Disziplin oder keine Disziplin, das ist die Frage

Haben Sie auch Probleme mit der Disziplin? Sie nehmen sich etwas vor und halten es doch nicht durch? Damit stehen Sie nicht alleine. Sehr lange glaubte ich, dass ich ein disziplinloser Mensch sein. Dann passierte allerdings etwas, das meine Sichtweise verändert hat.  Daher möchte ich Ihnen heute einige Anregungen geben, wie Sie dieses Thema für sich verändern und damit mehr erreichen können.

Zunächst mein eigenes Beispiel:

Es war während des Jura-Studiums, dass ich die Überzeugung bildete, ich sei disziplinlos. Nach der Zwischenprüfung, die nicht ganz so verlief, wie ich es erwartet hatte, ärgerte ich mich derart, dass ich im Jahr darauf die Prüfung zur Notenverbesserung wiederholte. Das geht bei den Juristen und ist eine tolle Sache, denn dabei kann man nur gewinnen! Ich habe alle acht oder zehn Klausuren durchgehalten und bin trotz schlechterer schriftlicher Ergebnisse auch noch zur mündlichen Prüfung angetreten. Dieses Durchhaltevermögen wurde mit einem besseren Gesamtergebnis belohnt. Dadurch habe ich gelernt, dass die Voraussetzungen stimmen müssen, damit ich Disziplin entwickle.

Daher nun meine Tipps für Ihre eigene Disziplin:

  • Oft liegt es bereits am Begriff. Disziplin, das klingt nach Mühe, Anstrengung und vor allem viiiieeel Arbeit. Wählen Sie ein anderes Wort, wie Zielstrebigkeit, Durchhaltevermögen, Antriebsstärke, Verbindlichkeit… Diese Worte haben eine andere Energie und andere Verknüpfungen in Ihrem Gehirn.
  • Wie klar sind Ihre Ziele? Wissen Sie, was Sie wirklich wollen und vor allem auch, was Ihr Motiv dafür ist? Schreiben Sie sich auf, was Sie sich von der Zielerreichung erwarten, und zwar ALLES, was Ihnen dazu einfällt. Damit schaffen Sie einen klaren Bezug zu Ihrem Ziel.
  • Ist Ihr Ziel emotional stark verankert? Können Sie fühlen, wie es sein wird, wenn Sie es erreicht haben? Und vor allem: Ist es emotional positiv aufgeladen, so dass damit ein innerer Antrieb entsteht, der Sie ins Handeln bringt?

Bei mir war es damals Wut über die Ungerechtigkeit der Prüfer, was mir den nötigen Antrieb gegeben hat. Heute sind es meist klare Vorstellungen und eine starke innere Verbundenheit mit meinem Ziel, die mich ins Handeln bringt. Zudem vertraue ich inzwischen meiner Intuition, die mir zum passenden Zeitpunkt den richtigen Impuls gibt. Damit  kommen die Dinge in ihrem Rhythmus und zu ihrer Zeit zusammen – und Disziplin(losigkeit) ist kein Thema mehr 🙂

Ulrike Bergmann Zur Person: Ulrike Bergmann
DIE MUTMACHERIN begleitet seit über 20 Jahren Solo-Unternehmen und lebenserfahrene Menschen, ihre Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit Leichtigkeit und Klarheit zu verwirklichen. Im MUTMACHER-MAGAZIN gibt sie Einblicke in ihre Schatzkiste und bestärkt ihre Leser*innen darin, mutig den eigenen Weg zu gehen.

3 Gedanken zu „Disziplin oder keine Disziplin, das ist die Frage

  1. lebenist

    Liebe Ulrike,
    ich bin doch diszipliniert! Erst einmal danke für den Beitrag, und dann erkläre ich auch warum:
    Ich habe von 1999 – 2000 (also 1 Jahr lang) die Kosmetikabendschule besucht. Ich hatte einen Vollzeitjob, 2 pubertierende Kinder (ohne Vater) und ziemlich viel um die Ohren. Trotzdem habe ich es geschafft, 4 Mal in der Woche abends nach der Arbeit in die 20 km entfernte Stadt zu fahren, von 18 – 22 Uhr die Schule zu besuchen, und dann nachts im Bett noch zu lernen, weil ich ansonsten keine Zeit dazu gehabt hätte.
    Diese Schule zu besuchen war mein großer Traum als junge Frau, den ich mir erst später – mit Mitte 40 – erfüllt habe.
    Das ist jetzt 10 Jahre her, und möglicherweise hat mich bis heute keine Sache mehr so erfasst wie damals.
    Liebe Grüße von Dori

  2. Ulrike Bergmann Beitragsautor

    Liebe Dori,
    erst einmal “Chappeau!”, also Hut ab vor dieser Leistung! Damit haben Sie eine Erinnerung und eine Referenz für die Zukunft. Und vielleicht ist der Beitrag Auslöser, noch einmal nach einem solchen Herzensthema Ausschau zu halten.
    Sie werden es gemerkt haben: Ihr Kommentar zum Buch von Sarah Neef war Auslöser für diesen längeren Beitrag. Danke für Ihren Impuls!
    Herzlichst – Ulrike Bergmann

  3. lebenist

    Liebe Ulrike,
    das habe ich bemerkt 🙂
    Danke dafür – das Thema hat mich wirklich nachdenklich gestimmt.
    Liebe Grüße von Dori

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