Ihr persönliches Erntedankfest: Danken und ins Lot bringen

Ulrike-Bergmann-Grüne-FrüchteHeute ist kalendarischer Herbstbeginn.
In diesen Tagen sind die beiden Pole Tag und Nacht im Gleichgewicht, ehe sich das Jahr der Dunkelheit zuwendet, das Licht weniger wird und wir uns stärker nach innen wenden.

Zugleich feiern wir in diesem Monat das Erntedankfest.
Es ist ein Fest der Wertschätzung für die Früchte, die wir in diesem Jahr einfahren durften. Bereits die alten germanischen Stämme feierten am 29. September ein besonderes Fest, bei dem den Göttern für die Gaben gedankt und Recht gesprochen wurde. Alles, was nicht im Gleichgewicht war, wurde an diesem Tag wieder „zu Recht gerückt“ und ins Lot gebracht. Beides lässt sich an der Schwelle zum letzten Quartal des Jahres in einer zweiteiligen Frage gut miteinander verbinden:

Wofür möchte ich danken und was möchte ich ins Lot bringen?

Dazu hier einige Anregungen, mit denen Sie eine kurze Bestandsaufnahme machen und sich auf die vor Ihnen liegenden Wochen ausrichten.

Was haben Sie im Frühjahr gesät?

Erinnern Sie sich daran, was Sie dieses Jahr erreichen und erleben wollten.

In welche Ihrer Vorhaben haben Sie Energie gesteckt?

Würdigen Sie bewusst, was Sie bereits erreicht haben – damit geben Sie Ihrem Einsatz wie auch den Ergebnissen einen Stellenwert. Viel zu oft nehmen wir das, was wir erreicht haben, als selbst verständlich und vergessen darüber, welche Faktoren dazu beigetragen haben, dass wir an dem Ort stehen, wo wir gerade stehen. Zudem ist es ein schöner Grund, sich selber zu feiern.

Doch es gibt eine andere Seite der Medaille:

Was haben Sie im Laufe der Monate aus den Augen verloren?

Bei mir haben sich in den letzten Monaten einige Schwerpunkte verschoben. Manche Projekte, die ich mir für dieses Jahr vorgenommen hatte, haben einen anderen Wert erhalten. An manches habe ich einen Haken gemacht und losgelassen, anderes auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Beides hat dazu beigetragen, die „Last des Anspruchs“ (alles erreichen zu „müssen“) zu verringern. Zugleich habe ich damit Raum geschaffen für das, was mir wichtig ist.

Was wollen Sie mit dem Samen machen, der bislang nicht aufgegangen ist?

Nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit und listen Sie auf, welche Vorhaben bislang keine Ergebnisse hervorgebracht haben.

  • Was soll daraus noch werden?
  • Sind Sie bereit, in den nächsten Wochen etwas dafür zu tun?

Entscheiden Sie für jeden einzelnen Punkt Ihrer Liste jeweils: Ja oder Nein.
Gehen Sie bei den Ja-Punkten einen Schritt weiter und überprüfen Sie, ob Sie voll und ganz dafür entschieden sind. Warum dies so wichtig ist, lesen Sie hier: Warum Entscheidungen alleine nicht zum Erfolg führen

Damit erkennen Sie auch, welches Vorhaben so viel Bedeutung hat, dass Sie noch in diesem Jahr etwas dafür tun wollen. Wie groß oder klein es auch ist, noch haben Sie genügend Zeit, einem wichtigen Vorhaben Aufmerksamkeit zu schenken und sein Wachstum zu fördern, damit es Früchte trägt.

Sehen Sie sich Ihre Ergebnisse ehrlich an

Nehmen Sie Ihre Erkenntnisse aus dem ersten Teil und ziehen Sie Rückschlüsse:

  • Wo war ich erfolgreich?
  • Was ist mir nicht gelungen?

An Ihren Ergebnissen erkennen Sie, was Sie in der Vergangenheit – bewusst oder unbewusst – gesät haben. Allen Ergebnissen liegen Denkmuster zu Grunde, die zu Erfolg oder Misserfolg führen. So wie Sie keine Kartoffeln ernten können, wenn Sie Zucchini gesät haben, so können Sie auch keinen Erfolg ernten, wenn Sie diesen nicht vorher in Ihren Gedanken gesät haben. Die wenigsten (er)kennen diese Zusammenhänge und schieben fehlende Ergebnisse oder Misserfolge anderen, äußeren Faktoren zu. Doch erst, wenn Sie Ihren Denkmustern und Überzeugungen auf die Spur kommen, können Sie diese verändern und andere Ergebnisse erzielen. Dies ist nicht immer einfach, aber möglich.

Selbst wenn dies gelingt, ist ein weiterer Schritt erforderlich: hinderliche Gedankenmuster zu verändern. Anregungen dazu finden Sie in meinem Buch „Mit Leichtigkeit zum Ziel“ oder hier und hier im Mutmacher-Magazin. Wenn Sie alleine nicht zurechtkommen, unterstütze ich Sie gerne dabei, andere, größere Früchte zu ernten.

Wie würdigen Sie die Ernte Ihres Jahres?

Finden Sie eine Form, mit der Sie sich bei den Kräften des Universums für deren Unterstützung bedanken können. Dies kann in Form von Spenden (Sachen oder Zeit) sein, die persönliche Unterstützung von Menschen in Not – so wie sich derzeit viele um die Flüchtlinge kümmern – oder durch eine Dankkerze, die Sie in einer Kirche anzünden oder zu Hause brennen lassen (bitte achten Sie auf ausreichenden Feuerschutz!).

Finden Sie die zu Ihnen passende Form der Danksagung und bringen Sie damit Ihre Wertschätzung dafür zum Ausdruck, was in Ihrem Leben an Gutem und Schönem vorhanden ist oder von Ihnen erschaffen wurde. Damit bekommt es einen Stellenwert und vermittelt zugleich das Signal, dass Sie diese Ernte nicht für selbst verständlich nehmen.

Welche Form der Danksagung kennen und nutzen Sie?
Wie würdigen Sie, was sie erschaffen oder erreicht haben?

Hier noch einmal als Kurzfassung die zwei wichtigsten Fragen, mit denen Sie jetzt festlegen, was Sie künftig ernten wollen:

  • Was will ich in 2015 noch ernten?
  • Was möchte ich für 2016 säen?

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

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