sie mit einem Beschreibung Ihrer idealen Zukunft. Vielleicht zunächst nur in Form einer Collage oder einem Symbol für das Neue. Hängen Sie dieses Bild so auf, dass es Sie immer wieder an Ihren Wunsch erinnert. Dann fällt es Ihnen im entscheidenden Moment leichter, das bekannte Ufer zu verlassen, Ihrem inneren Kompass zu vertrauen und die Segel in die gewünschte Richtung zu setzen.

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.